Im Kölner Dom ist ein Stück Geschichte zurückgekehrt. Am 14. April wurde das sogenannte Helenafenster im südlichen Querhaus eingesegnet. Im Krieg wurde es weitestgehend zerstört, jetzt ist es nach historischen Vorlagen neu geschaffen worden.
➡️ Das Fenster gehört zum sogenannten Welterzyklus. Diese Fenster entstanden im 19. Jahrhundert, als der Dom vollendet wurde. Im 2. Weltkrieg wurden viele von ihnen zerstört, einige komplett. (Foto: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte, Jennifer Rumbach)
📍 Seit 2003 arbeitet die Dombauhütte daran, diese Lücken zu schließen. Mit dem Helenafenster ist nun ein weiteres Element dieses Zyklus wieder sichtbar.
Fenster ist 110 Quadratmeter groß
Mit rund 17 Metern Höhe und 6,5 Metern Breite zählt es zu den großen Fenstern im oberen Bereich des Doms. Das sind rund 110 Quadratmeter – größer als viele Wohungen in Köln.
📍 Im unteren Teil sind vier überlebensgroße Figuren dargestellt: die heilige Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde. Besonders wichtig für Köln ist Helena. Der Überlieferung nach soll sie die Reliquien der Heiligen Drei Könige gefunden haben.
Über mehrere Stationen gelangten sie nach Köln, wo sie bis heute im Dom aufbewahrt werden.

Dombauhütte arbeitet mit mundgeblasenem Echtantikglas
📍 Die Umsetzung war aufwendig, weil es sich nicht um eine Restaurierung handelte. Große Teile des Fensters mussten neu entworfen werden. Grundlage waren historische Zeichnungen aus dem Dombauarchiv. Diese wurden in Originalgröße übertragen und anschließend in Glas umgesetzt.
Dabei kamen sowohl traditionelle Techniken der Glasmalerei als auch moderne Verfahren zum Einsatz. Zum Beispiel digitale Planungen, die halfen, die historischen Entwürfe exakt umzusetzen.
📍 Eine besondere Herausforderung waren die Materialien. Die Gläser, die im 19. Jahrhundert verwendet wurden, sind heute kaum noch verfügbar. Deshalb arbeitete die Dombauhütte mit mundgeblasenem Echtantikglas, das zusätzlich bearbeitet wurde, um die gewünschte Lichtwirkung zu erreichen.
Ziel war, dass sich das neue Fenster möglichst nahtlos in den Bestand einfügt.
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Kölner Unternehmen Klosterfrau finanziert Helenafenster
Finanziert wurde das Projekt von der Klosterfrau Group. Das Unternehmen, das 1826 in Köln gegründet wurde, hat die Rekonstruktion anlässlich seines 200-jährigen Jubiläums ermöglicht.
➡️ Darauf weist auch ein Detail im Fenster hin: In der Wappenzeile sind Heilpflanzen wie Alant, Angelika und Pomeranze dargestellt, die einen Bezug zur Geschichte des Unternehmens herstellen.
Mit der Fertigstellung des Helenafensters ist die Arbeit im Dom nicht abgeschlossen. Die Dombauhütte arbeitet kontinuierlich daran, Schäden zu beheben und verlorene Elemente zu ersetzen.
Das neue Fenster zeigt, wie viel Aufwand hinter dem steckt, was Besucher oft nur kurz wahrnehmen.
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