Das Museum Ludwig feiert im Jahr 2026 seinen 50. Geburtstag – und holt dafür eine der bekanntesten Künstlerinnen der Welt nach Köln. Vom 14. März bis zum 2. August 2026 widmet das Museum der japanischen Künstlerin Yayoi Kusama eine große Ausstellung mit mehr als 300 Werken.
Die Schau führt durch Kusamas gesamtes künstlerisches Schaffen – von einer frühen Zeichnung aus den 1930er-Jahren bis zu aktuellen Installationen. Gezeigt werden Arbeiten aus vielen Bereichen: Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Mode, Performance und Literatur.
Punkte, Kürbisse und Spiegelräume
Kusama gehört zu den weltweit bekanntesten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Markenzeichen sind Polka Dots – also Punktmuster, riesige Kürbisskulpturen und die spektakulären Infinity Mirror Rooms, Räume voller Spiegel, in denen sich Licht und Formen scheinbar unendlich vervielfachen.
Viele dieser Werke sind in sozialen Medien millionenfach zu sehen – doch ihre Kunst ist weit mehr als nur ein Fotomotiv.
Im Zentrum ihres Werks steht die Idee der Unendlichkeit des Universums und der ständige Wandel der Natur. Die Punkte, mit denen Kusama Menschen, Räume oder Gegenstände überzieht, stehen für eine Welt, in der sich alles miteinander verbindet und schließlich im großen Ganzen auflöst.
Ausstellung bespielt auch die Dachterrasse
Die Ausstellung wird nicht nur die großen Wechselausstellungsflächen des Museums nutzen. Auch andere Bereiche des Hauses werden einbezogen – etwa die Dachterrasse mit Blick auf den Kölner Dom.
Ein Höhepunkt wird eine neue immersive Rauminstallation mit integriertem Infinity Mirror Room, die eigens für Köln entwickelt wurde und den größten Saal des Museums füllen soll.
Gezeigt wird außerdem eine der frühesten Installationen der Künstlerin: „Aggregation: One Thousand Boats Show“ aus dem Jahr 1963.
Kunst aus persönlichen Erfahrungen
Viele Motive in Kusamas Werk gehen auf prägende Erfahrungen aus ihrer Kindheit zurück. Sie berichtete immer wieder von Halluzinationen, in denen sie ihren Körper und ihre Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Mustern überwuchert sah.
Diese Eindrücke ziehen sich bis heute durch ihre Kunst. Für Kusama ist das Arbeiten dabei mehr als nur Ausdruck – es ist auch ein persönlicher Weg, mit eigenen Ängsten und Krisen umzugehen.
„In meinen mehr als siebzig Jahren als Künstlerin habe ich immer Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens gehabt“, sagt sie über ihr Werk. Diese Lebenskraft habe ihr geholfen, Gefühle von Depression und Hoffnungslosigkeit zu überwinden.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Von Japan nach New York
Geboren wurde Kusama 1929 im japanischen Matsumoto. In den 1960er-Jahren zog sie nach New York, wo sie Teil der Avantgarde-Kunstszene wurde und mit provokanten Happenings während der Flower-Power-Zeit für Aufsehen sorgte.
1973 kehrte sie nach Japan zurück. Neben ihrer bildenden Kunst schrieb sie auch Romane und Gedichte, in denen sie existenzielle Themen und persönliche Erfahrungen verarbeitet.
Heute gilt sie als eine der prägendsten Künstlerinnen unserer Zeit.

Einige Werke nur in Köln zu sehen
Für die Kölner Station der Ausstellung sind zudem mehrere große Installationen geplant, die nicht Teil der Präsentation in Basel sind. Dazu gehört etwa das Environment „I’m Here but Nothing“, ein in Schwarzlicht getauchter Wohnraum mit tausenden fluoreszierenden Klebepunkten.
Auf der Dachterrasse des Museums sollen außerdem bunt bemalte Bronze-Skulpturen der Serie „Flowers“ installiert werden.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Fondation Beyeler in Basel und dem Stedelijk Museum in Amsterdam, wo sie anschließend ebenfalls gezeigt wird.
Yayoi Kusama
📍 Museum Ludwig, Köln
📅 14. März – 2. August 2026
Fotos:
lnfinity Mirrored Room-The Hope of the Polka Dots Buried in lnfinity Will Eternally Cover the Universe, 2025, © YAYOI KUSAMA /Courtesy of Ota Fine Arts lnfinity Mirrored Room-
The Hope of the Polka Dots Buried in lnfinity Will Eternally Cover the Universe © YAYOI KUSAMA Courtesy of Ota Fine Arts Foto: Historisches Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv, Marc Weber



