Die Stadt Köln will in mehreren Bewohnerparkgebieten der Innenstadt Parkplätze aufgeben – nun wird es im Griechenmarktviertel konkret: Dort sollen 72 von insgesamt rund 1.330 Parkplätzen entfallen. Die Arbeiten beginnen laut Verwaltung ab Montag, 13. April 2026.
Hintergrund: Mindestbreite für Einsatzfahrzeuge
Grund für die Maßnahme sind zu enge Straßenabschnitte, die im Einsatzfall für Feuerwehr oder Rettungsdienst zum Problem werden können. In mehreren Straßen im Griechenmarktviertel wird die vorgeschriebene Mindestfahrbahnbreite von 3,05 Metern durch parkende Fahrzeuge aktuell unterschritten.
Diese Breite ergibt sich aus der maximalen Fahrzeugbreite von 2,55 Metern plus 50 cm Sicherheitsabstand – und muss laut Straßenverkehrsordnung jederzeit freigehalten werden.
Auslöser für eine stadtweite Prüfung war ein Vorfall im März 2025: Bei einem Feuer in Humboldt/Gremberg verzögerte sich der Zugang zum Brandort um mehrere Minuten, weil ein Fahrzeug die Durchfahrt blockierte. Die Feuerwehr hatte daraufhin Hinweise auf weitere kritische Stellen gegeben, auch aus der Bürgerschaft gab es entsprechende Rückmeldungen.
Diese Straßen im Griechenmarktviertel sind betroffen
Nach einer Prüfung fallen in folgenden Straßen Parkplätze weg:
- Am Rinkenpfuhl (13 Parkplätze)
- Große Telegraphenstraße (20 Parkplätze)
- Frankstraße (14 Parkplätze)
- Friedrichstraße (7 Parkplätze)
- Huhnsgasse (7 Parkplätze)
- Schartgasse (4 Parkplätze)
- Alte Mauer am Bach (7 Parkplätze)
Eine vergleichbare Maßnahme wurde bereits im Juli 2025 in der Thieboldsgasse umgesetzt – nach einer Bürgereingabe.
Umsetzung ab April
Im Zuge der Arbeiten werden in den genannten Straßen Parkscheinautomaten abgebaut und deren Fundamente entfernt. Außerdem sollen Beschilderung, Fahrbahnmarkierungen und Poller angepasst werden. Punktuell werden Fahrradständer abgebaut, neu geordnet und an die veränderte Straßensituation angepasst wieder aufgestellt.
Parallel prüft die Verwaltung, wo zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder, Leihräder oder E-Scooter sowie weitere Fahrradstellplätze eingerichtet werden können.
Reaktion auf den Wegfall: Bewohnerparken wird ausgeweitet
Um die Situation für Anwohnerinnen und Anwohner zu entschärfen, bereitet die Stadt eine Beschlussvorlage vor, mit der das Bewohnerparken im Griechenmarktviertel ausgeweitet werden soll. Ziel ist es, einen größeren Teil der verbleibenden Parkplätze künftig ausschließlich für Bewohnerinnen und Bewohner freizugeben.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Stadtweit hatte die Verwaltung zuvor bereits angekündigt, Parkplätze in mehreren Bewohnerparkgebieten der Innenstadt schrittweise aufzugeben, um die Durchfahrt für Einsatzfahrzeuge sicherzustellen. Betroffen davon sind folgende Stadtviertel:
- Gereonsviertel: 42 Parkplätze (u. a. Norbertstraße, Römergasse)
- Agnesviertel I & II: 256 Parkplätze (u. a. Ewaldistraße, Weißenburgstraße, Neusser Wall)
- Pantaleonsviertel: 75 Parkplätze (u. a. Friedenstraße, Schnurrgasse, Steinstraße)
Mehrfachnutzung von Parkplätzen im Blick
Zusätzlich wird innerhalb der Stadtverwaltung geprüft, wie vorhandene Parkflächen außerhalb des klassischen Straßenraums besser genutzt werden können – zum Beispiel Supermarktparkplätze in den Abendstunden. Ein entsprechendes Pilotprojekt mit dem Anbieter Ampido läuft bereits an mehreren Standorten.
Weitere Schritte
Die Stadt will vor der Umsetzung einzelner Maßnahmen jeweils die betroffenen Anwohner informieren. Insgesamt gibt es im Stadtbezirk Innenstadt/Deutz rund 23.000 bewirtschaftete Parkplätze im öffentlichen Raum. In fast allen Fällen handelt es sich um Bewohnerparkgebiete.
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