Der FC hat sein letztes Heimspiel gegen Heidenheim mit 1:3 verloren. Als Aufsteiger hat man den Klassenerhalt zwar bereits zwei Spieltage vor Schluss klar gemacht – trotzdem bleibt bei vielen FC-Fans ein gemischtes Gefühl zurück.
Wer sich vor dem Heidenheim-Spiel die Pressekonferenz mit Gästetrainer Frank Schmidt ansah, der konnte bereits ahnen, was den 1. FC Köln in Müngersdorf erwarten würde: Ein Team, das in den vergangenen Wochen angefangen ist zu fliegen und in Müngersdorf auf ein Team traf, das gerettet war.
Das Ergebnis spiegelte dann exakt diese Situation – und zeigt auch, wie nah die Bundesliga beieinander ist und der FC weit davon entfernt ist, „mal eben“ gegen Heidenheim zu gewinnen.
Im FC-Podcast Dreierkette begrüßte Martin Schlüter die FC-Fans Daniel und Jan. Dän Dickkopf war außerdem zugeschaltet. Alle waren entsprechend bedient – hier liest du, wie sie die Situation rund um den FC sehen:
Martin:
„Es fühlt sich etwas so an, dass die ganze Saison dadurch versaut ist. Ich finde, wir hätten ja auch, das Heidenheim-Kapitel so ein bisschen abschließen können vor 2 Jahren, das Spiel, wo wir da so abgestiegen sind, sang- und klanglos. Ich habe jetzt keine große Realität dazu, aber man kann das ja auch so ein bisschen versüßen, auch für die Fans, die wirklich so viel durchmachen.“
„Ich habe mich ja maßlos über die Südkurve aufgeregt mit Dauersingsang und nie mehr Zweite Liga kurz vor Schluss. Ich finde, eines der Probleme unseres Vereins ist dieses ambitionslose Dahergesinge. Wenn wir nicht wieder Ehrgeiz und Zielstrebigkeit und den Geist von Franz Krämer in dieses Stadion kriegen, werden wir noch viele dieser dämlichen Spiele hier erleben.“
Jan:
„Ich bin sehr fertig und ja, also gewissermaßen auch echt schwer enttäuscht. Und irgendwie der FC schafft es mal wieder, mir die Woche ein bisschen schlechter zu machen, als sie sein könnte.
Ich hätte es mir auch anders erwartet, weil ich zumindest auf jeden Fall auch Trotz allem dachte ich, dass unsere Mannschaft total im Reinen mit sich ist und auch für jeden Punkt und auch für das Erlebnis im Stadion zu spielen. Es geht ja auch um den Cheftrainerposten, es geht um Leihgaben, die eventuell länger bei uns spielen könnten, die noch Eigenwerbung betreiben könnten, es geht um Marktwert, es geht um Scorerpunkte, es geht um wahnsinnig viel Geld durch die V-Rangliste.
Ich finde es wirklich unangenehm, wenn du ein Heimspiel gegen den vorher schlechtesten Gegner der Liga wirklich dich so vorführen lässt, nur weil es bei dir um nichts mehr geht. Ist auch eine Frage von Wettbewerbsverzerrung.“
Daniel:
„Fast alle haben komplett neben sich gestanden. Nur wie gesagt, ich hatte es ehrlich gesagt befürchtet, weil der FC dann seit Samstag auch absolut rechnerisch gesichert ist. Heidenheim mit dem Messer zwischen den Zähnen die letzten Wochen, ja wirklich die letzte Chance versuchen zu ergreifen.
Also dadurch jetzt, durch das Spiel jetzt die Saison kaputt, sehe ich nicht so. Wie gesagt, ich hatte es irgendwie erwartet und wenn man es mal ganz realistisch anschaut, dann ist das primäre Saisonziel erreicht mit dem Klassenerhalt. Nichtsdestotrotz ist das jetzt auch keine Saison, wo man jetzt irgendwie rausgeht und total begeistert und auch euphorisiert auf die Folgesaison ist, sondern das ist recht nüchtern betrachtet. Klassenerhalt erreicht.“
Anzeige: Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Dän:
„Ich habe mich maßlos aufgeregt über das Spiel gegen Heidenheim, bin jetzt schon wieder ein bisschen runtergekommen.
Man hat sehr oft schlechte Leistungen, man steigt ab, man steigt wieder auf, es gibt Zitterpartien, es gibt Skandale und alle möglichen Geschichten, die passieren. Und ich finde, das sind alles Sachen, die zum 1. FC Köln dazugehören. Und ich kann mit diesen Sachen auch, auch wenn sie mich schneller altern ließen als Zeitgenossen, die sich nicht mit Fußball beschäftigen und dem 1. FC Köln, kann ich damit leben.
Wo ich nicht mit leben kann, sind solche Geschichten wie das Spiel gegen Heidenheim. Wenn in Anführungsstrichen es um nichts mehr geht, dann wäre gerade nach Erfahrungen der Vergangenheit. Stichwort 0:6 in Bremen damals. Meines Erachtens ist einfach für einen Verein wie den 1. FC Köln geboten, dass man da noch mal alle Kräfte bündelt und an so einem Spieltag dann noch mal eine ordentliche Leistung raushaut.
Ich habe ein bisschen Schiss vor der nächsten Saison, freue mich aber erst mal, dass wir am rettenden Ufer sind.“



