Zum 70. Geburtstag von Herbert Grönemeyer hat der WDR eine Dokumentation über den Sänger gedreht, die im April in der ARD erschienen ist und die man nach wie vor in der ARD Mediathek anschauen kann.
➡️ Darin kommt Grönemeyer selbst ausführlich zu Wort, es gibt aber auch immer wieder Interviewpartner, mit denen er gemeinsam auf Stationen seines Lebens zurückblickt.
📍 Klar, man verbindet Grönemeyer vor allem mit Bochum. Und viele wissen auch, dass er in Berlin und London lebte. Was viele nicht mehr wissen: Herbert Grönemeyer lebte rund 10 Jahre in Köln. (Foto: WDR/ Emma Rosa Simon)
In Köln „wahnsinnig erfolglos“
Und sein bekanntestes Werk „Bochum“ entstand ebenfalls in Köln: „So wie Bochum eine Kölner Platte war, ist Mensch eine Londoner Platte“, sagte er während der Doku eher beiläufig: „Ich habe hier 10 Jahre sehr sehr gerne gewohnt. Aber ich war halt wahnsinnig erfolglos“, sagte er im Gespräch mit Anke Engelke auf dem Colonius.
„Alle haben nur gepfiffen“
Dann kommt eine Anekdote: „Ich hab dann mal im Tanzbrunnen gespielt, da gab es dann, wie hieß das, Onkel Werners Talentwettbewerb.“ Weiter beschreibt Grönemeyer: „Ich stand auf der Bühne und mich kannte keiner. Ich setzte mich ans Klavier, fing an zu singen, das Mikrophon piepte, dann hab ich gesungen, die haben alle nur gepfiffen.“
Udo Werners Show war der Vorläufer von Linus Talentprobe
➡️ Was Grönemeyer mit „Onkel Werners Talentwettbewerb“ meinte: Ab 1971 präsentierte Udo Werner unter dem Motto „Eine Chance für junge Talente“ seine Talentprobe im Tanzbrunnen im Kölner Rheinpark. Die Show fand in der Sommersaison alle zwei Wochen statt und wurde bis 1990 von ihm moderiert.
Berüchtigt war vor allem das Publikum: Wer auf der Bühne nicht überzeugte, wurde gnadenlos ausgebuht, mit Schmährufen bedacht, mit Pappschildern verhöhnt – und im Extremfall sogar mit Eiern beworfen. Werner ließ dieses raue, aber für die Zeit typische Showprinzip zu, ohne die Kontrolle zu verlieren.
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Gleichzeitig bot die Bühne echten Talenten eine große Chance. Künstlerinnen wie Mary Roos, Ingrid Peters oder Nicole konnten hier früh Aufmerksamkeit gewinnen und erste Erfolge feiern.
Nach Werners Zeit wurde das Konzept weitergeführt: Rund 25 Jahre lang lebte es als „Linus’ Talentprobe“ fort – moderiert von einem früheren Teilnehmer, der selbst einmal auf dieser Bühne gestanden hatte.
➡️ Grönemeyers Fazit zu seiner Kölner Zeit fällt trotzdem positiv aus: „Ich hab hier alles mitgenommen, im Theater wie auf der Bühne.“
📍 Auch für die Stadt und die Menschen hat er in guter Erinnerung:: „Das ist Köln. Dieses völlig ohne Regeln, wirklich wild, verwegen – aber in einem wunderbaren Lebenssinne. Ich hab hier viel gelernt als Westfale.“
- Tipp: Die ganze Dokumentation ist in der ARD Mediathek unter diesem Link abrufbar.
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