In Köln gibt es Begriffe, die man kennt, ohne sie genau erklären zu können. „Stenz“ ist so ein Wort – oft gehört, selten eindeutig definiert. Aber wen meint man eigentlich, wenn man in Köln von einem Stenz spricht?
Hier kannst du testen, ob du die richtige Antwort kennst. Unter dem Quiz liest du außerdem eine ausführliche Erklärung:
Zur Erläuterung des Begriffs Stenz in der kölschen Sprache
Der Begriff „Stenz“ stammt ursprünglich aus dem Rotwelschen und hatte zunächst eine ganz andere Bedeutung als heute. Gemeint war ein Stock oder Wanderstab, wie ihn fahrende Handwerker bei sich trugen.
Diese sogenannten Stenze waren oft knotig oder spiralig gewachsen und galten als persönlicher Begleiter, der seinen Besitzer – so die Überlieferung – selbst „findet“.
Im Rheinland und speziell in Köln verlagerte sich die Bedeutung früh von dem Gegenstand auf den Menschen, der ihn trug. In der kölnischen Umgangssprache wurde „Stenz“ zur Bezeichnung für Männer, die sich auffällig im öffentlichen Raum bewegten – oft selbstbewusst, eitel und mit dem Wunsch, gesehen zu werden. Dabei schwang stets ein leicht zwielichtiger Unterton mit, insbesondere im Umfeld von Kneipen, Vergnügungsvierteln und dem Rotlichtmilieu.
So gibt es auch den alten Spruch: Jeder Stenz fährt’nen Benz.
Häufig wurde damit ganz klassische ein Zuhälter bezeichnet. Diese Zuschreibung erfolgt in Köln jedoch auch gerne nicht ganz ernst gemeint – hier ist der Kontext dazu:
In der kölschen Sprache wird das meist weniger wörtlich, sondern eher typisierend verwendet. Gemeint ist ein Mann mit großer Attitüde, einem Hang zur Selbstdarstellung und einem gewissen Macho-Charme – irgendwo zwischen Frauenheld, Großstadtfigur und Aufschneider.
Der Begriff ist dabei nicht eindeutig abwertend, sondern trägt oft auch eine ironische oder augenzwinkernde Note, wie sie typisch für die kölsche Sprache ist.
Wer in Köln als Stenz bezeichnet wird, nimmt sich selbst wichtig, steht gern im Mittelpunkt und spielt bewusst mit seinem Auftreten. Gleichzeitig erlaubt das Kölsche, solche Figuren mit Humor zu brechen: Ein Stenz ist hier selten wirklich gefährlich, sondern eher eine schillernde Type, über die man schmunzelt – und genau diese Mischung aus Ironie, Nähe und sprachlicher Leichtigkeit macht den Begriff bis heute lebendig.
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