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Et Finchen

„Et Finchen“: Die Geschichte hinter dieser Kölner Straßenbahn

Falls du ein Köln diese historische Straßenbahn am Kölner Neumarkt oder in der Stadt entdeckst, siehst du ein Stück Kölner Verkehrsgeschichte. Die Kölner nannten den Zug mit dem F vorne drauf liebevoll „Et Finchen“. Der Zug steht für eine Zeit, in der Köln begann, über seine Stadtgrenzen hinauszuwachsen – und dafür neue Verbindungen brauchte.

Die Geschichte der Vorortbahnen

➡️ Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Köln rasant. Immer mehr Menschen lebten auch außerhalb der Stadt und pendelten täglich hinein. Das Vorortbahnnetz war eine wichtige Verbindung dafür. (Foto: Christine Everschor)

📍 Ab 1904 entstanden zahlreiche Strecken, die Orte links und rechts des Rheins an Köln anbinden sollten. Der Ausbau ging schnell voran – und war im Wesentlichen noch vor dem Ersten Weltkrieg abgeschlossen. Fast alle dieser Linien wurden komplett neu gebaut. Eine Verbindung jedoch gab es schon vorher: die Strecke zwischen Köln und Frechen.

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Die Strecke Köln – Frechen

Bereits im November 1893 nahm die Kleinbahn Köln–Frechen ihren Betrieb auf – zunächst dampfbetrieben und mit vergleichsweise einfachen Mitteln. Sie transportierte sowohl Personen als auch Güter und entwickelte sich schnell zur wichtigen Verbindung zwischen den beiden Orten.

📍 Doch der Erfolg brachte Probleme mit sich: Die Nachfrage wuchs schneller als die Infrastruktur. Die Gemeinde Frechen konnte den notwendigen Ausbau nicht stemmen. 1904 griff die Stadt Köln ein und übernahm die Bahn. Es folgte eine grundlegende Modernisierung:

  • Umstellung von Schmalspur auf Normalspur im Personenverkehr
  • Elektrifizierung der Strecke
  • Ausbau des Güterverkehrs

Der Start des „Finchens“

Am 20. Februar 1914 war es so weit: Die ersten elektrischen Züge fuhren von Frechen bis zur Flandrischen Straße in Köln.

📍 Aus dieser Zeit stammt der Zug, der heute als „Et Finchen“ bekannt ist. Der Name geht auf die damalige Linienbezeichnung „F“ zurück – im Kölschen wurde daraus liebevoll „Finchen“. Noch heute ist vorne das F an der Bahn zu sehen.

Gebaut wurde die Serie bereits 1911:

  • Triebwagen von P. Herbrand & Co. in Ehrenfeld
  • Beiwagen von van der Zypen & Charlier in Deutz
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Et Finchen blieb lange im Dienst

Wegen Verzögerungen beim Streckenbau kamen die Fahrzeuge allerdings erst 1914 in den regulären Einsatz.

📍 Das Finchen blieb lange im Dienst. Noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg prägte es den Verkehr auf seiner Stammstrecke. Erst in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Serie durch modernere Fahrzeuge ersetzt.

Ganz verschwunden ist der Zug aber nie. Heute fährt ein restauriertes Exemplar anlässlich von Sonderfahrten des Straßenbahnmuseums Thielenbroich durch die Stadt. Wenn sie durch die Stadt fährt, wird sie sofort zum Blickfang – so auch am 1. Mai, als die Bahn vom Neumarkt nach Frechen und wieder zurück fuhr.

➡️ In der Sammlung des Straßenbahn-Museums ist das „Finchen“ heute das älteste dauerhaft betriebsfähige Fahrzeug. Auch die Güterzugstrecke zwischen Köln und Frechen hat heute eine Besonderheit: Sie führt am Clarenbachstift durch ein Wohnhaus hindurch.

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