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Besteckhaus Glaub Köln

Besteckhaus Glaub: Erinnerungen an ein Kölner Traditionsgeschäft

Es war in Sichtweite des Doms. 64 Jahre lang ein Fachhändler. Im Jahr 2022 aber reihte sich das Besteckhaus Glaub in die Reihe vieler Traditionsgeschäfte ein, die in Köln nach langer Verkaufstradition schließen mussten. Das Fachgeschäft an der Burgmauer musste seine Auslagen räumen und das Geschäft schließen.

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Wie sonst Besteck ausgelegt war, war im Sommer 2022 noch ein handgeschriebener Zettel zu lesen. Geschrieben hatte ihn Inhaber Hermann Freiß, der das Besteckhaus über 20 Jahre geführt hatte. Auch künftig sei er für Reparaturen erreichbar, hieß es damals. In einem Abschiedsschreiben, der auf der Homepage des Besteckhauses veröffentlicht ist, hieß es weiter: „Viele wertvolle Serie und Stücke befinden sich nach wie vor verkaufsbereit im Fundus.“

Das Besteckhaus Glaub hatte eine einzigartige Geschichte: Es war das europaweit einzige Fachgeschäft, das ausschließlich Besteck verkaufte. Im Jahr 2022 aber gab es keinen Nachfolger mehr. Die Suche verlief erfolglos. „Eine Ära ist zu Ende“, hieß es auf der Homepage des Geschäfts.

Im Besteckhaus Glaub konnte man unter 500 Besteckmustern wählen: „Von A wie Austerngabeln bis Z wie Zuckerzange, können viele Wünsche in Edelstahl, versilbert, Sterlingsilber 925, Reines Silber 999/000 oder Massivgold erfüllt werden“, heißt es auf der Homepage. Doch die Zeiten haben sich gewandelt: War früher Besteck noch ein Statussymbol, so haben sich die Zeiten heute deutlich gewandelt.

Bestecke kaufen die meisten Menschen günstig in großen Märkten, auch Carterer bieten Besteck gleich mit an. Geschäftsgründer Bodo Glaub betrieb von 1951 bis zu seinem Tod 1995 außerdem das Besteckmuseum Glaub, das eine der größten Bestecksammlungen der Welt zeigte. Als Anita Glaub im Jahr 2018 verstarb, war Freiß auch Inhaber des Geschäfts.

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Neben dem Besteck war auch die Einrichtung des Besteckhauses einmalig. Das Geschäft war bekannt für seine hochwertige Wallnuss Einrichtung, die der bekannte Architekt Wilhelm Koepp in den 50er-Jahren angefertigt hatte. Auch die Einrichtung musste mit der Geschäftsaufgabe abgebaut werden. Denn in die Räumlichkeiten des Traditionsgeschäfts ist 2022 ein Tattoo-Geschäft eingezogen.

An dem Haus an der Burgmauer erinnert lediglich noch ein großer Löffel an der Hausfassade an eine Zeit, die nun endgültig vorbei ist.

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