Die wahren Geschichten hinter diesen 7 bekannten Kölner Straßennamen

Über 5000 Straßen gibt es in Köln. Das ist soweit nicht verwunderlich. Aber natürlich erzählen die Namen der Straßen an den jeweiligen Standorten auch die Geschichte einer Stadt. Geben Aufschluss über frühere Ereignisse und erinnern uns so daran, dass diese Stadt allem schnellen Wandel zum Trotz eine Geschichte hat.

Und manchmal lassen sich so auch geläufige Wörter, wie etwa der Klingelpütz ganz einfach erklären. (Foto: Tanja Prasser)

Wir haben 7 ungewöhnliche kölsche Straßennamen rausgegriffen und erzählen euch, welche Geschichte dahinter steckt und welche Bedeutung sie haben.

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Unter Fettenhennen

Die Straße liegt direkt am Dom, beginnt an der Kreuzblume und geht bis zum Wallrafplatz – also lediglich rund 100 Meter, aber sehr zentral. Als es noch keine Straßennamen gab, stand in der Kölner Steuerliste im Jahr 1478 ein Haus mit dem Namen „zo der vetter hennen“.

Weil daneben eine Brothalle aus dem 13. Jahrhundert stand, ist es durchaus möglich, dass hier tatsächlich besonders fette Hennen rumliefen und daher der Name kommt.

Im Ferkulum

Die Straße geht von der Severinstorburg ab. Der Name hat nichts mit Ferkeln zu tun, sondern kommt vom lateinischen Wort fericulum. „Das war ein Gestell, auf Bauern ihren Zehnten zum Stift St. Severin brachten“, erklärte die „Tageszeitung“ 1995 den Namen.

Kaygasse

Die Kaygasse ist eine ebenfalls sehr kurze Straße, belegt mit Kopfsteinpflaster direkt am Wasserturm. Sie gehört zweifellos zu den berühmtesten Kölner Straßen aufgrund des Songs der Bläck (Dreimol Null es Null es Null…). Tatsächlich aber ist sie nach Familie Keige oder Keye benannt, dessen Anwesen im Mittelalter hier war.

Karolingerring

Der Ubierring geht in den Karolingerring in den Sachsenring in den Salierring über.

Dieses Namensreihenfolge der Kölner Ringstraßen ist kein Zufall, sondern wurde von der Stadtverordneten-Versammlung 1883 so beschlossen. Der berühmteste Vertreter der Karolinger war Karl der Große.

Der Chlodwigplatz ist nach dem Frankenkönig Chlodwig I. benannt, der im 5. und 6. Jahrhundert lebte. Vom Agrippinaufer bis zum Konrad-Adenauer-Ufer folgen die Straßen dieser Abfolge.

Foto: Tanja Prasser

Elsaßtrasse

Tatsächlich ist auch die Elsaßtraße den meisten zunächst mal aus dem Lied der Bläck Fööss („Hück es Polterovend en d’r Elsaßstroß“) bekannt.

Tatsächlich steht die Straße in der Südstadt aber auch für den Widerstand in Köln: Als die Nazis nach der Machtergreifung durch die von Kommunisten bewohnten Straße marschierten, wurden sie mit Blumentöpfen und allerhand Gegenständen beworfen.

Die Folge waren Durchsuchungen und Folter. Ein Graffiti am Hochbunker erinnert heute noch an diese Szene, wie „MeineSuedstadt“ vor einigen Jahren berichtet hat.

Laurenzgittergäßchen

Die kleine Gasse macht ihrem Namen mit der Verniedlichung in der Altstadt alle Ehre, denn sie geht von der Kleinen Budengasse noch einmal ab. Die katholische Kirche St. Laurenz stand in unmittelbarer Nähe (heute Laurenzplatz), ehe sie 1818 abgerissen wurde. Früher hieß die Straße Klostergässchen am St. Laurenz.

Klingelpütz

Dieser Name wird im Volksmund für das Gefängnis in Ossendorf verwendet, tatsächlich aber gibt es eine Straße mit diesem Namen in der Altstadt Nord und ist 473 Meter lang. Der Name fällt auf das alte Gefängnis zurück, das in den 1830er Jahre hier von den Preußen gebaut wurde.

Erst 1969 mit Fertigstellung der JVA in Ossendorf wurde das alte Gefängnis abgerissen.

Und woher kommt der Namen Klingelpütz? Der Name geht auf die Besitzerfamilie des Areals im 13. Jahrhundert zurück: Clingelmann. Auf dem Grundstück befanden sich mehrere Brunnen, auf Kölsch „Pütz“ genannt. In der Umgangssprache wurde „mann“ irgendwann wegrationalisiert: Klingelpütz.

Habt ihr weitere Geschichten zu Kölner Straßen und ihren Namen? Schreibt uns eine E-Mail, wir freuen uns über jede Nachricht: verliebt.in.koeln.meinestadt@gmail.com

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