Kennst du das Kölner Brett? Viele haben es schon hundertmal gesehen – und nie gewusst, wie es heißt. In unserem heutigen Quiz geht es um ein echtes Stück Kölner Alltagsgeschichte. Probier hier aus, ob du die Antwort kennst. Unter dem Quiz gibt es eine ausführliche Erläuterung zum Begriff. (Foto: HReuter / CC BY-SA 4.0)
Kölner Brett – die Erklärung zum Begriff
Wer in Köln schon einmal in einer Altbauwohnung gewohnt hat, kennt es oft – ohne zu wissen, wie es heißt: das Kölner Brett. Gemeint ist eine typische Kölner Lösung, um Gardinen aufzuhängen, ohne dass man die Technik sieht.
Das Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll: Über dem Fenster sitzt ein waagerechtes Holzbrett, meist etwa 15 Zentimeter breit. Darunter ist die Gardinenschiene oder -stange montiert. An der Vorderkante verdeckt ein senkrechtes Brett – ungefähr fünf Zentimeter hoch – die gesamte Konstruktion. So verschwinden Schiene, Rollen und Haken elegant hinter Holz.
Dieses vordere Brett war früher oft mehr als nur funktional. Viele Kölner Bretter wurden profiliert, farbig gestrichen oder sogar vergoldet. Manche waren mit Tapete beklebt und exakt an den Raum angepasst. Im Grunde erfüllt das Kölner Brett damit eine ähnliche Aufgabe wie ein Lambrequin – nur deutlich kölscher und praktischer.
Montiert wird das Ganze entweder direkt über der Fensteröffnung oder knapp unter der Decke, befestigt mit Metallwinkeln oder Einschlagankern. Gerade in hohen Altbauräumen wirkt das bis heute erstaunlich stimmig.
Eine Erfindung aus Köln
Erfunden wurde das Kölner Brett bereits 1932 vom Kölner Unternehmer Hugo Bohn. Seine Konstruktion setzte sich schnell durch – und ist bis heute in vielen Altbauwohnungen erhalten. Nicht aus Nostalgie, sondern weil sie schlicht gut funktioniert.
Das Kölner Brett als Straßenname
Dass das Kölner Brett längst Teil der Stadtgeschichte ist, zeigt auch ein Detail im Stadtplan: In Ehrenfeld gibt es die Straße Am Kölner Brett. Sie erinnert an den früheren Sitz der Firma Messing Müller GmbH, die das Kölner Brett herstellte und vertrieb.
Das Kölner Brett ist ein schönes Beispiel dafür, wie Alltagskultur, Handwerk und Stadtgeschichte in Köln zusammenkommen. Unauffällig, funktional – und typisch kölsch. Wer es einmal entdeckt hat, erkennt es plötzlich überall.
Mit den Köln-Quizzen möchte ich euch kleine Dinge aus dem Alltag in Köln näher bringen und Phänomene erklären, die typisch Kölsch sind und die Kultur der Stadt erklären und ausmachen.
Vielen Dank an Karin, die die Anregung zum Begriff in meiner Gruppe zur kölschen Sprache gegeben hat. Kennst du auch einen Begriff oder ein Phänomen, das dafür infrage kommt? Schreib mir eine E-Mail.



