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Alte A4 bei Köln

Alte A4 bei Kerpen: Die verlassene Geisterautobahn

Die alte A4 bei Kerpen ist eine verlassene Autobahn vor den Toren Kölns. Früher fuhren hier täglich Tausende Autos zwischen Köln und Aachen. Seit der Verlegung der Autobahn im Jahr 2014 wird die frühere Trasse nicht mehr für den Verkehr genutzt.

Teile der Fahrbahn, Brücken und Leitplanken sind bis heute erhalten. An anderen Stellen wurde die alte Autobahn bereits zurückgebaut oder vom Tagebau Hambach in Anspruch genommen. Zwischen Kerpen und Düren ist so ein ungewöhnlicher Lost Place entstanden, an dem sich die Natur den Asphalt langsam zurückholt.

In diesem Artikel zeigen wir, wo die alte A4 liegt, warum die Strecke verlegt wurde und von welcher Stelle aus man einen Blick auf die ehemalige Autobahn werfen kann. Das Befahren der stillgelegten Trasse mit dem Auto ist verboten. (Fotos: Michael Müller)

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Wo liegt die alte A4 bei Kerpen?

Die stillgelegte A4 liegt zwischen Kerpen und Düren im Rheinischen Braunkohlerevier. Sie verlief nördlich der heutigen Autobahn und führte unter anderem an Kerpen-Manheim und der früheren Anschlussstelle Buir vorbei. Die neue A4 wurde rund 1,7 Kilometer weiter südlich gebaut.

Von der ehemaligen Autobahn sind heute noch einzelne Abschnitte erhalten. Teilweise erkennt man Fahrbahnen, Markierungen, Leitplanken und Brücken. Andere Bereiche wurden zurückgebaut, für einen Solarpark genutzt oder bereits vom Tagebau Hambach in Anspruch genommen.

Die alte A4 wird häufig als Geisterautobahn oder Lost Place bezeichnet. Eine offiziell für Autos befahrbare Straße ist sie jedoch nicht. Wer die Trasse sehen möchte, kann sie von mehreren Straßenbrücken und Wegen in der Umgebung aus betrachten.

Foto: Michael Müller

Warum wurde die alte A4 stillgelegt?

Grund für die Stilllegung war der Tagebau Hambach. Die frühere Autobahn verlief durch ein Gebiet, das für den Braunkohleabbau vorgesehen war. Deshalb wurde die A4 zwischen dem Kreuz Kerpen und Düren nach Süden verlegt und gleichzeitig von vier auf sechs Fahrstreifen erweitert.

Der neue Autobahnabschnitt ist 17,6 Kilometer lang und wurde 2014 für den Verkehr freigegeben. Seitdem fahren die Autos zwischen Köln und Aachen über die neue Trasse. Die frühere Anschlussstelle Kerpen-Buir verschwand mit der Verlegung.

Auch der unmittelbar an der alten A4 gelegene Ort Manheim wurde für den Tagebau weitgehend umgesiedelt. Die meisten Bewohner zogen in das wenige Kilometer entfernte Manheim-neu. Teile des alten Dorfes und der früheren Autobahntrasse wurden inzwischen abgerissen oder vom Tagebau in Anspruch genommen. Hier zeigen wir, wie es heute in Manheim-alt aussieht und was mit dem Ort geschehen soll

Der Bau der neuen A4 kostete rund 192 Millionen Euro. Finanziert wurde das Projekt gemeinsam von RWE und dem Land Nordrhein-Westfalen.

Wo kann man die alte A4 sehen?

Einen Blick auf die verlassene Autobahn hat man, wenn man über die Straßenbrücke in der Nähe von Kerpen-Manheim fährt. Dafür verlässt du die heutige A4 an der Anschlussstelle Elsdorf (7b) und fährst am Kreisverkehr auf die B477 in Richtung Bergheim.

Nach ungefähr einem Kilometer führt links eine kleinere Straße in Richtung der alten Trasse. Diese überquert nach rund einem weiteren Kilometer die ehemalige A4. Von der Brücke aus sind die stillgelegten Fahrbahnen und die inzwischen überwucherten Bereiche gut zu erkennen.

Wichtig: Das Befahren der alten Autobahn mit dem Auto ist verboten. Auch auf oder an der Brücke solltest du weder halten noch parken. Stelle dein Auto ausschließlich an einer dafür erlaubten und sicheren Stelle ab. Absperrungen und Hinweise vor Ort müssen unbedingt beachtet werden.

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Die alte Trasse Richtung Aachen
Foto: Michael Müller

Wie alt ist die ehemalige A4?

Der erste Autobahnabschnitt zwischen Aachen und Düren wurde 1942 für den Verkehr freigegeben. Seit 1960 war die Strecke zwischen Aachen und Köln durchgehend befahrbar. Zehn Jahre später wurde die A4 von Köln aus bis nach Olpe verlängert.

Der später stillgelegte Abschnitt zwischen Kerpen und Düren gehörte damit über Jahrzehnte zur wichtigsten Straßenverbindung zwischen Köln und Aachen. Erst die Erweiterung des Tagebaus Hambach machte eine Verlegung der Autobahn notwendig.

Die neue, sechsspurige Trasse wurde 2014 eröffnet. Teile der früheren Fahrbahn blieben zunächst erhalten und entwickelten sich mit der Zeit zu der heute bekannten Geisterautobahn. Andere Bereiche wurden zurückgebaut, für Solaranlagen genutzt oder vom Tagebau abgetragen.

Was entsteht nach dem Tagebau Hambach?

Der Braunkohleabbau im Tagebau Hambach soll 2029 enden. Anschließend soll in der mehrere Hundert Meter tiefen Grube der Hambacher See entstehen. Die Befüllung mit Rheinwasser ist nach aktuellem Planungsstand ab etwa 2030 vorgesehen und wird mehrere Jahrzehnte dauern. Der endgültige Wasserstand soll voraussichtlich um das Jahr 2070 erreicht werden.

Das dafür benötigte Rheinwasser soll über eine neue, rund 45 Kilometer lange Transportleitung bis zum Tagebau gelangen. Hier zeigen wir, wie die Rhein-Pipeline gebaut wird und wann die Befüllung beginnen soll.

Rund um den See sollen neue Natur-, Freizeit- und Erholungsräume entstehen. Wie die Landschaft im Detail gestaltet und genutzt wird, ist allerdings noch Gegenstand verschiedener Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die alte A4 gehört damit zu einer Landschaft, die sich in den kommenden Jahrzehnten noch einmal grundlegend verändern wird.

Häufige Fragen zur alten A4

Seit wann ist die alte A4 stillgelegt?

Der Verkehr fährt seit 2014 über die neu gebaute A4 zwischen Kerpen und Düren. Seitdem wird die frühere Trasse nicht mehr als Autobahn genutzt.

Warum wurde die A4 bei Kerpen verlegt?

Die alte Autobahn verlief durch ein Gebiet, das für die Erweiterung des Tagebaus Hambach vorgesehen war. Deshalb wurde ein 17,6 Kilometer langer Abschnitt weiter südlich neu gebaut.

Ist die alte A4 noch vollständig erhalten?

Nein. Einige Fahrbahnen, Brücken und Leitplanken sind noch zu erkennen. Andere Teile wurden bereits zurückgebaut, für Solaranlagen genutzt oder vom Tagebau abgetragen.

Darf man die alte A4 mit dem Auto befahren?

Nein, die stillgelegte Trasse darf nicht mit dem Auto befahren werden. Einen Blick auf die alte Autobahn hat man unter anderem von Straßenbrücken in der Umgebung. Beachtet unbedingt die Regeln vor Ort hinsichtlich Parken.

Ein weiteres Ausflugsziel in der vom Tagebau geprägten Landschaft ist die Sophienhöhe. Auf der rekultivierten Abraumhalde gibt es Wanderwege, Aussichtspunkte und inzwischen sogar eine Herde Wildpferde. Hier zeigen wir, wo ihr die Wildpferde auf der Sophienhöhe sehen könnt.

Drohnenflug über die alte A4

Dieses Video auf YouTube zeigt einen Drohnenflug über die Autobahn und gibt einen guten Eindruck über den alten Abschnitt:

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8 Kommentare

  • Klasse Artikel!

    Kann man in der Nähe der Trasse irgendwo gut parken?

    Würde gerne dort einmal eine Runde joggen.

    Grüße
    Philipp

  • Wie kommt man denn da nicht mit Auto sondern öffentlich am nächsten dran bitte?

  • Robert Ruterschmidt

    Wieso wird immer über die tristen Ecken im Erftkreis berichtet ?
    Beispiel Sophienhöhe, – was für ein Natur / Tier-Reservat aus ehemaligen Halden des Tagebaus entstanden ist…
    Schönen Sonntag

    • Stefan Schmitter

      Weil es das vielleicht überall trist ist und man nicht tot überm Zaun hängen will?

  • Sven Büchel

    Kenne die Autobahn noch , und hab die bager sogar drüber fahren sehen . Damals noch in Berrendorf gewohnt ,Grüße gehen raus 😁

  • Man hätte Teile der Autobahn vorübergehend als LKW Parkplatz nutzen können.

  • Hi!
    schöner Artikel über eine triste Ecke gleich hier nebenan.
    Der umgesiedelte Ort heißt allerdings Manheim-Neu (mit einem ’n‘) 😉
    Grüße aus Bergheim

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