Wie hat sich Köln eigentlich verändert, als die Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts in die Stadt kamen? Hinter dieser Epoche steckt weit mehr als neue Herrscher und strenge Uniformen: Köln wurde zur größten Festungsstadt Deutschlands ausgebaut, der Karneval neu erfunden – und sogar ein Erzbischof verhaftet.
In diesem Quiz kannst du dein Wissen testen und erfährst überraschende Fakten aus einer Zeit, die Köln bis heute geprägt hat. (Foto: IMAGO / United Archives)
Köln zur Preußenzeit – die Erläuterung der Fragen
1) Wie kam Köln 1815 eigentlich zu Preußen?
Richtige Antwort: B – Köln wurde Preußen im Wiener Kongress zugesprochen.
Erläuterung: Nach Napoleons Niederlage ordnete der Wiener Kongress die politischen Landkarten Europas neu. Köln wurde dabei ohne Kampf Teil des Königreichs Preußen. Für die Bevölkerung bedeutete das einen abrupten Wechsel der Herrschaft – erneut durch eine externe Entscheidung.
2) Warum bauten die Preußen Köln zur „Festung ersten Ranges“ aus?
Richtige Antwort: C – Weil Köln als Schutzwall („Vormauer“) gegen Frankreich dienen sollte.
Erläuterung: Preußen betrachtete das Rheinland als militärischen Puffer gegenüber Frankreich. Köln wurde deshalb stark befestigt und zur größten Festungsstadt Deutschlands ausgebaut. Die militärische Funktion bestimmte über Jahrzehnte das Stadtbild und das Leben in Köln.
3) Welche Folge hatte der Festungsstatus für die Entwicklung der Stadt?
Richtige Antwort: A – Die Stadt durfte jahrzehntelang kaum wachsen.
Erläuterung: Durch die Festungsringe durfte Köln sich außerhalb der Mauern weder baulich noch industriell ausdehnen. Das führte zu Wohnraummangel, dichter Bebauung und einem künstlich begrenzten Stadtgebiet. Erst nach dem Abriss der Wälle begann Kölns großer Wachstumsschub.
4) Wie viele Menschen gehörten im 19. Jahrhundert ungefähr zur preußischen Militärbevölkerung in Köln?
Richtige Antwort: C – Rund 8.000 Menschen.
Erläuterung: Soldaten, Familienangehörige und Bedienstete machten zusammen rund 8.000 Personen aus – ein enormer Anteil für die damalige Stadtgröße. Das Militär prägte Wirtschaft, Alltag und soziale Strukturen. Gleichzeitig verstärkte es die Distanz zwischen Kölner Bürgertum und preußischer Obrigkeit.
5) Welcher Konflikt führte 1837 zur Verhaftung des Kölner Erzbischofs?
Richtige Antwort: C – Ein Konflikt über Mischehen und die Erziehung der Kinder.
Erläuterung: Die katholische Kirche verlangte, dass Kinder aus Mischehen katholisch bleiben, Preußen hingegen schrieb die Religion des Vaters vor. Erzbischof Vischering blieb bei der kirchlichen Linie und verweigerte die Anpassung. Das führte zu seiner spektakulären Verhaftung – ein europaweit diskutiertes Ereignis.
6) Warum fühlte sich Köln unter preußischer Herrschaft zunächst benachteiligt?
Richtige Antwort: B – Weil zentrale Institutionen (Uni, Oberpräsidium, Kunstakademie) nicht nach Köln kamen.
Erläuterung: Trotz seiner Größe wurde Köln bei wichtigen Neugründungen übergangen: Die Universität kam nach Bonn, wichtige Verwaltungsstellen nach Koblenz und Düsseldorf. Köln blieb auf regionale Behörden beschränkt, was den Eindruck politischer und kultureller Benachteiligung verstärkte.
7) Welche Rolle spielte der Karneval unter den Preußen
Richtige Antwort: C – Er wurde 1823 neu organisiert – und schnell politisch.
Erläuterung: Die Preußen wollten den Karneval ordnen und entpolitisieren, indem sie ein Komitee und feste Strukturen einführten. Doch genau diese Struktur bot plötzlich Raum für subtile politische Kritik. Viele Karnevalisten wurden später Teil der demokratischen Bewegung von 1848.



