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Köln und Regen

In Köln: 5,7 Liter Regen im Juli – im Durchschnitt sind es 87 Liter

Der Juli 2026 könnte in Köln als der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen. Bis einschließlich 29. Juli wurden an der Wetterstation am Flughafen Köln/Bonn lediglich 5,7 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Normal wären im gesamten Juli rund 87 Liter.

Damit sind bislang weniger als sieben Prozent der durchschnittlichen Regenmenge gefallen. Zum Vergleich: Ein Liter Niederschlag pro Quadratmeter entspricht einem Millimeter Wasserhöhe. (Foto: Imago / Marc John)

Bisheriger Minusrekord stammt aus dem Jahr 1983

Die Messreihe am Flughafen Köln/Bonn reicht bis 1957 zurück. Der bislang trockenste Juli wurde dort 1983 registriert. Damals fielen während des gesamten Monats 13,9 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch andere ausgesprochen trockene Juli-Monate lagen deutlich über dem bisherigen Wert von 2026:

  • Juli 1983: 13,9 Liter pro Quadratmeter
  • Juli 2006: 17,0 Liter pro Quadratmeter
  • Juli 2022: 23,3 Liter pro Quadratmeter
  • Juli 2018: 32,8 Liter pro Quadratmeter
  • Juli 2026 bis zum 29. Juli: 5,7 Liter pro Quadratmeter

Sollten an den letzten beiden Tagen des Monats keine größeren Regenmengen mehr zusammenkommen, würde der bisherige Trockenheitsrekord deutlich unterboten.

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Normalerweise gehört der Juli zu den regenreichsten Monaten

Die geringe Regenmenge ist besonders auffällig, weil der Juli in Köln normalerweise zu den niederschlagsreichsten Monaten des Jahres zählt. Im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 wurden am Flughafen Köln/Bonn im Juli rund 87 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Im vergangenen Jahr sah die Bilanz noch vollkommen anders aus: Im Juli 2025 fielen 120,3 Liter pro Quadratmeter. Im Juli 2024 waren es 124,9 Liter und 2023 immerhin 115,1 Liter. Der aktuelle Wert liegt somit mehr als 95 Prozent unter den Regenmengen der vergangenen drei Juli-Monate.

Auch innerhalb weniger Wochen wurde die Trockenheit immer deutlicher. Bis zum 21. Juli waren am Flughafen sogar erst 1,3 Liter Niederschlag zusammengekommen. Vereinzelte Schauer erhöhten die Monatssumme anschließend auf 5,7 Liter.

Seit Ende Juni fällt fast kein Regen mehr

Bereits der Juni war in Köln trockener als gewöhnlich. Am Flughafen wurden 60,2 Liter Niederschlag gemessen – rund 30 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt. Insgesamt kamen im Juni und Juli bis zum 29. Juli damit lediglich 65,9 Liter zusammen. Normal wären für beide Monate zusammen ungefähr 175 Liter.

Besonders ist die Situation an der Wetterstation Köln-Stammheim. Dort wurden zwischen dem 30. Juni und dem 29. Juli lediglich 2,5 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert. So trocken war dieser 30-Tage-Zeitraum dort seit Beginn der Auswertung im Jahr 1961 noch nie.

Von den vergangenen 60 Tagen blieben in Stammheim 48 nahezu vollständig trocken. Als trocken gelten dabei Tage, an denen weniger als ein Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen wurde.

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Regen fällt in Köln sehr unterschiedlich

Die Zahlen zeigen zugleich, wie unterschiedlich Niederschlag innerhalb des Kölner Stadtgebiets verteilt sein kann. Vor allem bei sommerlichen Schauern und Gewittern können in einem Stadtteil innerhalb kurzer Zeit mehrere Liter Regen fallen, während wenige Kilometer entfernt kaum ein Tropfen ankommt.

Eine einzelne Wetterstation kann deshalb nicht jede lokale Besonderheit abbilden. Sowohl die Messungen am Flughafen als auch die Daten aus Stammheim zeigen jedoch denselben übergeordneten Trend: Der Juli 2026 war in Köln bislang außergewöhnlich trocken.

Die Trockenheit ist längst sichtbar. Grünflächen und Straßenbäume leiden unter Wassermangel, Böden trocknen aus und der Rhein führt außergewöhnlich wenig Wasser. Kurze Schauer können die Oberfläche zwar vorübergehend befeuchten, gleichen das über Wochen entstandene Niederschlagsdefizit aber nicht aus.

Ob der Juli tatsächlich einen neuen Rekord aufstellt, entscheidet sich erst mit der endgültigen Monatsauswertung. Nach den bislang vorliegenden Daten ist ein neuer Tiefstwert jedoch sehr wahrscheinlich.

Datenstand: 29. Juli 2026. Grundlage sind Messwerte des Deutschen Wetterdienstes, ausgewertet unter anderem von WetterKontor.

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