Woher kommt das Wort Imi in Köln wirklich?

Jeder Kölsche kennt den Ausdruck Imi. Und wohl die allermeisten Menschen in Köln sind nach strenger Definition auch ein Imi. Was bedeutet das Wort wirklich? Und woher kommt es?

Der Begriff Imi in Köln

Die Kurzform Imi wird abgeleitet von „enne imiteete Kölsche“. Das bedeutet soviel, wie ein imitierter Kölscher zu sein. Das lateinische Wort imitari bedeuten nachmachen und und bei uns der Begriff imitieren ja ebenfalls noch geläufig. Der Begriff ist jedoch alles andere als ein Schimpfwort. Er wird häufig er neckisch benutzt.

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Laut Adam Wrede, Neuer Kölnischer Sprachschatz, wurde das Wort nach dem 2. Weltkrieg besonders geläufig. Damals kamen aus den Ostgebieten zahlreiche Vertriebene Menschen unter anderem auch nach Köln. Sie wurden von den Landesbehörden den Städten zugewiesen. Bis 1955 soll diese Zahl bei etwa 60.000 gelegen haben. Sie wurden von den Menschen in Köln Imis genannt.

Der Begriff hat sich bis heute gehalten, ohne abwertend gemeint zu sein. Im Karneval gibt es sogar eine Imi-Sitzung (Motto: „Jeder Jeck is von woanders“).

Es ist also egal, ob man Grieche, Türke, Jude, Moslem oder Buddhist ist, oder ob man aus Westfalen, Franken oder Norddeutschland kommt: In Köln ist man kein Fremder, sondern ein Imi.

Wann ist man ein echter Kölner?

  • Laut strenger Definition sind echte Kölsche solche, die in der 3. Generation in Köln leben. Nun kann man sich ausrechnen, wie viele „echte Kölner“ es laut dieser Definition geben mag.

Tatsächlich ist es in Köln ja so eine Sache mit strengen Definitionen. So kann es ja gut sein, dass man sich nach einem Abend in einem schönen Brauhaus schon fast heimisch fühlt. Und bei vielen Menschen genügen nur wenige Monate, Jahre, oder auch regelmäßige Fahrten nach Köln, um das kölsche Jeföhl nicht mehr loszuwerden. Ein Grund, warum es auch uns gibt.

Die Begriffe Imi und Ami in Köln

Der Begriff Imi ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem Begriff Ami. Dabei denkt man im ersten Moment natürlich an „die Amis“, also die Amerikaner. Im kölschen ist die Bedeutung jedoch eine andere. Es leitet sich laut Adam Wrede am von französischen ami und dem lateinischen Wort amicus und wird in diesem Fall wirklich abfällig benutzt. Als Ami bezeichnet man einen fiesen oder falschen Freund.

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9 Kommentare

  • Guten Morgen, eine Korrektur zum Motto der Immisitzung: hier wird gegendert: JEDE Jeck is…. (Nicht: jeder!) Ein kleines r, und doch so bedeutsam!
    Viele Grüße Jutta

    • Christiane Rath

      Liebe Jutta, das kann man zwar leicht verwechseln, aber dieses „jede“ ist keine weibliche Form, sondern die kölsche Aussprache von „jeder“. Seit der Stunksitzung gibt es inzwischen auch verbreitet das Wort „Jeckin“, wenn Biggi sagt – leev Jeckinnen un Jecke… 😉 … mfG Christiane

  • Gisela Weinert

    Das Wort ‚Ami‘ als sog. Schimpfwort ist mir vollkommen neu. Ich habe es noch n i e gehört. Bin ein Kriegskind.
    Mir ist der Begriff nur als amerikanische Besatzung geläufig.

    • Roselie Balter-Vogt

      Hallo Gisela,

      das hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun, sondern ist ganz persönlich: bist Du die Gisela Weinert, Tochter von Egino Weinert aus der Marzellenstrasse? Bist Du in Horrem zur Schule gegangen?

      Liebe Grüße von
      Roselie Balter-Vogt

    • Stimmt!!! Ami = fiese möp?? Nie gehört. Kennt in diesem Sinne auch keiner. AMi bleibt Americaner. Für die älteren sowieso und für die jüngeren … die sprechen sowieso kein Kölsch….

    • Andreas Rickmann

      Hallo Gisela, man verwechselt es gerne, aber beide Begriffe haben gar nichts miteinander zu tun. Also Ami als Amerikaner und Ami als falscher Freund sind zwei unterschiedliche Begriffe. Wir haben es im Neuen Kölnischen Sprachschatz von Adam Wrede gelesen.

  • Manfred Visang

    Bin noch ein Kriegskind und im Trümmerköln groß geworden, für mich ist ein Imi jemand der von ausserhalb kommt und sich in Köln heimisch fühlt, dagegen wurden die aus Ostdeutschland kommenden Flüchtlinge als Pimmoke bezeichent und zusätzlich zugezogene, welche ihre eigenen „Gebräuche“ hochhalten und mit der kölschen Art nichts am Hut haben. Der Immi war eigentlich stets willkommen, der Pimmok dagegen nicht.

  • Fritz Basseng

    Dank an Manfred Visang!!

    Ich habe manchmal den Eindruck, dass Herr Wrede ein „IMI“ ist.
    Nichts für ungut!! (ungut ist „nicht gut“, also „schlecht“!!

  • Imi ist die Kurzform, stammt dasWort her nämlich Imitierte. Zugezogene imitieren dem Kölner nach, die sogenannten Wahlkölner.

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