Blutsäule von St. Gereon

Die unheimliche Geschichte der Blutsäule von St. Gereon

Wer sich in der Kirche St. Gereon in Sichtweite des Kölner Dom umschaut, dem fällt nach kurzer Zeit eine halbe Säule auf, für die extra eine Auskleidung in das mächtige Mauerwert der romanischen Kirche geschlagen wurde. Man muss hierfür in das beeindruckende Dekagon (Zehneck) der Kirche gehen.

Das Dekagon ist das größte nördlich der Alpen mit einer Spannweite von 21 Metern und ein beeindruckender Bau (stellt euch mal in die Mitte und schaut dann nach oben). Hier steht links vom Eingang die so genannte Blutsäule von St. Gereon, der Fähigkeiten zugesprochen werden, vor denen sich viele Menschen früher gefürchtet haben.

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Blutsäule St. Gereon: Die Inschrift ist eine Warnung

Der alten Sage nach soll die Sage unheimliche Kräfte haben: Sie kann zwischen Gut und Böse unterscheiden, denn über diese Säule soll das Blut von Märtyrern aus der Legion des Heiligen St. Gereon geflossen sein.

An der Säule ist eine lateinische Inschrift, die zugleich eine Warnung an die Besucher ist: „Glaub es: Rein an diesem Stein soll einst das Blut geflossen sein. Sollt ich schuldig sein, so ist hier die Strafe mein.“ („Adde fidem, fuit hic pridem fusus cruor idem ad lapidem, si dem me male, punit idem“).

Die Säule soll zwischen Gut und Böse unterscheiden können und damit unheimliche Kräfte haben.

Die Macht der Blutsäule

Tatsächlich soll es hier der Sage nach zu einem furchteinflößenden Ereignis gekommen sein: Merowingerkönig Thiederich wollte in der Kirche seine Herrschaft nach der Schlacht von Zülpich feiern, wo er seinen Bruder in seinen Neffen getötet hatte. Er schlug alle Warnungen vor der Macht der Säule zuvor aus – und brach schließlich tot zusammen als er davor stand.

Es gehört also etwas Mut dazu, auch heute noch an der Säule vorbeizugehen, die ein stummer Zeuge der vergangenen Jahrhunderte und ihrer Geschichten ist.

Die Kirche St. Gereon soll der Legende nach auf den Gräbern des heiligen St. Gereon und seiner Gefährten errichtet worden sein. Sie sollen sich gegenüber Kaiser Maximian (war von 285 bis 305 Kaiser des römischen Reiches) geweigert haben, Christen zu verfolgen und worden deshalb selbst ermordet, sodass ihr Blut an die Säule spritzte. Der Kuppelbau wurde im 2. Weltkrieg schwer beschädigt. Es dauerte bis 1985, bis die Kriegsschäden behoben waren.

Die Kirche St. Gereon ist tagsüber für alle Besucher zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Vom Kölner Hauptbahnhof läuft man etwa 10 Minuten.

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