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Corona-Tote in Köln: Die drei Unterschiede zu den bundesweiten Zahlen

Am Mittwoch vor Ostern wurde bekannt, dass in Köln ein 47-Jähriger Mann verstorben ist, der nach seinem Tod positiv auf Corona getestet worden war.

Laut „Stadtanzeiger“ war der Mann studierter Mediziner und hatte keine Vorerkrankungen. Er wurde bereits am 31. März tot in seiner Wohnung aufgefunden und lag dort offenbar mehrere Tage. Er hatte zuvor von Atemwegsproblemen berichtet, soll jedoch nicht zum Arzt gegangen sein. Ein Corona-Test nach seinem Tod fiel positiv aus.

Der Tod des Mannes konfrontiert uns einmal mehr mit der Frage, wer in Köln bislang an Corona gestorben ist.

Wir haben uns dazu die offiziellen Mitteilungen der Stadt Köln angeschaut und die Informationen mit den Verstorbenen in Deutschland insgesamt verglichen.

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Das Alter der Corona-Toten in Köln

Das folgende Bild zeigt das Alter der 43 Kölner, die an Corona erkrankt waren und verstorben sind. Man sieht hier die Struktur: Ein großer Teil der Menschen war über 80 Jahre alt.

Es gibt zwei Ausreißer: Der angesprochene Mann (47), sowie eine Frau (49), die in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung lebte und am 20. März an Herzversagen verstorben war.

Sind Männer oder Frauen bei den Todesfällen unterschiedlich stark betroffen?

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Männer und Frauen in Köln in gestorben sind. Die Verteilung ist nahezu gleich (22 Männer, 21 Frauen), es gibt also keinen erkennbaren Unterschied.

Bundesweit sind 62 Prozent der Verstorbenen Männer, 38 Prozent sind Frauen.

Sind auch Leute ohne Grund- oder Vorerkrankungen in Köln gestorben?

Mit Ausnahme einer Frau (93) und des 47-jährigen Kölners hat die Stadt Köln in den vergangenen Wochen bei allen Meldungen zu Corona-Toten darauf hingewiesen, dass die betroffenen Menschen an Grund- oder Vorerkrankungen litten.

Wie steht Köln damit im Vergleich da?

Sterblichkeitsrate

38 Tote bei 1865 bestätigten Fällen in Köln ergibt eine Sterblichkeitsrate von 2,2 Prozent. Das liegt etwas über dem bundesweiten Durchschnitt: Laut Lagebericht des Robert Koch Instituts beträgt der Anteil der Verstorbenen bundesweit 1,8 Prozent.

Ein Grund hierfür ist: Sobald das Virus in Alten- und Pflegeheimen auftritt, steigt die Sterblichkeitsrate an. Das war in Köln in den vergangenen Wochen mehrfach der Fall. Darum ist ein Schutz der Menschen in diesen Einrichtungen so wichtig.

Das Alter des Todesfälle

86 Prozent der bundesweiten Todesfälle sind 70 oder älter. In Köln liegt diese Quote ebenfalls bei 86 Prozent.

Der Altersmedian liegt bundesweit bei 82 Jahren. In Köln liegt der Altersmedian der Fälle derzeit bei 84 Jahren.

Im Durchschnitt waren die Corona-Toten in Köln 82 Jahre alt.

Erkrankte, die ins Krankenhaus müssen

15 Prozent der bundesweit bestätigten Corona-Fälle müssen im Krankenhaus behandelt werden. In Köln müssen von aktuell 810 Fällen insgesamt 148 Menschen im Krankenhaus behandelt werden.

Die aktuelle Quote liegt hier also bei etwas über 16 Prozent. Allerdings müssen wir hier beachten, dass in Köln auch erkrankte Menschen aus anderen Landkreisen im Krankenhaus liegen.

Diese Kurve zeigt, wie sich die Zahl der Corona-Erkrankten in Köln entwickelt hat, die stationär im Krankenhaus und auf der Intensivstation behandelt werden – und die Zahl der Toten in Köln.

Die drei Unterschiede zu den deutschlandweiten Zahlen:

Unter den Verstorbenen ist die Zahl von Männern und Frauen ausgeglichener, als bundesweit.

Die Sterblichkeitsrate in Köln etwas höher als bundesweit.

Der Altersmedian in Köln ist mit 84 höher als im bundesweiten Vergleich (82).

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