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Die schaurige Mordserie des Kölners Peter Kürten in den 20er-Jahren

Er hatte gute Manieren, war stets adrett gekleidet. Doch er war eine kaputte Seele, die zum Monster wurde. Peter Kürten wurde 1893 in Mülheim (gehörte damals noch nicht zu Köln) geboren.

Er war der wahrscheinlich schlimmste Serienmörder, der jemals im Rheinland sein Unheil trieb. In den 1920er Jahren tötete er neun Menschen, überwiegend junge Frauen. Vor Gericht gestand er sieben weitere Mordversuche.

Er ging so brutal vor, dass es im Rheinland eine regelrechte Hysterie gab. Nur durch einen Zufall wurde er geschnappt. (Foto: Bundesarchiv, Bild 102-11502 / CC-BY-SA 3.0)

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Die meisten seine Taten beging er in Düsseldorf, doch der Beginn seiner Mordserie fand in Köln statt. Bereits als Kind tötete er Tiere, hatte Spaß daran, Kinder ins Wasser zu schubsen, ihnen beim Todeskampf zuzugucken.

Bevor er den ersten Menschen ermordete, zündete er Scheunen an, war er wegen Diebstahl, Zechprellerei und Einbrüchen im Gefängnis gewesen.

Seinen ersten Mord beging er am 25. Mai 1923 in Mülheim. Opfer war die erst neunjährige Christina Klein. Kürten fand das Mädchen schlafend, als er in die Wohnung einbrach, die oberhalb einer Schankwirtschaft lag. Die Mutter des Mädchens war während der Tat in der Kneipe tätig.

Nur durch Zufall vergingen sechs weitere Jahre, ehe seine Mordserie begann. Er überfiel und würgte Frauen, ging mit einem Beil auf Menschen los, zündete Scheunen an. Landete immer wieder im Gefängnis.

Seit 1925 lebte er mit seiner ahnungslosen Frau in Düsseldorf. Er war stets nett zu den Nachbarn. Seine Frau musste abends bis in die Nacht in einem Cafe arbeiten. Er brachte sie zur Arbeit, holte sie wieder ab. In der Zeit dazwischen beging er seine mörderischen Taten.

Zwischen Februar und November 1929 ermorderte er acht Menschen.

Er mordete wahllos und aus niederen Beweggründen, stach mit großen Scheren auf Menschen ein, nachdem er sie in ein Gespräch verwickelt hatte. Als bei einem Mordversuch die Spitze einer Schere im Kopf des Opfer steckengeblieben war, ließ er sie nachschleifen.

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Immer wieder kam er auch an die Tatorte zurück. Nachdem er ein neunjähriges Mädchen auf einer Baustelle erstochen hatte, kam er am Tag darauf wieder und zündete die Leiche an.

In Düsseldorf lief er an einigen Abenden regelrecht Amok. Stach mit einem Dolch auf Menschen ein, die sich zum Teil retten konnten, ergötzte sich danach an der Hysterie oder mischte sich an den Tatorten unter die Schaulustigen.

Einmal hatte er sich bereits ein Opfer in Düsseldorf ausgesucht, sie angesprochen, war mit ihr unterwegs, als ihm seine Ehefrau unverhofft begegnete. Sie verdächtigte ihn, fremd zu gehen. Er ließ daraufhin beide stehen. Eine Begegnung, die der Dame wahrscheinlich das Leben rettete.

Der Vampir von Düsseldorf

Immer wieder versuchte Kürten auch, das Blut seiner Opfer zu trinken. Zum Teil erbrach er sich dabei. Seinen Spitznamen „Vampir von Düsseldorf“ erhielt er, weil er einen Schwan tötete und dessen Blut trank.

Wie sehr er sich an der öffentlichen Aufregung über seine Taten erfreute, erkennt man auch daran, dass er einer Zeitung Skizzen zuschickte, auf denen zu sehen war, wo unentdeckte Opfer von ihm lagen.

Nachdem er bereits mehrere Menschen erstochen hatte, sprach er im Herbst 1929 immer wieder Frauen und Mädchen an. Er hatte zu dieser Zeit immer einen Hammer dabei, verwickelte die Frauen in Gespräche, tötete sie mit Schlägen an die Schläfe und verging sich an ihnen.

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Es gab zahlreiche weitere Versuche von Kürten, wo er Frauen ansprach, sie unter einem Vorwand an abgelegene Orte lockte, sie würgte, auf sie einstach.

Warum wurde er nicht früher geschnappt?

Dass eine solche Mordserie damals überhaupt möglich war, ist auch einigen Zufällen zu verdanken. So wurde er beim allerersten Mord in Mülheim nie verdächtigt. Für einige seiner Morde in Düsseldorf bekannte sich zunächst ein geisteskranker Mann.

Insgesamt waren 12.000 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, von denen einige wenige auch auf Kürten deuteten. 15.000 Reichsmarkt Belohnung waren auf den Mörder ausgesetzt.

Tatsächlich zeigt es aber auch, wie wenig entwickelt die Ermittlungsarbeit der Polizei damals noch war.

Die Polizei kam ihm erst auf die Spur, als ein Brief eines Opfer, das überlebt hatte, falsch zugestellt wurde – und bei der Polizei landete. Als Kürten das bemerkte zog er zunächst aus seiner Wohnung aus. Kurz darauf gestand er seiner ahnungslosen Ehefrau alle Taten in einem ausführlichen Geständnis.

Als er sich anschließend nochmals mit seiner Frau traf, nahm die Polizei ihn am 24. Mai 1930 am Rochusmarkt in Düsseldorf fest.

In seinem Prozess gab er neben den neun Morden und Mordversuchen außerdem an noch als Kind zwei Jungen am Rheinufer in Mülheim in den Fluss gestoßen zu haben – sie ertranken. Diese Tat wurde beim Urteil nicht berücksichtigt.

Peter Kürten wurde wegen neunfachen Mordes neunmal zum Tode und wegen 7-fachen versuchten Mordes zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Er wurde am frühen Morgen des 2. Juli 1931 im Kölner Klingelpütz mit dem Fallbeil hingerichtet. Zuvor war ein Gnadengesuch abgelehnt worden. In der Nacht vor seinem Tod schrieb er unter anderem Briefe an seine Opfer, die seine Angriffe überlebt hatten.

Seine Leiche wurde ohne Kopf bestattet. Der Kopf von Peter Kürten gelang nach dem 2. Weltkrieg in die USA und ist dort bis heute im Museum „Ripley’s Believe it or not“ in Wisconsin Dells, nördlich von Chicago, zu besichtigen.

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2 Antworten auf „Die schaurige Mordserie des Kölners Peter Kürten in den 20er-Jahren“

Mit weniger Fehlern im Text wäre die Geschichte deutlich besser.. Wie kann der Mann z. B. 1993 jemanden ins Wasser stoßen wenn er bereits 1931 geköpft wurde?!
Ein 2. Mal drüber lesen hätte nicht geschadet..

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