Drei Wochen nach dem verheerenden Feuer im Sürther Bootshaus haben die ersten Aufräumarbeiten begonnen. Das beliebte Ausflugslokal im Kölner Süden zeigt auf Facebook erstmals, wie es aktuell im Inneren aussieht. Im Gastraum sind die Spuren des Brandes weiterhin deutlich zu erkennen.
Beschädigte Möbel, verkohlte Wände und offene Deckenbereiche prägen das Bild. Vieles, was zum Bootshaus gehörte, wurde durch das Feuer zerstört oder schwer beschädigt. Die obere Etage kann aufgrund der Schäden weiterhin nicht betreten werden.
Trotzdem ist der Beginn der Arbeiten für die Betreiber ein wichtiger Schritt. Nach eigenen Angaben können bereits erste Bereiche geräumt und Vorbereitungen für den Wiederaufbau getroffen werden. Möglich sei dies vor allem durch die zahlreichen Spenden, die das Bootshaus nach dem Brand erhalten habe.
Insgesamt gingen bislang knapp 30.000 Euro an Hilfen ein. Der Betreiber betont, dass man auf einer Gofundme-Seite weiterhin spenden könne.
Parallel zu den Aufräumarbeiten beginnt nun die genaue Erfassung der Schäden für die Versicherung. Dafür müssen die Betreiber die zerstörten und beschädigten Gegenstände dokumentieren, auflisten und entsprechende Nachweise zusammenstellen. Dieser Prozess werde sie in den kommenden Tagen intensiv beschäftigen.
„Jeder Gegenstand, den wir wegräumen, jeder Bereich, den wir wieder freilegen, ist ein kleiner Schritt Richtung Neuanfang“, schreibt das Team auf Facebook. In den nächsten Tagen wollen sich die Betreiber außerdem mit einem persönlichen Video an ihre Unterstützer wenden.
Rund 100 Einsatzkräfte waren vor Ort
Das Sürther Bootshaus war drei Wochen zuvor in Brand geraten. Gegen 14.36 Uhr des 4. August hatten mehrere Menschen Rauch und Flammen am Dach des schwimmenden Restaurants gemeldet. Vier Personen, die sich auf dem Anlegeboot befanden, konnten sich selbstständig in Sicherheit bringen und blieben unverletzt.
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Rund 100 Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Wasserschutzpolizei und einem Rettungsboot. Eine Drohne half dabei, die Brandherde aus der Luft zu lokalisieren.
Wegen des niedrigen Rheinpegels konnte die Feuerwehr das Feuer nicht vom Wasser aus bekämpfen. Die Einsatzkräfte mussten das Bootshaus zu Fuß erreichen und konnten dabei teilweise durch das ausgetrocknete Rheinbett gehen. Um versteckte Glutnester zu finden, wurden später Teile des Daches abgetragen.
Wiedereröffnung weiterhin nicht absehbar
Wann das Sürther Bootshaus wieder öffnen kann, ist derzeit noch nicht bekannt. Zunächst müssen das Gebäude geräumt, die Schäden vollständig erfasst und die weiteren Arbeiten geplant werden. Die Betreiber zeigen sich dennoch zuversichtlich: „Gemeinsam holen wir unser Bootshaus zurück.“
Das 1957 errichtete Bootshaus gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Ausflugslokalen im linksrheinischen Kölner Süden. Nach einem Eigentümerwechsel im Jahr 2018 wurde die marode Konstruktion grundlegend saniert. Im Oktober 2020 eröffnete das schwimmende Restaurant mit Biergarten und Rheinblick nach fast zweijährigem Umbau erneut.



