Kölsches Original: Das rührende Andenken an Jupp Schmitz in der Kölner Altstadt

„Wer soll das bezahlen,
wer hat das bestellt,
wer hat soviel Pinke-Pinke,
wer hat so viel Geld“

Der Platz ehrt einen Kölner, der einen großen Teil seines Leben dafür gegeben hat, uns vergnügliche Stunden zu bereiten – und ein Gefühl von Heimat, Verständnis und Verbundenheit zu geben.

Jupp Schmitz gehörte zweifellos zu den prägenden kölschen Unterhaltungskünstlern der Nachkriegszeit, die auch überregional bekannt waren. (Foto: © 1971markus@wikipedia.de / Cc-by-sa-4.0)

Während heute jeden Tag tausende Menschen mit ihren Einkaufstüten über die Hohe Straße gehen, findet man nur wenige Meter weiter sein Andenken: Das Jupp Schmitz Plätzchen befindet sich in der Altstadt an der Kreuzung Salomonsgasse und Marspfortengasse, einer Parallelstraße der Hohe Straße.

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Plätzchen – die Verniedlichungsform ist bewusst so gewählt, der Name Jupp Schmitz klingt sowieso so Kölsch wie Kölsch ein Name nur klingen kann.

Auf dem „Plätzchen“ ist Jupp Schmitz als Bronzeskulptur zu sehen, wie viele KölnerInnen ihn in Erinnerung haben: Er sitzt am Klavier und singt. An den Füßen des Pianos sind Text-Tafeln seiner bekannten Songs zu sehen.

„Wer soll das bezahlen“ gehört sicher zu den bekanntesten Songs von Jupp Schmitz, die in ganz Deutschland bei Feiern und Festen gesungen wurden und werden.

Und auch heute noch singen wir regelmäßig seine Lieder. Beispiel: Der Schmucke Prinz wird natürlich noch immer an Karneval gesungen, lange Zeit war das Lied sogar im Kölner Fußball-Stadion regelmäßig präsent.

Auf seinem Grabstein auf dem Melatenfriedhof sind die Songzeilen seiner Hymne, die ganz Köln zu Aschermittwoch singt, eingraviert: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ aus dem Jahr 1953.

Jupp Schmitz wurde 1901 im Kölner Severinsviertel geboren. Er lernte sein musikalisch Handwerk perfekt, indem er jahrelang zum Konzertpianisten ausgebildet wurde. Bereits vor dem 2. Weltkrieg kreuzten sich seine Wege mit Willi Ostermann, für den er als Pianist tätig war.

Seine Lieder und Vorträge nach dem 2. Weltkrieg trafen den Nerv der KölnerInnen. Seinen letzten Auftritt hatte er im Januar 1991, als er sein Können anlässlich einer Sondersendung zu seinem 90. Geburtstag im WDR noch einmal auf der Bühne unter Beweis stellen konnte.

Wenige Wochen später, am 26. März 1991, starb Jupp Schmitz in Köln. Das Plätzchen direkt neben dem großen Trubel der Hohe Straße ist ein Andenken an einen besonderen Kölner.

Und wir sehen, wie wahr doch die Zeilen von Trude Herr sind: Niemals geht man so ganz, irgendwas von dir bleibt hier.

Linktipp:

Hier haben wir mehrere Gräber von Prominenten auf dem Kölner Melatenfriedhof aufgelistet, wo auch das Grab von Jupp Schmitz und seiner Frau dabei ist.

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Kommentar

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  • Der treue Husar ist nicht von Jupp Schmitz. Der treue Husar ist ein deutsches Lied, das auf verschiedene seit der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert bekannte Volksliedvorlagen zurückgeht. In seiner heute verbreiteten Form wird es seit den 1920er Jahren als Kölner Karnevalslied gesungen.Im Nachlass des in österreichischen Diensten stehenden Offiziers Caspar Josef Carl von Mylius (1749–1831) fand sich eine auf das Jahr 1781 datierte handgeschriebene Textfassung, die er aus Österreich nach Köln gebracht haben soll.[1] Der Heimatforscher Peter Paul Trippen fand diesen Liedtext mit dem Textanfang „Es war einmal ein roter Husar“ 1929 auf.[2] Diese Fassung ist die älteste derzeit bekannte. 1808 veröffentlichten Achim von Arnim und Clemens Brentano unter dem Titel Die gute Sieben eine Textvariante im dritten Band ihrer Sammlung Des Knaben Wunderhorn.[3][4] Diese Textfassung hatte Achim von Arnim aus fünf verschiedenen Fassungen zusammengestellt, die von Bernhard Joseph Docen, Auguste Pattberg, Bettina von Arnim und zwei unbekannten Einsendern aufgezeichnet worden waren.