Köln hat 86 Stadtteile – und hinter vielen von ihnen stecken Geschichten, die man selbst als Kölner kaum kennt. Manche Veedel waren früher eigenständige Städte, andere verdanken ihren Namen einem Zufall, einem Preisausschreiben oder längst verschwundenen Orten. Wir haben spannende, überraschende und teilweise kuriose Fakten über Kölner Veedel gesammelt.
Ehrenfeld war einmal eine eigene Stadt.
- 1879 bekam Ehrenfeld Stadtrechte – allerdings nur für neun Jahre. Bereits 1888 wurde die junge Stadt nach Köln eingemeindet. Noch 1840 hatten dort gerade einmal 32 Menschen gelebt.
Mülheim wollte eigentlich gar nicht zu Köln gehören.
- Mülheim war selbst eine Stadt und wurde erst 1914 eingemeindet – gegen den Willen vieler Mülheimer. Im Eingemeindungsvertrag wurde Köln unter anderem verpflichtet, eine feste Rheinbrücke zu bauen.
Mauenheim ist Kölns kleinster Stadtteil.
- Zumindest flächenmäßig. Auf nur rund einem halben Quadratkilometer leben mehr als 5.500 Menschen. Als eigener Stadtteil existiert Mauenheim erst seit 1933.
Chorweiler ist ein Kunstname.
- Den Namen gab es ursprünglich gar nicht: Er wurde aus „Chorbusch“ und dem benachbarten „Weiler“ zusammengesetzt. Der Rat beschloss den Namen 1964. Nach dem ursprünglichen Flurnamen hätte Chorweiler heute sogar Hoven heißen können.
Braunsfeld heißt tatsächlich nach einem Mann namens Braun.
- Der Fuhrunternehmer Ferdinand Braun kaufte 1862 große Flächen an der Aachener Straße. Umgangssprachlich wurde daraus offenbar „dem Braun sein Feld“ – und schließlich Braunsfeld.
Marienburg begann mit einer Villa auf einem alten Galgenhügel
- 1844 ließ der Unternehmer Paul Joseph Hagen dort die Villa Marienburg errichten. Der Standort war zuvor ein Galgenberg – später entwickelte sich rundherum eines der nobelsten Wohnviertel Kölns.
Neubrück hieß bei vielen Kölnern lange einfach „Adenauer-Siedlung“
- Konrad Adenauer legte dort 1965 den Grundstein. Offiziell bekam das Viertel diesen Namen zwar nie, unter Bewohnern setzte sich die Bezeichnung dennoch lange durch. Erst 1992 wurde Neubrück ein eigener Stadtteil.
Bei Hochwasser kann Kasselberg zur Insel werden.
- Das kleine Veedel ganz im Kölner Norden liegt unmittelbar am Rhein. Bei entsprechend hohem Wasserstand wird die Verbindung zum übrigen Stadtgebiet überspült – Kasselberg ist dann tatsächlich vom Wasser umgeben.
Auch Seeberg bekam seinen Namen am Reißbrett.
- Mehr als 70 Namensvorschläge wurden diskutiert. Am Ende kombinierte man den nahen Fühlinger See mit einer kleinen Erhebung – dem Berg
Vingst könnte seinen Namen aus dem Lateinischen für „Winzer“ haben.
- Der Ort ist schon im Jahr 1003 als „Vinhem“ belegt. Die Stadt Köln führt den Namen auf das lateinische vinitor zurück – also Winzer.
Maria im Kapitol steht auf einem römischen Tempel.
- Dort befand sich in römischer Zeit ein Tempel für Jupiter, Juno und Minerva – die sogenannte Kapitolinische Trias. Teile der späteren Kirche wurden auf dessen Fundamenten errichtet.
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