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Nordbrücke Bonn

Bonner Nordbrücke: Vorlandbrücke muss abgerissen und neu gebaut werden

Es ist eine schlechte Botschaft für die gesamte Region: Die linksrheinische Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke muss abgerissen und neu gebaut werden. Das hat die Autobahn GmbH des Bundes nun mitgeteilt. Eine weitere Nutzung unter Verkehr sei nicht möglich. Die Schäden an dem Bauwerk seien zu massiv.

Damit bestätigt sich die bisherige gutachterliche Einschätzung: Die Vorlandbrücke kann keinen Verkehr mehr aufnehmen. Auch die Sperrung der Straßen unter der Brücke bleibt bestehen. Für Bonn und die Region bedeutet die Entscheidung eine weiter angespannte Verkehrslage über einen längeren Zeitraum. (Foto: IMAGO / Marc John)

Nordbrücke besteht aus drei Bauwerken

Die Rheinbrücke Bonn-Nord ist nicht nur eine einzelne Brücke, sondern ein Brückenzug aus drei zusammenhängenden Bauwerken. Auf der linksrheinischen Seite führt eine rund 660 Meter lange Vorlandbrücke als Hochstraße aus Spannbeton zur eigentlichen Strombrücke über den Rhein. Genau diese linksrheinische Vorlandbrücke ist betroffen.

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Die Strombrücke über den Rhein und die rechtsrheinische Vorlandbrücke können nach Angaben der Autobahn GmbH weiterhin Pkw- und Lkw-Verkehr tragen. Sie bleiben standsicher und sollen in den kommenden Jahren erhalten bleiben.

Zwei Jahre Bauzeit veranschlagt

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sprach von einer „schwierigen, aber notwendigen Entscheidung“. Man wolle keine Zeit verlieren. Schon Mitte Juli soll demnach der Zuschlag für den Abbruch der alten Brücke erfolgen. Noch in diesem Jahr soll die Vergabe für den Neubau beauftragt werden.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums und der Autobahn GmbH wird anschließend mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren gerechnet. Ziel sei es, die wichtige Verkehrsader so schnell wie möglich wiederherzustellen.

Auch die Autobahn GmbH setzt nach eigenen Angaben auf Tempo. Die Ausschreibung soll so gestaltet werden, dass Planung und Bau zusammen vergeben werden. Dabei soll Schnelligkeit ein wichtiges Wertungskriterium sein. Bauwirtschaft und Bauindustrie sollen dadurch die Möglichkeit bekommen, besonders schnelle Lösungen anzubieten.

Stadt Bonn rechnet mit jahrelanger Belastung

Bonns Oberbürgermeister Guido Déus bezeichnete die Entscheidung als „schlimme Botschaft für Bonn und die Region“. Er rechnet damit, dass die Verkehrslage im Stadtgebiet mindestens zwei, möglicherweise sogar drei Jahre extrem angespannt bleiben wird.

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Seit der Sperrung der Brücke am 3. Juni sind die Auswirkungen nach Angaben der Stadt in vielen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens spürbar. Rund 100.000 Fahrzeuge hätten die Nordbrücke zuvor täglich genutzt. Viele davon suchten sich nun neue Wege und landeten mitten in der Innenstadt.

Die Stadt Bonn hat seit der Sperrung verschiedene Sofortmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen neue P+R-Plätze mit Shuttle zur nächsten ÖPNV-Anbindung, kostenlose Busse und Bahnen bis Ende Juni sowie Maßnahmen auf innerstädtischen Straßen, um unter anderem den ÖPNV vom allgemeinen Verkehr zu entzerren.

Nach Angaben der Stadt zeigen einige Maßnahmen bereits Wirkung. Auf der Kennedybrücke seien zuletzt deutlich mehr Radfahrende gezählt worden: Statt etwa 8.000 pro Tag seien es inzwischen rund 19.000. Auch P+R-Plätze und der ÖPNV würden stärker genutzt.

Fuß- und Radverkehr soll ab Spätsommer wieder möglich sein

Eine positive Nachricht gibt es dennoch: Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende sollen ab Spätsommer wieder über die Nordbrücke geführt werden können. Das teilte Bonns Oberbürgermeister Déus in seinem Statement mit.

Gleichzeitig machte Déus deutlich, dass die Stadt über den Ersatzneubau hinaus Unterstützung von Bund und Land benötige. Die innerstädtischen Maßnahmen zur Bewältigung der Verkehrslage seien für Bonn allein kaum zu stemmen – zumal die Stadt an der Schwelle zu einem Haushaltssicherungskonzept stehe.

Die Autobahn GmbH will nun kurzfristig ein Baukonzept entwickeln und die weiteren Schritte im Lenkungskreis mit Bund, Land Nordrhein-Westfalen, Stadt Bonn und Rhein-Sieg-Kreis vorstellen.

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