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Kino in Köln

Diese fünf Kölner Kinos gibt es nicht mehr – kennst du sie noch?

Im Capitol konnte man sein Auto pflegen lassen, während auf der Leinwand der Film lief. Im Helios schwammen Warmwasserfische im Aquarium, und im Theater am Rudolfplatz verriet die Farbe des Sitzes, wie teuer der Platz war. Kölns frühere Kinos hatten ihre Eigenheiten – und viele Kölner verbinden mit ihnen bis heute Erinnerungen an ihre Jugend.

Fünf dieser Lichtspielhäuser stellen wir hier vor. Anlass ist die neue, kostenlose Präsentation „FILM AB! 130 Jahre Kino und Film in Köln“ im Kölnischen Stadtmuseum. Sie zeigt seit dem 15. Oktober historische Filmaufnahmen und Fotos früherer Kinoorte. (Foto: IMAGO / teutopress)

Capitol: Zum Film gab es sogar Autopflege

Am Hohenzollernring 79–81 eröffnete 1929 das Capitol. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es 1954 neu aufgebaut. In den folgenden Jahrzehnten gehörte es zu den großen Kölner Filmpalästen.

Wer in den 1950er-Jahren mit dem Wagen kam, konnte den Kinobesuch mit einem besonderen Service verbinden: In der hauseigenen Tiefgarage gab es eine Tankstelle und einen Autopflegedienst. Direkt neben dem Kino lag die Palermo-Milchbar.

Im September 1995 endete der Kinobetrieb. Schon wenige Monate später begann die nächste Karriere des Hauses: Hier wurde die „Harald Schmidt Show“ aufgezeichnet. Das Foto zeigt das Kino am Hohenzollernring im Jahr 1995.

Broadway: Chabrol hinterließ seinen Handabdruck

An der Ehrenstraße 11 eröffnete am 18. November 1982 das Broadway. Regisseur Claude Chabrol kam persönlich und stellte „Die Fantome des Hutmachers“ vor. Sein Handabdruck hing bis zur Schließung im Foyer.

Das Kino zeigte europäische Filme und amerikanische Independent-Produktionen. Doch ein auslaufender Pachtvertrag, eine höhere geforderte Miete und wirtschaftliche Schwierigkeiten der Betreibergesellschaft führten zum Ende. Trotz Protesten fiel am 30. November 2001 der letzte Vorhang. Anschließend zog ein Bekleidungsunternehmen ein.

Theater am Rudolfplatz: Die Sitzfarbe zeigte die Preisklasse

Am Habsburgerring 18–20 öffnete 1956 das Theater am Rudolfplatz. Der Kinosaal lag im ersten Stock, darunter befanden sich Geschäfte und ein Restaurant.

Eine Besonderheit waren die Sitzfarben: Blau, Gelb, Rot und Schwarz kennzeichneten unterschiedliche Preisklassen. Im Juli 1995 wurde der Kinobetrieb eingestellt. Danach dienten die Räume Veranstaltungen und Fernsehaufzeichnungen, bis das Gebäude im Sommer 2017 abgerissen wurde.

Helios: Ein Aquarium im Eingangsbereich

Auch die Venloer Straße war einst eine Kinomeile. Zu ihren Lichtspielhäusern gehörte das Helios an der Hausnummer 379. Seine Geschichte reicht bis 1909 zurück.

1950 wurde es nach dem Krieg mit 650 Sitzplätzen wiedereröffnet. Im Eingangsbereich warteten eine ungewöhnliche Ablenkung und Werbung auf die Gäste: Neben Vitrinen für örtliche Unternehmen stand dort ein Aquarium mit Warmwasserfischen. Das Helios hielt sich bis 1982.

Hahnentor-Lichtspiele: 1.500 Plätze an der Hahnenstraße

An der Hahnenstraße 57 eröffnete 1948 ein von Wilhelm Riphahn entworfenes Kino mit rund 1.500 Plätzen. Die Hahnentor-Lichtspiele waren der erste Kinoneubau der Nachkriegszeit in Köln. Als sich der riesige Saal nicht mehr füllen ließ, endete 1971 der Kinobetrieb. 1986 wurde das Gebäude abgerissen und wich einem Neubau der Stadtsparkasse.

Anders verlief die Geschichte des Ufa-Palasts am Ring, über den wir hier erzählen: Nach einer mehrjährigen Schließung kehrte das Kino 2016 als Filmpalast zurück.

Kölner Kinos heute

1956 gab es in Köln noch 84 Kinos, elf davon allein in Ehrenfeld. Heute konzentriert sich das Angebot stärker auf Häuser mit mehreren Sälen: Der Cinedom allein verfügt über 14 Leinwände. Daneben halten kleinere Kinos wie das Odeon, das Weisshaus oder die Lichtspiele Kalk die Kinokultur im Veedel lebendig.

2025 hatte Köln 54 Kinosäle beziehungsweise Leinwände mit 8.883 Sitzplätzen. Rund 1,84 Millionen Kinobesuche wurden gezählt. Säle sind dabei nicht mit einzelnen Kinos gleichzusetzen.

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2 Kommentare

  • In Köln-Kalk gab es in den 50er Jahren noch 4 Kinos: Apollo, Corso, Lichtburg auf der Kalker Hauptstr. sowie das Union in der Kalk-Mülheimer Str.
    Im Apollo gab es Sonntags um 11 Uhr morgens Kindervorstellungen ( ab 6 Jahre) mit Filmen wie Dick und Doof, Fuzzy, Prinz Eisenherz u. ä., die ich oft gern besuchte.

  • Hermann Blumenrath

    Und als Vringsveedel-Panz bin ich regelmäßig ins Rhenania (heute Odeon) gegangen und da war noch das Roxy am Chlodwigplatz. Hatte einmal Ärger, weil mir Winnetou wichtiger war als der Kommunionsunterricht.

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