Der blutleere Auftritt in Augsburg, der aktue Abstiegskampf und die Frage: Wie steht es jetzt eigentlich um FC-Trainer Lukas Kwasniok? Martin Schlüter und Bastian Ebel analysieren in der Folge 203 des FC-Podcasts Dreierkette gemeinsam mit Lars Werner vom Kölner Stadtanzeiger die aktuelle Situation beim 1. FC Köln nach der Niederlage beim FC Augsburg.
Wie ordnen die drei FC-Experten die aktuelle Situation ein? Hier lest einige ihrer Aussagen zum
- FC-Autritt in Augsburg
- FC-Trainer Lukas Kwasniok
- und dem Restprogramm
FC-Auftritt in Augsburg und die Aufstellung
Martin Schlüter:
„Mich hat es auch wirklich gewundert, hatte ich auch nicht so erwartet.“ Für ihn hat Augsburg das Spiel „recht geschickt gemacht“: „Hier ist der Ball, macht mal was.“
Und genau da sieht er ein grundsätzliches Problem: „Uns fällt dann gegen die Mannschaften, die uns den Ball überlassen, sehr wenig ein.“ Wenn das so bleibt, warnt er, wäre das „fatal für die kommenden Wochen“, weil Köln dann „keine Mittel“ findet.
Bastian Ebel:
„Dann kommt da so ein Freitagabend und ich bin sauer. Also wirklich, das ging für mich überhaupt nicht, was wir da abgeliefert haben.“ Er beschreibt es als „null Spiel“ und sagt, Simpson-Pusey habe „teilweise sekundenlang mit dem Fuß auf dem Ball“ gestanden, weil niemand anspielbar war.
„Da war auch wirklich wenig Bewegung“, und vor allem: „Da musst du umstellen – und das ist einfach überhaupt nicht passiert.“
Lars Werner:
„Ja, ich war negativ überrascht, muss ich ganz ehrlich sagen.“ Nach dem Hoffenheim-Spiel habe er gedacht, Köln sei stabiler – und dann: „Augsburg, das war richtig schlecht, muss man ganz ehrlich sagen.“
Er findet, man habe die Lage zuletzt zu sehr verklärt: „Man redet sich so ein bisschen die Situation auch schön.“ Und Augsburg sei dabei nicht mal überragend gewesen: „Augsburg hat ja auch nicht die Sterne vom Himmel gespielt“, aber Köln habe trotzdem „sehr wenig“ Ideen gehabt, wenn der Gegner den Ball hergibt.
Zu FC-Trainer Lukas Kwasniok
Martin Schlüter:
„Ich bin sehr, sehr kritisch mit Kwasniok“, sagt er – vor allem wegen der Außendarstellung: „Ich finde seine PKs in aller Regel verheerend.“ Er erlebt ihn als „anmaßend, überheblich“ und „kommunikativ sehr ungeschickt“, selbst wenn er sich entschuldigt.
Trotzdem: „Ich möchte den Stapel über ihn noch nicht brechen“, denn als Fußballlehrer traue er ihm zu, „dass er jetzt das auch wieder hinbekommt“. Ein sofortiger Cut nach Augsburg wäre ihm „sehr hart“ – aber der Block Dortmund/HSV/Gladbach werde zeigen, ob er „das Ruder“ herumreißt.
Bastian Ebel:
„Im Leistungssport zählen irgendwann auch mal Punkte und Ergebnisse“, und da sagt er klar: „Da kommt seit Wochen nichts.“ Augsburg sei für ihn „das Knackspiel“ gewesen, weil er dort zum ersten Mal dachte: „Wollten die jetzt alle ins Wochenende?“
Lars Werner:
„Du hast halt das Gefühl, dass dieser Trainer halt viele Menschen extrem triggert“, sagt er – unabhängig davon, was er tut. Fachlich sei Kwasniok aber „kein schlechter Trainer, das ist ein guter Fußballtrainer“, und er glaubt auch nicht, „dass die Mannschaft gegen den Trainer ist“.
Sein Hauptkritikpunkt: „Er hat immer noch keinen Stamm gefunden“, weil er „dauernd wechselt“ und so Spieler „ein bisschen verunsichert“. Und zur Frage Trainerwechsel sagt er: „Ich sehe es jetzt auch als falschen Zeitpunkt“, betont aber, dass die nächsten drei Spiele eine Art Prüfstein sind – und dass man intern spürt: „Da wird jetzt auch ein bisschen Druck aufgebaut.“
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Zum Abstiegsprogramm und Restprogramm
Martin Schlüter:
Er spricht von „drei extrem wichtigen“ Spielen, weil da „Derby und so“ und „in Hamburg mit Aufsteiger“ drinsteckt – sportlich wie emotional. Hoffnung macht ihm nicht Augsburg, sondern die Grundidee: „Ich glaube an die Charakterstärke des Kaders.“
Er sagt auch: „Ich habe nicht das Gefühl“, dass es an Leidenschaft fehlt, und verweist darauf, dass es viele Spiele gab, „wo du viel, viel Qualität“ gesehen hast. Seine Sorge ist weniger Panik, mehr Trend: „Wenn wir zu den Fakten kommen, bin ich weiter relativ ruhig“ – aber es muss jetzt eben geliefert werden.
Bastian Ebel:
Er nennt die Lage unten ein „Hornberger Schießen“: „Ich habe keine Ahnung. Wirklich nicht.“ Heidenheim sieht er praktisch weg, aber dahinter sei alles offen: „Danach keine Ahnung.“ Trotzdem versucht er sich an Hoffnung: „Vielleicht war das Augsburg-Spiel jetzt auch noch mal so ein Knackpunkt“, ein Tiefpunkt, der eine Reaktion auslöst.
Und dann seine Wette: „Dass wir jetzt gegen die angeschlagenen Dortmunder ein tolles Spiel machen“ – damit man wieder „freien Kopf“ bekommt und Momentum aufbaut.
Lars Werner:
„Das Restprogramm ist wirklich machbar meiner Meinung nach“, sagt er, „da gibt es halt keine Ausreden mehr gegen diese Mannschaften.“ Dortmund hält er trotz allem nicht für ausgeschlossen: „Ich sehe das nicht komplett unmöglich, dass man da was reißen kann.“
Für die entscheidenden Stationen ist er sehr klar: „Dann klar beim HSV darfst du nicht verlieren“ und „das Derby gegen Gladbach muss zu Hause gewinnen, keine Frage.“
Insgesamt schaut er auf die Konkurrenz und bleibt dabei: Heidenheim „ist wirklich nicht mehr zu retten“ – und dahinter werde es ein Kampf, in dem Köln mit diesem Kader „in der Lage sein muss, diese Klasse zu halten“.
FC-Podcast Dreierkette
Den gesamte Folge mit weiteren Infos und Einordnungen könnt ihr hier anhören:



