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Neue Mitte Köln Hohenzollernbrücle

Neue Mitte Köln: So könnte Köln in der Zukunft aussehen

Es ist nicht weniger als die wirklich ganz große Frage: Wie soll Köln in der Zukunft aussehen? Dabei geht es nicht darum, ob eine Fahrspur zum Radweg wird, oder Kunstrasenplätze in den Grüngürtel gebaut werden: Es geht um einen grundsätzlichen Umbau des Schienenverkehrs, den der Verein „Neue Mitte Köln“ vorschlägt.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es das Konzept der neuen Mitte in Köln, das von Paul Böhm stammt. Der Entwurf will den Hauptbahnhof nach Köln Kalk verlagern und aus der Hohenzollernbrücke und der Bahntrasse durch die Stadt eine grüne „Highline“ machen. Die Visualisierungen dazu haben viel Aufmerksamkeit erzeugt. Sie zeigen die jetzigen Bahntrassen als grüne Ader durch die Stadt und die Hohenzollernbrücke als begrünten Park. (Visualisierungen: Neue Mitte Köln)

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Ist das Träumerei? Spinnerei? Etwas, das viel Geld kosten wird und ohnehin niemals umgesetzt werden kann? Schaut man sich die Stadtgeschichte Kölns der letzten 200 Jahre an, so gibt es viele Entscheidungen, die damals ähnlich groß gewirkt haben und das Bild der Stadt Jahrzehnte oder Jahrhunderte geprägt haben:

  • Die Entscheidung im 19. Jahrhundert, die Stadtmauer abzureißen und die Stadt somit zu öffnen
  • Die Entscheidung im 19. Jahrhundert, den Hauptbahnhof neben den (damals noch nicht fertigen) Dom zu bauen
  • Die Entscheidung, den Dom fertig zu bauen.
  • Die Entscheidung, einen Grüngürtel zu bauen.

Eine unvollständige Liste, die aber gut das Denken von Leuten wie dem damaligen Oberbürgermeister Konrad Adenauer zeigen. Und möglicherweise war er mit ähnlich verhaltenen Reaktionen konfrontiert: Wie soll das gehen? Wer soll das bezahlen? Was bringt das?

Neue Mitte Köln: Vorschlag für die Zukunft Kölns

Über 70 Jahre nach dem Krieg ist Köln nun wieder an einem Punkt angekommen, wo die Stadt eigentlich die Weichen für die Zukunft stellen muss. Gesellschaft, Mobilität und äußere Einflüsse ändern sich rasant. Wer in Köln unterwegs ist, spürt an vielen Ecken, wie verbaut die Stadt ist. Das heutige Köln leitet unter der Stadtplanung der Vergangenheit, als nach dem Krieg alles schnell gehen musste.


Die riesige Bahntrasse zieht sich zwischen Hauptbahnhof und Hansaring direkt durch die Häuser. Der Vorschlag einer neuen Mitte erscheint riesig groß. Viel zu groß, um es gleich zu erfassen. Und doch gehört er genau in diese Kategorie: Wie sieht die Stadt Köln im 21. Jahrhundert aus?

Oberstes Ziel der Konzeptes: Die Stadt soll wieder den Menschen dienen. Zentraler Punkt sind die Schienen in der Stadt. „Wir wollen Köln seine Mitte eigentlich wieder zurückgeben“, sagte Paul Böhm in einem Vortrag dazu.

Neue Mitte Köln – Die wichtigsten Pläne

Verlegung des Hauptbahnhofs nach Köln-Kalk

Der Hauptbahnhof soll in Köln-Kalk sein und dort gebaut werden, wo heute der Güterbahnhof liegt. Wo der heutige Hauptbahnhof ist, soll dann ein unterirdischer Bahnhof sein, wo weiter die Straßenbahnen und S-Bahnen und Regionalbahnen halten.

Der alte und neue Hauptbahnhof werden durch Tunnel unter dem Rhein hindurch verbunden. Ein Großteil des Fernverkehrs soll so auf die rechtsrheinische Seite verlagert werden. Aktuell fließt der Großteil des Fernverkehrs in Nord-Süd-Richtung. Problem: Der Fernverkehr muss ständig aufwändig nach Köln reinfahren, durch das Nadelöhr Hohenzollernbrücke und wieder zurück. Der Bahnhof in Kalk würde einer Nord-Süd-Achse im Fernverkehr besser entsprechen.

Der Stadtteil Kalk erhielte zudem neue Perspektiven und Wohnraum. Die historische Halle des heutigen Hauptbahnhofs könnte als Ort für Veranstaltungen genutzt werden.

Highline nach dem Vorbild New York

Aus der alten Bahntrasse würde eine so genannte Highline werden, die begrünt ist und eine Art Park sein wird. Zu Fuß würde man so vom Mediapark über den Hansaring, durch die neu begrünte alte Bahnhofshalle über die ebenfalls begrünte Hohenzollernbrücke ohne Kreuzung bis nach Deutz gehen können.

Links- und rechtsrheinisches Köln sollen so neu miteinander verbunden, der öffentliche Raum wieder lebenswert gemacht werden. Es sollen neue Wohnflächen in der Stadt entstehen, in der Stadt würde der Güter- und Fernverkehr reduziert werden. Aus den Bahnflächen würden so neue Stadträume werden: Insgesamt gehe es um rund 100 Hektar (entspricht weit über 100 Fußballfeldern) Flächen, die zentrumsnah liegen und die man künftig als Stadträume nutzen könne.

Wie geht es weiter mit der Idee?

Der Verein Neue Mitte Köln sammelt derzeit Unterschriften für eine Petition an den Stadtentwicklungsausschuss. Ziel: Der Verein möchte eine Machbarkeitsstudie erstellen und ist dafür auf die Hilfe von Stadt und Bahn angewiesen.

Aktuell haben über 1000 Menschen aus Köln die Petition unterschrieben. Ziel ist es, 5000 Unterschriften zu sammeln, um bei der Stadt ein Zeichen zu setzen. Das Geld für die Machbarkeitsstudie will der Verein durch Spenden auftreiben. Man fordere kein Geld von der Stadt dafür.

Ist ein solches Konzept im 21. Jahrhundert umsetzbar? Viele KölnerInnen sind bei Großprojekten in der Stadt inzwischen misstrauisch. Die Nord-Süd-Bahn und die Kostenexplosion bei der Sanierung der Oper sind für sie warnende Beispiele, dass es dazu vor allem funktionierende Strukturen von Seiten der Stadt braucht.

Linktipp zum Thema: Deutzer Hafen: Die 6 wichtigsten Fakten zum neuen Kölner Veedel

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2 Kommentare

  • Ekkehard Petzold

    So ein Blödsinn. Bahnhöfe müssen dort sein wo die Leute hin wollen. Nicht am Stadtrand. Schickt den Böhm in die Wüste. Da kann er seine überflüssigen Bahhnhöfe bauen.

  • Sich darüber Gedanken zu machen ist Blödsinn. Der HBF gehört in das Herz von Köln und das ist die Innenstadt mit seinem Dom. Es gibt nichts schöneres für einen wenn man aus dem Bahnhof kommt und die tolle Ansicht auf den Dom hat.

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