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Dreierkette Köln

FC-Podcast Dreierkette: „Endlich ein Trainer, der sich nicht in den Mittelpunkt stellt“

Was für eine Erleichterung: Mit dem 3:1 gegen Werder Bremen gelangt dem FC im Abstiegskampf ein Big Point! Der FC liegt nun fünf Punkte vor dem Relegationsrang und hat am Freitag das wichtige Spiel gegen St. Pauli vor der Brust.

Wie bewerten die FC-Experten aus dem Podcast Dreierkette Köln die Lage beim 1. FC Köln nach dem Sieg gegen Bremen? Hier lest ihr, wie Martin Schlüter, Dän Dickopf und FC-Fans Ingmar den Sieg gegen Bremen gesehen haben und welchen Eindruck René Wagner auf sie macht.

Der Sieg gegen Bremen: wichtig, aber längst nicht beruhigend

Martin ordnet den Sieg als enorm wichtig ein, sieht aber auch, dass der FC das Spiel viel früher hätte entscheiden müssen.

„Wir hatten 26 Torschüsse, wir hatten glaube ich 8, 9 Riesentorchancen. Das hat ja schon lichterloh gebrannt und trotzdem war es spielerisch recht dürftig.

Ich finde es fast ein Widerspruch, glaube aber, dass Wagner bewusst hinten sehr kompakt stehen möchte, wenig zulassen möchte. Und das muss man ja andererseits auch sehen. Das ist nichts für Ästheten.

Aber außer diesem extrem von Schwäbe toll gehaltenen Ball hatte Bremen keine Torchance. Selbst als sie das 2:1 gemacht haben, klar mit einem Mann weniger, haben sie ja nicht gedrängt. Der FC stand schon sehr gut, hätte nur das viel, viel schneller beenden müssen, den Sack zumachen müssen.“

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Dän war nach dem Spiel vor allem erleichtert — gerade weil ihn die Passivität des FC in der zweiten Halbzeit genervt hat.

„Ich war total erleichtert. Wahnsinnig wichtig. Aber ich fand vieles sehr schlimm trotzdem. Ich hatte über Strecken in der zweiten Halbzeit das Gefühl, dass jeder sich vorgenommen hat, auf jeden Fall nur den absolut sicheren Kurzpass zu spielen.

Und das gegen eine Mannschaft, die ja wirklich sehr geschwächt war. Ich hatte lange Zeit im Spiel gar keine Sorge, dass ein Gegentor fallen könnte. Und dann hätte ich mir wirklich dieses Klassische gewünscht: Wir gehen aufs 2:0.

Und das hatte ich gar nicht das Gefühl, dass das gemacht wurde. Deswegen bin ich einfach total erleichtert. Aber ich hätte mir einfach mehr Mut und Entschlossenheit gewünscht. Mir wurde im Spiel klar, dass ich der Mannschaft immer noch zu viel zutraue.“

Ingmar bewertet den Auftritt etwas milder, sieht aber ebenfalls, dass dem FC nach Führungen oft der letzte Zug zum zweiten oder dritten Treffer fehlt.

„So ganz würde ich das jetzt nicht sehen. Aber tatsächlich, gerade nach dem Anschlusstreffer habe ich mich so ein bisschen an die Hinrunde gegen den HSV erinnert. Da hatte der HSV ja sogar zwei Spieler weniger und war dem 2:2 damals näher.

Und jetzt war es ähnlich: Man wurde irgendwann nervös. Ich gebe dir recht, es fehlt immer so ein bisschen dieser Wille, nach einem 1:0 oder auch nach einem 2:0 noch mal nachzulegen. Sie rücken alle immer ein paar Schritte zurück, aber das ist wahrscheinlich auch dem Saisonverlauf geschuldet, dass man jetzt einfach ein bisschen vorsichtiger ist.“

Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

René Wagner: mehr Stabilität, mehr Ruhe – weniger Risiko

Martin erkennt bei René Wagner bereits eine klare Linie — und hält seine ruhige Art für einen möglichen Gewinn für den FC.

„Ich bin auch da zuversichtlich. Also ich glaube, dass das eine langfristige Lösung sein kann. Diese sehr ruhige, besonnene Art, dass das Spielern in der Mannschaft guttut und auch diesem immer ein wenig zu hektischen Verein guttut. Und ich glaube, dieses Man-ist-beieinander ist fast spürbar. Im Torjubel, in der Gestik.

Ich finde es wirklich sehr angenehm, dass es mal so einen Trainer gibt, wo man das Gefühl hat, der ist Teil des Ganzen, aber nicht dieses: Ich muss jetzt den Weihnachtspullover anziehen oder ich mache jetzt die Pressekonferenz so. Ich glaube, dieses bewusste Zurücknehmen und die Pressekonferenzen sehr strukturiert zu führen, auf einem sehr angenehmen intellektuellen Niveau, halte ich für eine Bereicherung.

Ich finde es angenehm, dass da jemand ist, der sich nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern einfach seinen Job macht.“

Dän sieht die kurzfristigen Ergebnisse positiv, bleibt bei Wagner aber noch vorsichtig und will mehr als nur die ersten beiden Spiele sehen.

„Kurzfristig war das natürlich richtig, weil vier Punkte in der Situation supergeil sind. Ich habe nach wie vor meine Zweifel und würde jetzt erst mal weiter abwarten, bevor ich mich da festlege. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass wenn wir die Rettung schaffen, dann wird man an ihm festhalten.

Und dann weiß ich nicht, was in der ganzen Saison passiert. Ich bin noch ein bisschen skeptisch, weil ich glaube, dass das ein exzellenter Fachmann ist. Ob es für den FC der richtige Mann ist, kann ich noch nicht sagen.“

Ingmar hat bei Wagner schon nach kurzer Zeit das Gefühl, dass er die Mannschaft anders erreicht als sein Vorgänger.

„Ich bin großer Fan. Ganz bezeichnend fand ich beim Ache-Tor: Da steht Cenk auch im Sechzehner und geht schon so Richtung Trainerbank und wartet nur, dass das ein Tor ist, und rennt mit 400 km/h auf Wagner und die Co-Trainer zu, weil er sich so freut. Auch da kann man jetzt vielleicht wieder ein bisschen mehr interpretieren, als es sinnvoll ist.

Aber ich glaube, der erreicht die Mannschaft anders als ein Kwasniok. Und das nehme ich erst mal so mit. Ich glaube, da ist schon einiges zerbrochen zwischen Trainer und Mannschaft. Und das kittet Wagner gerade so ein bisschen. Und das kann uns nur helfen.“

Hier könnt ihr die gesamte Folge mit den weiteren Themen rund um den FC hören:

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