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Dreierkette Köln

Ist René Wagner der richtige Trainer – bekommt aber die falsche Unterstützung?

Derbysieg gut, alles gut? Von wegen. Die Niederlage bei Eintracht Frankfurt hat beim 1. FC Köln erneut Diskussionen ausgelöst. Dabei geht es nicht nur um das 0:1, sondern auch um die grundsätzliche Entwicklung des Vereins. Der FC hat sieben Punkte aus sechs Spielen und trotzdem grummelt es rund um den Verein.

In der neuen Folge des FC-Podcasts „Dreierkette Köln“ sprechen Gastgeber Martin Schlüter und Pascal Göllner über FC-Trainer René Wagner und was sie sich jetzt wünschen.

Beide halten Wagner fachlich für einen hervorragenden Trainer. Sie sehen allerdings Schwächen bei seiner Führung und Außenwirkung. Vor allem fordern sie vom 1. FC Köln mehr Rückendeckung für den Trainer und eine klarere sportliche Strategie.

Was der Mannschaft aktuell fehlt

Pascal zählt René Wagner fachlich zu den besten Trainern, die der 1. FC Köln in den vergangenen Jahrzehnten hatte. Gleichzeitig sieht er deutliche Unterschiede zwischen dessen taktischen Fähigkeiten und den Anforderungen an einen Cheftrainer.

„Ich glaube, dass wir mit Wagner einen der intelligentesten, besten und am besten ausgebildeten Trainer der letzten 30 Jahre bei uns haben. Also mit zu den Top 3, definitiv. Ich glaube einfach, dass ihm noch die Erfahrung fehlt, und ich glaube auch, dass ihm einfach noch die Führungskraft fehlt, dass das einfach noch nicht in ihm drin ist.“

Er wird anschließend noch deutlicher: „Er ist, sorry, ein brillanter Co. Man sieht das auch in der Analyse, er analysiert gut, aber er ist nicht in der Lage, das umzusetzen.“

Vor allem vermisst er eine Mannschaft, die mit Selbstbewusstsein, Aggressivität und dem unbedingten Willen zum Sieg auftritt. Das sei gegen Frankfurt ebenso zu beobachten gewesen wie zuvor in anderen Spielen.

Mehr Rückendeckung für Wagner gefordert

Martin stimmt dieser Einschätzung weitgehend zu. Auch er hält Wagner für einen sehr guten Trainer mit guten Ideen. Allerdings müsse der Verein ihn stärker unterstützen und seine sportliche Ausrichtung überzeugender vermitteln.

„Ich glaube, man muss ihn mehr schützen. Ich glaube auch, man muss ihn mehr tragen“, sagt Schlüter. Der Podcast-Host kritisiert, dass sich die Diskussionen rund um Wagner nach nahezu jedem Spiel erneut entzünden. Der Verein müsse den Fans besser erklären, welchen Weg er mit dem Trainer einschlagen wolle, statt von Ergebnis zu Ergebnis zu denken.

Schon in einer früheren Folge der Dreierkette hatte Schlüter Wagners Auftreten an der Seitenlinie kritisch hinterfragt. Nun sieht er ausdrücklich auch die Vereinsführung in der Verantwortung.

Muss der FC Wagner besser unterstützen?

Pascal macht außerdem einen Vorschlag, wie der FC seinem Trainer helfen könnte: „Er ist introvertierter, er ist einfach analytischer, er ist einfach nicht der Rausposauner, der es schafft, in einem Interview auch kurz nach dem Spiel eine Euphorie noch mal zu bringen.“ Dabei zweifelt Göllner keineswegs an Wagners persönlicher Leidenschaft für den Verein. Vielmehr müsse der FC ihm helfen, diese auch nach außen zu vermitteln.

Sein Vorschlag: „Dann bitte stell ihm jemanden zur Seite, der es für ihn macht, den vielleicht coacht, dem vielleicht die Sachen mitgibt, oder einen anderen Weg.“

„Die Unruhe kommt nicht von außen“

Grundsätzlich sieht er ein Problem in der Kommunikation des gesamten Vereins. Einerseits müsse der FC sportlich und wirtschaftlich in kleinen Schritten vorankommen. Andererseits würden durch große Ambitionen und öffentliche Aussagen immer wieder Erwartungen geweckt, die nicht zur gegenwärtigen Situation passten.

„Lass die Jungs doch mal arbeiten, lass die Jungs doch einfach mal ihre Basics machen, lass die Jungs doch mal klein mit ihren kleinen Sachen Schritt für Schritt. Wir wollen doch mal Ruhe in den Verein bringen“, fordert Göllner. Sein Vorwurf: „Es wird immer gesagt, die Unruhe kommt von außen. Nein, die Unruhe kommt nicht von außen. Die Unruhe kommt genau durch solche Themen.“

Dazu gehört für ihn auch die Frage, wie der FC mit seinem Trainer umgeht. Wenn man sich für Wagner entschieden habe, müsse man diesen Weg konsequent vertreten. Eine nachträgliche demonstrative Unterstützung könne dagegen sogar dessen Autorität schwächen.

Ein Trainerwechsel ist für beide derzeit keine Lösung. Stattdessen müsse es darum gehen, Wagner und der Mannschaft die nötige Zeit zur Entwicklung zu geben. Auch wenn das bedeute, dass der FC zunächst kleinere sportliche Ziele verfolgen müsse.

In der früheren Diskussion über die Probleme des FC hatte Schlüter bereits die fehlende Gier und Entschlossenheit auf dem Platz kritisiert. Die gesamte Folge der Dreierkette Köln könnt ihr euch hier anhören:

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