Das Waldbad Dünnwald ist eines der schönsten Freibäder in Köln – doch die Anlage steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach Angaben des Betreibervereins ist der Weiterbetrieb ab dem kommenden Frühjahr gefährdet. Grund sind massive Wasserverluste in beiden Becken der Anlage. Sowohl im Schwimmer- als auch im Nichtschwimmerbecken ist die Folie beschädigt. Aktuell verliert das Bad nach Angaben des Vereins rund einen Meter Wasser pro Woche.
Ein nachhaltiges Sanierungskonzept liege vor, heißt es vom Verein. Die Stadt Köln sei über den Zustand der Anlage informiert, konkrete Entscheidungen stünden jedoch bislang aus. Aus Sicht der Betreibervereins besteht akuter Handlungsbedarf, da zeitliche Fristen für mögliche Fördermittel eingehalten werden müssen.
Entscheidung bis Mitte Januar nötig
Konkret geht es um eine Förderung aus einem Investitionsprogramm der Bundesregierung. Voraussetzung dafür sei eine Beschlussvorlage, die bis zum 15. Januar 2026 verabschiedet sein müsse, wie das Waldbad auf seiner Instagram-Seite mitteilt. Werde diese Frist versäumt, entfiele die Fördermöglichkeit. In diesem Fall müsste die Stadt Köln eine Sanierung vollständig selbst finanzieren.
Wie der WDR berichtet, belaufen sich die Kosten für eine grundlegende Erneuerung der Anlage auf rund acht Millionen Euro. Vorgesehen ist demnach, das alte Becken durch ein modernes Edelstahlbecken zu ersetzen. Der Bund könnte sich mit 3,5 Millionen Euro beteiligen, die Stadt Köln müsste 4,5 Millionen Euro übernehmen.
Stadt Köln im Nothaushalt
Ob diese Finanzierung zustande kommt, ist derzeit nicht geklärt. Die Stadt Köln befindet sich derzeit im Nothaushalt. Laut Stadt prüft die Sportverwaltung aktuell, welche Projekte grundsätzlich für eine Förderung aus dem Bundesprogramm infrage kommen, wie der WDR berichtet.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Der Betreiberverein verweist darauf, dass Wasserverluste zwar schon länger ein Thema seien, das Ausmaß inzwischen jedoch deutlich zugenommen habe. Übergangslösungen wie das Verkleben der Folie könnten den Betrieb kurzfristig sichern, seien jedoch keine dauerhafte Lösung.
Schwimmflächen in Köln weiter unter Druck
Die Situation des Waldbads fällt in eine Phase, in der die Schwimminfrastruktur in Köln ohnehin angespannt ist. Nach Angaben des Vereins sind von neun Schulschwimmbecken in Köln derzeit fünf außer Betrieb. Hinzu kommt die bevorstehende längere Schließung des Agrippabads.
Vor diesem Hintergrund warnen die Betreiber vor weiteren Einschränkungen beim Schul- und Vereinsschwimmen, sollte das Waldbad Dünnwald wegfallen. Gerade im rechtsrheinischen Köln ist das Bad eine wichtige Wasserfläche für Schulen, Vereine und den öffentlichen Badebetrieb.
Das öffentliche Echo zur Situation des Waldbads Dünnwald ist enorm. Eine Online Petition zum Erhalt des Bades hat innerhalb von drei Tagen fast 10.000 Unterschriften gesammelt.



