Südlich der Aachener Straße gibt es mit dem Stadtwald in Lindenthal ein schönes grünes Paradies. Der Bereich nördlich zwischen der Aachener Straße und den Bahnschienen (zwischen den Stationen Ehrenfeld und Technologiepark) ist dagegen weniger grün.
Das soll sich nun zumindest teilweise ändern. Die Stadt Köln wird hier einen neuen Park für 1,8 Mio. Euro errichten, der modernen Anforderungen einer Großstadt erfüllen soll. Das hat die Bezirksvertretung Lindenthal nun beschlossen. (Grafik: Planstatt Senner GmbH)
Der so genannte Hybridpark entsteht zwischen Maarweg, Stolberger Straße, Mercedes-Allee und der Güterbahntrasse. Das Gebiet ist heute vor allem durch Industriebrachen geprägt.
Was genau geplant ist
Der Park soll laut Planungen mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen:
- Erholungsraum für Anwohner und Beschäftigte
- Verbindungsachse für Fußgänger und Radfahrer
- Beitrag zum Klimaschutz
- und neuer Treffpunkt im Alltag
Er ist außerdem Teil der geplanten „Low Line“, damit ist eine grüne Verbindung durch den Kölner Westen gemeint, die verschiedene Flächen miteinander verknüpfen soll. Die Kölner Weststadt hat viele Arbeitsplätze und Verkehr, aber vergleichsweise wenig Grünflächen.
Der Park ist damit auch ein Klimaprojekt. Mehr Grün in der Stadt ist etwas, was sich ein ganz überwiegender Teil der Menschen in Köln wünscht.
Die Bezirksvertretung Lindenthal hat sich nun für die Gestaltungsvariante 1 – „Kreative Vorentwurfsvariante“ entschieden. Diese Variante kombiniert zwei Ideen aus der Bürgerbeteiligung:
- den „Kühlen Park“
- und den „Waldpark“
Daraus entsteht ein naturnaher, dichter und bewusst untypischer Park.
Was diesen Park anders macht
Der Hybridpark wird sich deutlich von vielen klassischen Kölner Parks unterscheiden.
1. Kein klassischer Rasenpark
Statt großer offener Wiesen setzt die Planung auf:
- dichten Baumbestand mit Unterholz
- kleine Lichtungen statt großer Flächen
- verschlungene Wege durch eine waldartige Struktur
Der Park soll sich eher wie ein Stück Natur in der Stadt anfühlen als wie eine gestaltete Anlage.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:2. Wasser und Gelände als zentrales Element
Im Mittelpunkt steht eine Wasserfläche, die in eine modellierte Landschaft eingebettet ist:
- ein Teich im Zentrum
- Hügel und unterschiedliche Höhen
- gezielte Blickachsen und Aufenthaltsbereiche
- Die Wasserfläche ist dabei nicht nur Gestaltung, sondern Teil des Regenwassermanagements und der Kühlung.
3. Nutzung verteilt im „Wald“
Angebote wie Sport und Spiel werden nicht zentral gebündelt, sondern im Park verteilt:
- Naturspielplatz (weiter entfernt von Wohnbebauung)
- Boule, Tischtennis, Multitor in Lichtungen
- Picknickbereiche und Pavillon als Treffpunkte
- Alles ist so angeordnet, dass es im Schatten und eingebettet in Vegetation liegt.
Ein zentrales Ziel ist die Reduktion von Hitze in der Stadt. Das soll erreicht werden durch:
- viele neue Bäume
- dichte Vegetation
- Wasserflächen
- möglichst wenig versiegelte Flächen
- Die gewählte Variante gilt deshalb als besonders klimawirksam.
Neuer Park soll 1,8 Mio Euro kosten
Gesamtkosten werden aktuell mit rund 1,8 Millionen Euro beziffert. Die Finanzierung über teilweise über Fördermittel des Landes NRW geplant. Dieser Bescheid ist noch nicht offen. Genau davon ist das Projekt aber abhängig. Ein konkreter Baubeginn ist deshalb aktuell noch offen.
Der Hybridpark dürfte den Bereich im Kölner Westen doch deutlich verändern. Aus der Brachfläche wird dann ein richtiger Aufenthaltsort und ein grüner und kühler Stadtraum. Wer gerne tiefer in die Beschreibung des Park eintauchen will, findet in diesem PDF die ausführliche Beschreibung des beauftragten Architekturbüros.
Zum Thema: Köln soll Waldinseln schon ab 100 Quadratmetern bekommen – Vorbild Japan




5 Kommentare
Susanne Gehlbach
Toll ein neuer Park hoffentlich wird auch an die Hunde gedacht.
Eine große vielleicht auch mal eingezäunte Freilauffläche wäre wünschenswert.
Wir haben immer mehr Hunde und immer weniger Freilauffläche für die Tiere.
Hartmut
WENN die Relation zu den Gebäuden stimmt, wird es ein Mini-Minipark 🤷
Helmut Hundenborn
Interessanter Artikel,
aber kann bitte eine Karte, mit Straßennamen, gezeigt werden, damit ich verstehen kann, wo genau der Park geplant ist?
Ralf Pütz
Ein sehr gutes Projekt, welches hoffentlich nicht das Letzte ist. Die Kosten sind auffallend gering. Bei allen bisherigen Erfahrungen kann man davon ausgehen, dass es dabei nicht bleibt. Dennoch: alle Maßnahmen, die mehr Grün in die Städte bringen, sind begrüßenswert und notwendig. Die Folgekosten für sich weiter aufheizende Städte wären um ein Vielfaches größer. Entsiegelung und Fassadenbegrünung könnten auch – kostengünstig – dafür sorgen, dass manche architektonische Tristesse gemildert werden könnte.
Susanne Hack
Die Kosten sind sehr niedrig angesetzt. Dieses Projekt wird deutlich teurer, jeder Baum kostete. Die meisten Unsummen wird der Verwaltungsapparat und Genehmigungen und vor allem das Material verschlingen.
Denn jeder will sich hier eine goldene Nase verdienen.
Und wer sorgt dann dafür, dass nicht jeder seinen Müll hier liegen lässt oder Feuer macht?
Leider sind die Menschen rücksichtsloser und respektloser geworden. Wert verhinderte, das sich obdachlose Menschen hier Niederlassen? Oder wer kontrolliert, dass es nicht zu kriminellen Machenschaften kommt und somit der Park nach ein paar Jahren wieder brach liegt und niemand hier hin gehen will?
Die Polizei hat weiß Gott genug im Stadtgebiet zu tun.
Ich würde mich freuen, wenn das Projekt umgesetzt wird und es tatsächlich auch zur Erholung der hart arbeitenden Bevölkerung beiträgt.
Früher war unser Erholungsort der Rheinpark oder der Zoo.
Ich wünsche meiner Heimat alles Liebe.
Aus Oberfranken grüßt euch
In Köln geboren und immer verbunden
Susanne Hack.