Leerstände, Billigläden und Baustellen prägen derzeit das Bild der Hohe Straße. Doch hinter den Bauzäunen kündigt sich ein großer Wandel an: Mehrere Gebäude werden neu gebaut oder umfassend saniert. Geschäfte, Büros, Wohnungen, Gastronomie und Dachterrassen sollen Kölns bekannteste Einkaufsstraße in den kommenden Jahren deutlich verändern. Wir zeigen fünf besonders wichtige Projekte.
Die Hohe Straße gehört weiterhin zu den meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands. Trotzdem sorgt ihr Zustand seit Jahren für Kritik. Viele Gebäude stammen aus den 1950er-Jahren und wurden lange kaum modernisiert. Nun investieren mehrere Eigentümer in große Bauvorhaben. Dabei geht es nicht mehr nur um neue Geschäfte: Künftig sollen auch Wohnen, Arbeiten und Gastronomie eine größere Rolle spielen.
1. Ehemaliges Media-Markt-Gebäude wird umgebaut
Der Media Markt an der Hohe Straße 121–131 schloss am 22. August 2026. Der Elektronikhändler ist inzwischen in den ehemaligen Saturn an der Hohe Straße 46–50 gezogen und hat dort ein neues „Tech Village“ eröffnet.
Das bisherige Media-Markt-Gebäude soll ab Anfang 2027 umfassend umgebaut, erweitert und aufgestockt werden. Mit knapp 15.000 Quadratmetern Fläche befindet es sich auf dem größten zusammenhängenden Grundstück zwischen Dom und Kaufhof.
Geplant sind neue Einzelhandelsflächen, Apartments und Wohnungen. Auf dem bestehenden Gebäude sollen zusätzliche Etagen in Holzbauweise entstehen. Vorgesehen sind außerdem eine begrünte Fassade, ein grüner Innenhof, Photovoltaik und Terrassen mit Domblick. Das Projekt soll voraussichtlich 2028/2029 fertiggestellt werden.
2. „STAIRS Köln“ bekommt eine begrünte Außentreppe
An der Ecke Hohe Straße und Große Budengasse entsteht ein besonders auffälliger Neubau. Das Projekt trägt den Namen „STAIRS Köln“.
Sein prägendes Merkmal ist eine begrünte Außentreppe, die sich um das Gebäude zieht und bis zu einer öffentlich zugänglichen Dachterrasse führen soll. Von dort soll sich ein Blick auf den Kölner Dom bieten.
In dem Neubau entstehen auf rund 3.500 Quadratmetern Flächen für Einzelhandel, Gastronomie und Büros. Auch die Fassade und das Dach sollen begrünt werden. Nach aktuellem Plan ist die Fertigstellung für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.
3. Das Mantelhaus erhält eine große Dachterrasse
Auch das historische Mantelhaus an der Hohe Straße 93–99 wird umfassend saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1955 ist vielen Kölnern noch als früherer Standort von Goertz und Silber Becker bekannt.
Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sind weiterhin Geschäfte und kleinere gastronomische Angebote vorgesehen. Darüber sollen Büros mit Terrassen entstehen. Ein neuer Lichthof soll mehr Tageslicht ins Innere des Gebäudes bringen.
Das Highlight befindet sich auf dem Dach: Dort ist eine rund 300 Quadratmeter große Terrasse vorgesehen, auf der eine Bar oder ein Café eröffnen könnte. Teile der Fassade und weitere Dachflächen sollen ebenfalls begrünt werden.
4. Neubau an der Hohe Straße 152–154
An der Hohe Straße 152–154 entsteht ein sechsgeschossiger Neubau. Die Arbeiten laufen bereits, die Fertigstellung ist nach aktuellem Stand für das dritte Quartal 2027 geplant.
Im Erdgeschoss entstehen rund 440 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Das erste und zweite Obergeschoss sind für Büros vorgesehen. In den Etagen darüber sollen vier Wohnungen gebaut werden.
Damit folgt auch dieses Projekt dem neuen Prinzip für die Hohe Straße: Die Gebäude sollen künftig nicht mehr ausschließlich zum Einkaufen genutzt werden. Wohnungen und Büros sollen dafür sorgen, dass sich auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten mehr Menschen in der Straße aufhalten.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:5. „62HI“ entsteht auf römischen Fundamenten
Ein weiteres großes Projekt ist an der Hohe Straße 60–66 geplant. Unter dem Namen „62HI“ entwickelt Art-Invest dort einen vollständigen Neubau mit rund 5.400 Quadratmetern Fläche.
Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss sind Geschäfte mit großen Glasfassaden vorgesehen. Darüber sollen sogenannte Serviced Apartments entstehen – möblierte Wohnungen, die vor allem für zeitlich begrenzte Aufenthalte gedacht sind.
Eine Besonderheit befindet sich im Untergeschoss: Dort gibt es römische Fundamente, die erhalten und in das neue Gebäude integriert werden sollen. „62HI“ entsteht direkt neben dem bereits fertiggestellten Geschäftshaus „52HI“, in dem unter anderem Uniqlo sitzt. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2029 vorgesehen.
Hohe Straße bleibt zunächst eine Baustelle
Bis der Wandel abgeschlossen ist, werden die Kölner Geduld brauchen. Mehrere Jahre lang dürften Bauzäune und Baustellen das Bild der Hohe Straße prägen.
Danach könnte die Einkaufsstraße allerdings deutlich anders aussehen als heute: moderner, grüner und vielseitiger. Neben Geschäften entstehen Wohnungen, Büros, Gastronomie und neue Orte mit Blick auf den Dom. Die fünf Projekte könnten damit einen wichtigen Beitrag leisten, damit die Hohe Straße wieder zu einem Ort wird, an dem sich die Menschen gerne länger aufhalten.



