Seit dem 1. Juli kostet die Besichtigung des Kölner Doms Eintritt. Nach Angaben des Domkapitels wurden am ersten Tag rund 2.900 Tickets verkauft. Dompropst Guido Assmann spricht von einem ruhigen Start des neuen Besucherkonzepts.
Der erste Tag mit Besichtigungsgebühr am Kölner Dom ist nach Angaben des Domkapitels ohne größere Probleme verlaufen. Seit Mittwoch, 1. Juli 2026, gilt für die touristische Besichtigung der Kathedrale ein neues Eintrittsmodell.
Nach Angaben von Dompropst Msgr. Guido Assmann wurden im Laufe des Tages rund 500 Online-Tickets und rund 2.400 Tickets an der neuen Zentralkasse im Kurienhaus verkauft.
Assmann zog am Abend eine positive Zwischenbilanz. Der Ablauf sei insgesamt ruhig und geordnet gewesen. Befürchtungen, es könne zu chaotischen Situationen kommen, hätten sich nach seinen Angaben nicht bestätigt.
Natürlich habe es Fragen und an einzelnen Stellen Anpassungsbedarf gegeben, sagte der Dompropst. Das sei bei einer Umstellung dieser Größenordnung normal.
Mit der Besichtigungsgebühr soll ein Teil der laufenden Kosten für Erhalt und Unterhalt des Kölner Doms gedeckt werden. Nach Angaben des Domkapitels werden dafür täglich rund 44.000 Euro benötigt. Am ersten Tag habe der Dom sein Ziel erreicht, etwa die Hälfte dieser Summe über Eintrittspreise zu erwirtschaften.
Assmann dankte den Besucherinnen und Besuchern, die sich auf das neue Verfahren eingelassen hätten. Viele hätten nachvollziehen können, warum der Schritt aus Sicht des Domkapitels notwendig geworden sei. Die Mitarbeitenden hätten am Domportal und an der neuen Zentralkasse Fragen beantwortet und den Ablauf begleitet.
Nach Angaben des Dompropstes habe sich auch die Atmosphäre im Innenraum verändert. Besucherinnen und Besucher hätten den Dom als ruhiger wahrgenommen.
Das Nordquerhaus bleibt außerhalb der Gottesdienstzeiten weiterhin kostenlos für das Gebet geöffnet. Dort wurde am Mittwoch um 12 Uhr ein Mittagsgebet an der Schmuckmadonna gefeiert.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Belastbare Aussagen zur Wirkung des neuen Konzepts will das Metropolitankapitel jedoch noch nicht treffen. Ein einzelner Tag reiche dafür nicht aus, sagte Assmann. Eine ausführliche Bilanz soll bewusst erst Anfang Januar 2027 vorgelegt werden.
Erst ein längerer Beobachtungszeitraum lasse Rückschlüsse auf Besucherentwicklung, Ticketverkauf und Besucherstrukturen zu. Einzelne Tage oder Wochen könnten nach Einschätzung des Domkapitels durch die Umstellung und saisonale Schwankungen verzerrt sein.
Bis dahin soll die Einführung weiter beobachtet werden. Nach Angaben Assmanns will das Domkapitel Erfahrungen auswerten und dort nachsteuern, wo es sinnvoll erscheint. Ziel sei es, den Kölner Dom zugleich als Gotteshaus, Ort des Gebets und Ziel für Besucherinnen und Besucher zu erhalten.



