Alte kölsche Lieder

7 alte kölsche Lieder, die wir nie vergessen sollten

Die kölsche Musik-Kultur hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert und weiterentwickelt. Das ist gut so. Die Lieder von Bands wie Kasalla, Querbeat oder Cat Ballou sind großartig und erfrischend. Darüber hinaus gibt es aber viele alte kölsche Lieder, die in diesen Zeiten schnell mal in Vergessenheit geraten.

Dabei sind vor allem die Aussagen dieser alten Lieder häufig zeitlos. Wir haben an dieser Stelle sieben alte kölsche Lieder rausgesucht, deren Aussage auch nach über 40 Jahren aktueller denn je ist. Vor allem haben uns aber auch ihre Entstehungsgeschichten häufig überrascht und begeistert.

Unsere E-Mails für alle, die Köln im Herzen tragen

In unserem Veedel

„Das Veedel-Lied ist für mich das wichtigste aus unserem ganzen Repertoire. Das werden wir immer und ewig spielen“, sagte Bommel Lückerath von den Bläck Föösss einmal im Gespräch mit dem Stadtanzeiger.

Der Veedel-Lied ist eigentlich ein Protest-Lied gegen die Entwicklung von Köln und entstand am Tresen: „Wie sull dat nur wiggerjon“ sagte Erry Stoklosa an einem Tag im Mai 1973 in der Ringschänke am Karolingerring (nahe Chlodwigplatz) am Tresen zu Tommy Engel. Der Satz ist bis heute die berühmte erste Zeile des Liedes.

Inhaltlich bezogen sich die Musiker auf die großen Stadtteile, wie etwa Chorweiler, die damals am Rand der Stadt entstanden, wie der Express vor einigen Jahren schrieb. So sorgten sich um Köln und seine Veedel. Der Zusammenhalt in Köln ist ein bis heute zeitloses Gefühl, in vielen Punkten sogar aktueller denn je. Kein Abstieg des 1. FC Köln, bei dem nicht tränenreich das Veedel-Lied gesungen wird.

Alte kölsche Lieder: Heimweh nach Köln

Willi Ostermann hat das Lied 1936 an seinen letzten Lebenstagen im Krankenbett geschrieben. Zuvor war er auf der Bühne in Bad Neuerahr zusammengebrochen und musste am Magen operiert werden. Hiervon erholte er sich nicht mehr.

Er war Auf seiner Beerdigung wurde der Refrain an seinem Grab erstmals vorgestellt. Zuvor gab es einen Trauerzug vom Neumarkt bis zum Melatenfriedhof, den zigtausende Menschen begleiteten, denn Ostermann war ein echter Musik-Star, der damals Millionen Platten verkaufte.

Die Melodie von Heimweh nach Köln ist die von einer seiner früheren Komposition „Sehnsucht nach dem Rhein“, die er für den Film „Der Traum vom Rhein“ geschrieben hatte.

Wenn ich su an ming Heimat denke
un sin dr‘ Dom su vür mir stonn,
möch ich direk op Heim an schwenke,
ich möch ze Foß no Kölle jon.

Och wat wor dat fröher schön doch en Colonia

Das Lied wurde 1930 von Willi Ostermann für die Karnevalsrevue „Die Fastelovendsprinzessin“ geschrieben, das im Groß Köln Theater in der Friesenstraße 44 aufgeführt wurde. Es war zu Lebzeiten das bekannteste Lied von Willi Ostermann. Es wurde auch gespielt, als er zu Grabe getragen wurde.

Drink doch ene met

Der erste große Erfolg der Bläck Fööss aus dem Jahr 1971, geschrieben für den Karneval von Fred Hoock. Es spricht ähnliche Gefühle wie das Veedel-Lied an, ist dabei noch etwas weicher. Es geht auch hier um Gemeinschaft und Kölsch sein.

Alte kölsche Lieder: Ming eetste Fründin

Von den Bläck Fööss 1976 aufgenommen. Text und Musik sind von Hans Knipp, der mehr als 100 Titel für die Bläck Fööss schrieb. Der Liedtext gibt ein Gefühl der 70er wieder und erinnert uns heute unweigerlich an die Kindheit und die Jugend.

Dat wor et Meiers Kättche
Un ich fuhr mem Rädche
Daach für Daach zo im.

Mer losse d’r Dom en Kölle

Das Karnevalslied entstand 1973 und war eine beißende Satire an der Sanierungspolitik der Stadt Köln damals. Die Themen ähneln sich mit denen von heute: Ausgangspunkt war eine geplante Sanierungsgebiet im Severinsviertel, bei dem viele Häuser als nicht mehr Sanierungsbedürfitg eingestuft wurden. Kölner bangten um ihre Häuser und den Zusammenhalt in ihrem Veedel.

Der Text greift das überspitzt und satirisch mit Fanfarenklängen auf. Der Titel orientiert sich an der Redewendung „Die Kirche im Dorf lassen“. Die kölsche Version war geboren: Mer losse d’r Dom en Kölle.

Das Lied ist also weniger eine Hymne auf Köln und den Dom, sondern eine Kritik an Problemen, die wir heute in Form von steigenden Mieten in der Stadt als dringender denn je erleben.

Alte kölsche Lieder: Ich han nen Deckel 

„‘Ich han nen Deckel‘ ist eines meiner Lieblingsstücke. Das singe ich sehr gerne. Das ist ein leises Lied“, sagte Tommy Engel im Gespräch mit dem Stadtanzeiger über das Bläck Fööss-Lied auf dem Jahr 1978.

Wenn Kölner im Exil dieses Lied hören, werden sie bis heute daran erinnert, dass es sie irgendwann wieder zurück nach Köln zieht. Es soll sogar Leute geben, die auf Social Media ihren Umzug zurück nach Köln mit diesen Textzeilen ankündigen. Auch Bands wie Cat Ballou covern den Song heute gerne als Zugabe auf ihren Konzerten.

42 Comments

  • Hallo Liebe Kölsche, einiges möchte ich gerne auf die von mir verwalteten Facebook Seiten einstellen, ohne gegen Urheberrechte ect. zu verstoßen. Ist das erwünscht oder auch möglich. ?

    • Verliebt in Köln

      Lieber Axel, du kannst die Links von dieser Seite gerne teilen. Liebe Grüße1

      • Gisela Weins

        Niemals geht man so ganz
        Mit der Trude
        Unvergessen und nie endende Schüttelfrost

  • Annerike Claudia Trundelberg

    Tolle Beiträge aus meiner Heimatstadt!!

  • Heide Sommer

    Ich habe acht Jahre in Köln gewohnt und ich kann fast alle kölsche Lieder auswendig singen und ich möchte diese Zeit nicht missen denn Köln ist ein Gefühl jetzt wohne ich mit meinem Mann im Schwarzwald da ist es auch schön aber Köln wird für mich immer in Erinnerung bleiben

  • Heide Sommer

    Ich habe acht Jahre in Köln gewohnt und ich kann fast alle kölsche Lieder auswendig singen und ich möchte diese Zeit nicht missen denn Köln ist ein Gefühl jetzt wohne ich mit meinem Mann im Schwarzwald da ist es auch schön aber Köln wird für mich immer in Erinnerung bleiben

  • Und wo ist das Lied „Ich bin ene kölsche Jung“ das Fritz Weber komponierte und was Willi Millowitsch berühmt machte??

  • Klaus-Peter Zachel

    Ganz wichtig in der heutigen Zeit ist auch das Lied Unser Stammbaum von den Föss.

  • Jürgen Lang

    Eines der schönsten alten Lieder von dat Lotti fehlt noch:

    Mir schenke der Ahl e paar Blömcher

    🙂

    • Em janze Veedel es die ahl Frau Schmitz bekannt
      Se weed vun allen nur „et Schmitze Bell“ jenannt
      Die hätt nit viel, es nit besonders rich
      Un hätt noch lang nit jede Meddaach Fleisch om Desch
      Nur ein Deil jit et, wo se Freud‘ dran hätt
      Dat sinn die Blömscher op ihrem Finsterbrett
      Mer schenke dä Ahl en paar Blömscher
      E paar Blömscher für ihr Finsterbrett
      Mer schenke ihr e paar Blömscher
      Denn die ahl Frau Schmitz, die es esu nett
      Un klopp och öfters ens ’ne Ärme an ihr Dür
      Dat se janix jitt, ich jläuv dat kütt nit vür
      Un se es och nit rich, es keine Milljonär
      Jet zo verschenke, dat fällt ihr jar nit schwer
      Un sinn et nur zehn Penning un nit mih
      Dovür hät se ävver unsre Sympathie
      Mer schenke dä Ahl en paar Blömscher
      E paar Blömscher für ihr Finsterbrett
      Mer schenke ihr e paar Blömscher
      Denn die ahl Frau Schmitz, die es esu nett
      Un es die ahl Frau Schmitz ens einmol nit mih do
      Dann deit dat manchem wih, dat es doch klor
      Un wor se och nit rich, hatt net besonders vill
      Su wor se doch für uns all „et Schmitze Bell“
      Lalallalallalallalallala Lalallalallalallalalallalallala
      Mer schenke dä Ahl en paar Blömscher
      E paar Blömscher für ihr Finsterbrett
      Mer schenke ihr e paar Blömscher
      Denn die ahl Frau Schmitz, die es esu nett

  • Jörg Grewe

    Da fehlen aber noch viel mehr!!! Die auch heute noch super funktionieren.

  • Jens Wiemer

    Für mich fehlt da noch
    Mir schenke der Ahl e paar Blömcher

  • “Du bess Kölle“ von Tommy Engel fehlt. Wenn auch nicht alt, aber für mich eines der besten Hymnen an und über die Stadt.

  • Niemals geht man so ganz

  • Johannes Bettray

    Bei den Liedern bekommt man auch als Nichtkölner Sehnsucht nach Kölle und sein Gefühl!

  • Norbert Kessler

    Ich ben ne echte Bläck Fööss Anhänger ävver dat Leedche
    ,, Hey Kölle – du bes a Jeföhl“ vun de Höhner fing ich ich och super.

  • H-Dieter Mathiesen

    Koeln 68-69 Khd super zeit.

    • Heribert Hahne

      Meinst Du mit Khd, ‚Klöckner-Humboldt-Deutz‘? Und hast Du in den Jahren 68-69 dort gearbeitet? Wenn JA – wo warst Du? In welchem Bereich?

  • Eth hofmann

    he Kölle du ming Stadt am Ring,he wo ich jross jeworde ben,du bes en Stadt met Hätz un Ziel,he Kölle,Du bes e jeföhl….

  • ‚Verliebt in Köln‘ ist mittlerweile für mich zu einer täglichen Pflichtlektüre geworden. Vielen Dank und einen Gruß nach Kölle am Ring – aus Kanada.

  • Monika Schumacher

    Köln hat aber auch eine rechte Rheinseite, wäre schön wenn ihr auch da mal was drüber schreibt. Die rechte Rheinseite hat sich in den letzten Jahren sehr entwickelt, vom Karneval über Sport und vieles mehr. Corona wird vieles kaputt machen, vor allen Dingen die kleinen Vereine. Viele werden wieder von vorne anfangen müssen oder sind ganz weg. Ich bin Gründungsmitglied von der Fördergemeinschaft Merheimer Karnevalszug von 1979 „Für uns Pänz“ e.V. und ob es diesen Verein nach Corona noch geben wird…..wer weiß. Es ist traurig, da hat man die ganzen Jahre ehrenamtlich daran gearbeitet und sieht jetzt wie es langsam kaputt geht, darüber solltet ihr vielleicht mal schreiben. Das sind wir von der Schäl Sigg.

  • ach ihr Kölner,ihr habt vieles von uns Pälzern,zur Zeit höre ich nur Kölsche Lieder damit ich dat Virus ertragen kann,aber gemeinsam werden wir wieder zusamme feiern und befreit leben können.Haltet durch,,,,Grüße aus de Palz.

  • Eva Borges Pinto

    Für mich datt schönste leed es un bliev“Zokunf!die wir ja alle noch haben möchten bevor mer uns op Melaten all widderfinge! datt dröck immer noch e trönsche en ming oure!l Grüsse von hezze no Kölle us der Algarve!

  • jetzt hab ich ganz dolle Heimweh in die Richard-Wagner Strasse …

    liebe Grüße aus Österreich

  • Köln, meine Heimat
    Grüße aus den Niederlanden

  • Hans Hoenerbach

    Grüße aus Minnesota vun nem Sülzer jung…

  • Die alten Lieder sind immer wieder schön . Bin ein totaler Köln Fan , habe sogar 8 Jahre in Köln Mitte gewohnt und im Cafe Franck , Wimpy und Hanemann gearbeitet .

  • Fritz Basseng

    „Sag mal Blutwurst! Das ist doch gar nicht schwer!
    Sag mal BLUTWURST! Ich garantiere dir:
    Wer nicht richtig BLOOTWOOSCH sagen kann das ist
    ein IMI, ein Imi, ein imitierter Kölner ganz gewiss!“

    Ich suche den Text zu diesem und zu vielen anderen alten kölner Liedern!

    Wenn et geiht, op Kölsch!!

  • Für mich fehlt noch „Unser Stammbaum“ von den Black Fööss. Neben „In unserem Veedel“ ein absoluter Gänsehautsong

Kommentiere diesen Artikel

×