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Römer in Köln

Diese kölschen Wörter haben lateinische Wurzeln

Wer „Prumm“ sagt, denkt wahrscheinlich an Pflaumen oder an ein schönes Stück Prummetaat. An Latein denken dabei wohl die wenigsten. Dabei reicht die Geschichte des vertrauten Wortes bis in die Antike zurück. Die Römer haben im Rheinland auch sprachliche Spuren hinterlassen. Einige Wörter gehören heute so selbstverständlich zum kölschen und rheinischen Wortschatz, dass man ihre Herkunft kaum vermuten würde. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat solche Wortgeschichten erforscht. (Grafik: Symbolbild / ki-generiert)

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Prumm: Die Pflaume mit der alten Wortwurzel

Die kölsche „Prumm“ geht auf das lateinische „prunum“ für Pflaume zurück. Auch das hochdeutsche Wort „Pflaume“ hat diese Herkunft. Beide Wörter sind also miteinander verwandt, obwohl sie inzwischen unterschiedlich klingen.

Im Rheinland ist daraus eine ganze Wortfamilie entstanden: „Prummeschmeer“ bezeichnet Pflaumenmus, eine „Plüschprumm“ ist ein Pfirsich. Die alte Wurzel steckt damit in mehreren vertrauten Ausdrücken.

Weitere Beispiele aus der kölschen Küche findest du in unserer Liste mit kölschen Wörtern für Obst und Gemüse.

Pütz: Vom lateinischen Brunnen zum rheinischen Namen

„Pütz“ kennen viele heute vor allem als Familiennamen. Als Wort bezeichnet es eine Quelle oder einen Brunnen. Die mundartliche Aussprache lautet „Pötz“. Dahinter steckt das lateinische „puteus“. Der LVR ordnet „Pötz/Pütz“ ausdrücklich als lateinisches Lehnwort aus römischer Zeit ein.

Als Brunnen noch zur täglichen Wasserversorgung gehörten, waren auch Ausdrücke wie „Pötzemmer“ für den Brunneneimer gebräuchlich. Heute halten Familien-, Orts- und Straßennamen die Erinnerung daran lebendig. Weiter nördlich, am Niederrhein und im Ruhrgebiet, entwickelte sich aus derselben lateinischen Wurzel „Pütt“ – bekannt als Bezeichnung für ein Bergwerk.

Dazu fügt sich auf ein bekanntes Kölner Wort: Klingelpütz: Hier liest du, woher dieser Name stammt.

Mösch: Warum hinter dem Spatz eine Fliege steckt

Eine „Mösch“ ist ein Spatz oder Sperling. Im Rheinland gibt es dafür unterschiedliche Lautformen, darunter „Müsch“. Die überraschende Herkunft erklärt der LVR über das vulgärlateinische Wort „muscio“, das wiederum auf „musca“ zurückgeht. Und „musca“ bedeutet: Fliege.

Im Laufe der Wortgeschichte hat sich also die Bedeutung verändert. In regionalen Varianten bezeichnet „Müsch“ inzwischen auch allgemein einen kleinen Vogel. Sogar ein Familienname ist daraus entstanden: Der LVR erklärt den Namen „Müsch“ als ursprüngliche Bezeichnung für einen kleinen Menschen, der bildlich mit einem Spatz verglichen wurde.

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Puute: Auch die Kinder haben eine lateinische Verbindung

Wer im Rheinland von den „Puute“ oder „Puuten“ spricht, meint kleine Kinder. Der Ausdruck begegnet uns sowohl in den Mundarten als auch in der regionalen Umgangssprache.

Der Sprachforscher Peter Honnen führt ihn auf das lateinische „putus“ für Kind zurück. Dieselbe Wurzel steckt nach seiner Darstellung im italienischen „putto“ für Knäblein. Das rheinische Wort hat damit eine Verbindung, die weit über die Region hinausführt.

Lateinische Herkunft bedeutet nicht immer Römerzeit

Bei solchen Wortgeschichten lohnt sich eine Unterscheidung: Ein lateinischer Ursprung bedeutet nicht automatisch, dass sich für jedes Wort eine Übernahme zur Römerzeit belegen lässt. Latein wirkte auch im Mittelalter weiter. Zudem gelangten Wörter über andere Sprachen ins Rheinland. Der LVR weist darauf hin, dass sich diese Wege nicht immer eindeutig voneinander trennen lassen.

Auch sind die genannten Wörter nicht ausschließlich kölsch. Sie gehören zu einem größeren rheinischen Sprachraum. Gerade das macht ihre Geschichte interessant: Was heute nach Heimat klingt, erzählt zugleich von jahrhundertelangem Austausch zwischen Sprachen und Menschen.

Weitere Informationen: Rheinische Sprachgeschichte beim LVR

Zum Thema: 14 kölsche Wörter, die eigentlich aus dem Französischen kommen

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