Stadtarchiv Köln

23 Jahre nach Archiveinsturz: Nord-Süd-Bahn soll ab 2032 durchgängig fahren

Die Nord-Süd-Bahn am Waidmarkt soll nach aktuellem Terminplan zum Jahreswechsel 2031/2032 in Betrieb gehen. Der Rohbau des neuen Gleiswechsels ist für November 2031 vorgesehen. Damit würde die zentrale Stelle der Nord-Süd-Stadtbahn mehr als 22 Jahre nach dem Einsturz vom 3. März 2009 wieder regulär befahren. Das hat die KVB in einer Mitteilung anlässlich des Jahrestages des Archiveinsturzes bekannt gegeben.

Das Kölner Stadtarchiv stürzte am 3. März 2009 um 13:58 Uhr in sich zusammen. Zwei junge Männer, Kevin und Khalil, kamen bei dem Archiveinsturz um Leben, eine dritte Frau nahm sich wenige Tage später das Leben. Sie hatte ihre Wohnung beim Einsturz verloren. Das Foto zeigt, wie die Unglücksstelle im Jahr 2015 aussah.

17 Jahre später nun gibt es eine Ankündigung, dass die Nord-Süd-Bahn in 6-7 Jahren fertiggestellt sei und dann vom Dom bis in die Südstadt fahren können.

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Warum dauert das so lange?

Nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln und zweier Wohnhäuser 2009 stand die Baustelle jahrelang im Zeichen von Beweissicherung, Gutachten und juristischen Auseinandersetzungen. Erst im Sommer 2020 schlossen die Stadt Köln und die beteiligte Arbeitsgemeinschaft (Arge Los Süd) einen außergerichtlichen Vergleich.

Dieser Vergleich regelte die zivilrechtlichen Ansprüche zwischen den Beteiligten.

  • Die Bauunternehmen verpflichteten sich zu einer Zahlung von rund 600 Millionen Euro an die Stadt.
  • Gleichzeitig wurde vereinbart, dass die Arge die Sanierung der havarierten Baugrube sowie die Fertigstellung des Gleiswechsels in eigener Verantwortung übernimmt.
  • Erst mit dieser Einigung bestand eine belastbare rechtliche und finanzielle Grundlage, um die Arbeiten wieder aufzunehmen.

Im November 2020 begannen Vorarbeiten, seit 2022 laufen die eigentlichen Sanierungsmaßnahmen.

Schutt und Beton in der Baugrube

Der aktuelle Zeitplan erklärt sich vor allem durch die außergewöhnliche technische Situation. Es handelt sich nicht um einen regulären Neubau, sondern um eine havarierte Baugrube in rund 18 Metern Tiefe.

Derzeit werden schrittweise fünf massive Aussteifungslagen aus Stahlrohren eingebaut, um die Baugrube dauerhaft zu stabilisieren. In Kürze soll die dritte Lage installiert werden. Anschließend wird eine Zwischendecke entfernt, um die unterste Ebene des künftigen Gleiswechsels freizulegen.

In der Baugrube befinden sich noch etwa 5.000 Kubikmeter Boden und Schutt, die beim Einsturz eingedrungen sind, sowie rund 2.000 Kubikmeter Auflastbeton, der unmittelbar nach dem Unglück zur Stabilisierung eingebracht worden war.

Dieses Material muss aufwendig entfernt werden. Teile der Arbeiten erfolgen im Grundwasser durch Taucher und sind entsprechend zeitintensiv.

Nach aktueller Planung sollen diese Sicherungs- und Räumarbeiten bis 2029 abgeschlossen sein. Erst dann befindet sich die Baugrube wieder in einem Zustand, der in etwa dem vor dem Einsturz entspricht – also 20 Jahre später.

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Neubau ab 2029 – Rohbau bis 2031

Im Anschluss wird eine rund 2,50 Meter dicke, im Boden rückverankerte Unterwasserbetonsohle gegossen. Auf dieser Grundlage kann innerhalb der bestehenden Baugrubenumschließung das eigentliche Gleiswechselbauwerk neu errichtet werden.

Der Rohbau soll im November 2031 fertiggestellt sein. Der Ausbau beginnt parallel. Die Betriebsaufnahme ist zum Jahreswechsel 2031/2032 vorgesehen.

Kann das Datum gehalten werden?

Die Projektverantwortlichen weisen darauf hin, dass nicht alle Bereiche der Baugrube bislang vollständig erkundet werden konnten. Solange noch Material entfernt wird, bleiben einzelne Abschnitte nur eingeschränkt zugänglich. Dadurch können sich Arbeiten als aufwendiger erweisen als vorgesehen.

Nach jetzigem Stand aber gilt: Wenn der Terminplan hält, sollen die Bahnen am Waidmarkt Ende 2031 wieder regulär fahren – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Einsturz.

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