Cornel Wachter lebt in der Kölner Südstadt und hat in den vergangenen Jahrzehnten viele künstlerische Aktionen in Köln umgesetzt. Für sein Wirken hat er dieses Jahr den LVR-Rheinlandtaler in der Kategorie Kultur erhalten. Er veranstaltet außerdem regelmäßig die Vringsveedelführung.
Für Verliebt in Köln hat er unsere drei kölschen Fragen beantwortet:
Mein schönster kölscher Ort ist …
„Die Sessionseröffnung der KG Fidele Fortuna vun 1949 e.V. im Saal von St.Pius in Zollstock (siehe Photo im Anhang mit meinem Mädchen Carolin). Mein bester Freund und Patenonkel meines Sohnes Julius ist der Hartmut Priess von den Bläck Fööss und er empfahl immer die kleinen Karnevalsveranstaltungen, die in den Pfarren, in den kleinen Vereinsheimen vor den Toren der Stadt oder in Schulen, da dort oft das Kölsche Herz noch so richtig kölschverbunden, echt und familliär schlägt. So ist es auch bei der Fidelen.“
Wenn ich einen Tag OB wäre, würde ich …
„Ich bin gerade im Austausch mit Gerd Möbius, dem Bruder von Rio Reiser und schreibe mit Pelle Pershing (Gagschreiber von Dirk Bach und Hape Kerkeling, z.B. „Cafe Korten“) und Rich Schwab (Ex-Südstadtgastronom, ehm. Mitglied der „Schröder Roadshow“ mit Gerd Köster und Buch Autor) Rios Hit „König von Deutschland“ in „Künning vun Kölle“ um.
Dat Leed däht isch vum Rothuusbalkung 24 Stunden langk vördrage, vun Baustelle der isch unger Denkmalschutz plaatze, dat Fahrräder emme Vorfahrt han müsse un Dat all Lück ahl Minsche aan d’r Kaaße emme vörloße müsse ov dät uns Pänz Morjens en d’r Schull un em Kinderkarten bevör se e Schulbuch opschlon e Stunde Kölsche Leeder singe un danze künnte…“
Mein schönstes kölsches Wort lautet …
„Plüschprümm. In dem Haus neben der Fundstelle des von den Gebrüder Gens ausgegrabenen Poblicius-Denkmals im Schatten der Vringspooz gabe es in den 20er Jahren den BUTTER-EIER-KÄSE-Laden ESSER.
Auf der Theke stand ein „Nickmännchen“ des „Kind Jesu Verein Aachen“ und warf man ein Geldstück in seinen Schoß „antwortete“ der Apparat mit heftigem Nicken des Köpfleins. Meine Mutter Mia brachte als vielleicht Vierjährige das Nickmännchen durch den Einwurf eines Groschens zum Nicken und antwortete ebenfalls mit einem anhaltenden Nicken, „DANKE , DANKE , DANKE“ worauf die Verkäufern meinte, „Na du bist ja ein schöner Papagei“, meine Mutter stemte die Hände in die Hüfte, baute sich auf ud antwortete, „Das heißt Vatigei“.
Bei ihr dahim hieß der Vater Vati und nicht nach neuer Art Papa oder gar Papi, so war die Antowort folgerichtig, wenn auch sehr zum Erstaunen aller im Laden. Mir ging es mal ähnlich beim „Rolfes“, dem kleinen Supermarkt auf der Vringsstross.
Ich wollte wie immer Cox-Orange kaufen und die Verkäuferin bat mich doch mal etwas Neues zu probieren und reichte mir eine Pfirsich. Dies kannte ich nicht und „wat de Buur nich kennt, dat frisst er nicht“ legte ich die Frucht zurück in den Korb aus der sie kam.
„Dat ess lecker ming Jung, dat ess en Plüschprumm, probieren ens“, warf eine Kundin ein. „Plüschprumm“? Das gefiel mir und ich griff rasch wieder zu, biss rein und wusste gleich wie diese Frucht zu ihrem Kölschen Namen gekommen war, aussen pelzig und innen pflaumig.
Du möchtest ebenfalls bei dem Format mitmachen oder hast einen Vorschlag, wer dabei sein sollte? Schreib mir eine E-Mail.
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