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Kölner Hohenzollernbrücke: So sah es früher an der Brücke zum Hauptbahnhof aus

Die Hohenzollernbruecke in Koeln

Sie ist eine der wichtigsten Eisenbahnbrücken in Deutschland und eines der Wahrzeichen Kölns. Mit seiner Beleuchtung am Abend und dem Kölner Dom im Bild gehört die Kölner Hohenzollernbrücke zu den bekanntesten Fotomotiven in der Stadt.

Mittlerweile besteht die Brücke aus drei Bögen, mehr als 1200 Züge fahren jeden Tag über den Rhein. Jeder kennt die Bilder von der gesprengten Hohenzollernbrücke nach dem 2. Weltkrieg. Was aber kaum jemand weiß: Danach veränderte die Brücke noch mehrmals entscheidend ihr Erscheinungsbild. Das Foto oben zeigt die Hohenzollernbrücke im Jahr 1930. Das Portal war aber bis in die 50er-Jahre erhalten.

(Foto: Bundesarchiv, Bild 146-2008-0036 / CC-BY-SA 3.0)

Die Hohenzollernbrücke im Krieg

Wie bei vielen bekannten Kölner Gebäuden war der 2. Weltkrieg auch für die Hohenzollernbrücke ein großer Einschnitt. Die Brücke wurde im Krieg bei Fliegerangriffen zwar beschädigt, war aber bis zuletzt befahrbar. Erst in den letzten Kriegstagen wurde die Brücke beim Rückzug der Deutschen von der Wehrmacht gesprengt.

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Ein gesprengter Bogen der alten Hohenzollernbrücke ist bis heute übrigens im Ruhrgebiet zu sehen: Er war noch so gut erhalten, dass man ihm zum Bau der xy Brücke in Duisburg nutzte. Drei der sechs gesprengter Bögen konnten saniert werden.

Das Erscheinungsbild der Hohenzollernbrücke bis Ende der 50er-Jahre war ein anderes als heute. Grund hierfür waren die so genannten Portalbauten zu Beginn der Brücke. Zwischen 1907 und 1912 wurde die Brücke mit den heute charakteristischen Bögen gebaut (Kosten damals: 14 Millionen Mark).

Die Domachse der Brücke

Damals löste sie die Dombrücke ab, die mit zwei Gleisen schon früher viel zu klein geworden war. Die Vorgängerbrücke wurde ab 1855 gebaut, also zu der Zeit, als auch der Kölner Hauptbahnhof entstand. Was man sich hierbei auch klar machen muss: Es war auch die Zeit, in der der Kölner Dom fertiggestellt wurde. Die Domtürme waren so noch nicht existent und die Brücke wurde absichtlich auf einer Achse mit dem Dom gebaut. So gesehen haben Brücke und Dom eine historische Verbindung, die bis heute jeden Tag tausende Menschen begeistert:

Bis heute ist es ja etwas besonderes, über die Hohenzollernbrücke in den Hauptbahnhof einzufahren, weil man direkt am Dom entlang kommt. Vielen Menschen geht das buchstäblich das Herz bei diesem Anblick auf. Der südliche Teil der Brücke liegt tatsächlich auf einer Achse mit dem Dom, läuft also geradezu auf ihn zu. Das folgende Bild zeigt, wie die Dombrücke um 1900 mit dem fertiggestellten Kölner Dom aussah. Sie wurde auch Mausefalle genannt.

Dombruecke-Koeln

Die historischen Schienen an der Hohenzollernbrücke

Ein weiterer Unterschied zu heute: Neben vier Gleisen war der südliche Teil der Brücke (also die Seite Richtung Rheinboulevard) eine Straße, über die Autos und die Strassenbahn fuhren. Wenn man heute von Deutz kommend auf die Brücke geht, sieht man für einige Meter noch diese historischen Schienen und das Kopfsteinpflaster von damals.

Unter anderem auch aufgrund der Nachbarschaft zum Kölner Dom durfte die Brücke zur Kaiserzeit keineswegs ein schmuckloses Bauwerk sein. Sie bekam prächtige Portalbauten, ähnlich wie der Hauptbahnhof damals. Zusätzlich gab es Türme auf den jeweiligen Brückenpfeilern. Die Domumgebung sah also ganz anders aus, als heute.

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Nur das Reiterdenkmal bleibt erhalten

Kurios: Die Portalbauten zur Verzierung der Brücke waren auch nach dem Krieg noch erhalten. Im Zuge der Instandsetzung der Brücke wurden sie und die Brückentürme 1958 allerdings abgerissen. Heute sicherlich undenkbar, damals stand aber der Nutzwert im Vordergrund.

Ähnlich erging es auch anderen Gebäuden in Köln, wie dem Hauptbahnhof oder der Oper am Rudolfplatz. An der Hohenzollernbrücke blieben lediglich die vier Reiterstandbilder erhalten, die bei der Einfahrt nach Köln auch heute noch charakteristisch sind. Sie zeigen preußische Könige und deutsche Kaiser.

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Nach dem Krieg wurden von der Hohenzollernbrücke lediglich zwei Bögen wieder aufgebaut. Erst im Jahr 1985 wurde eine dritte Brücke quasi angebaut und die Hohenzollernbrücke erhielt ihre heutige Erscheinungsform. 1989 war dieser Brückenzug fertiggestellt. Das folgende Bild zeigt den Kölner Dom in den 60er-Jahren aus der Luft. Oben seht ihr, dass die Brücke dort lediglich aus zwei Brücken bestand und im Vergleich zu heute richtig schmal aussieht (hier lest ihr, was sich im Domumfeld seitdem außerdem verändert hat)

Das Luftbild zeigt den Kölner Dom in den 1960er-Jahren
Foto: Heike Joseph

Wie lang ist die Hohenzollernbrücke?

Die Ausmaße der Brücke sind beeindruckend: Sie ist 409 Meter lang, 29,50 Meter breit. Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr sogar sehen, welche Brückenteile noch original von früher sind und welche in den 80er-Jahren neu dazu gekommen sind: Die neuen Brückenbögen sind geschweisst, die alten sind genietet, haben also viele Punkte mit Schrauben.

Wie viele Liebesschlösser hängen an der Hohenzollernbrücke?

Auf beiden Seiten der Brücke gibt es mittlerweile Fußgängerwege, die besonders für ihre Liebesschlösser bekannt sind. Auch sie haben das Erscheinungsbild der Brücke noch einmal verändert. Kaum ein Bereich des Gitters ist noch nicht von einem Schloss belegt. Wir haben hier aufgeschrieben, wie viele Liebesschlösser wirklich an der Hohenzollernbrücke hängen und was das für Auswirkungen auf die Brücke hat. So gesehen bestätigt die Brücke den Eindruck, dass Köln die nördlichste Stadt Italiens ist.

Die Hohenzollernbrücke ist jedenfalls ein faszinierendes Bauwerk inmitten von Köln, das die Geschichte der Stadt der letzten 150 Jahre erzählt und bis heute unverzichtbar ist. Was sind eure Erfahrungen, Erinnerungen mit der Hohenzollernbrücke? Schreibt uns eine E-Mail.