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Der Sensenmann auf Melaten: Das schaurige Gesicht des Todes

Der Sensenmann ist zweifellos die bekannteste Figur auf dem Kölner Melatenfriedhof. Wohl auch heute könnte gar niemand den Tod besser personifizieren, also in einer Person darstellen, als in Form dieser Figur. Für manche ist sie angsteinflößend, für andere faszinierend.

Der Totenkopf hat seinen Körper, der in Wahrheit nur ein menschliches Gerippe ist, mit einem Umhang umhüllt. Sein linkes Bein schaut hervor. Es ist lediglich ein Knochen. In der linken Hand trägt die Figur eine Sense. In der rechten Hand eine Sanduhr.

Sie symbolisiert: Die Zeit des Lebens ist begrenzt. Auch seine Finger sind lediglich aus Knochen. Er schaut leicht nach rechts, dynamisch, als wolle er gleich loslaufen und sich eine Person holen.

(Fotos: Factumquintus / CC BY-SA 3.0 / Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0)

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An der Beschreibung merkt man gut, welche Faszination und Ehrfurcht zugleich diese Figur auf Melaten auslöst. Der Tod kommt, um die Menschen zu holen. Das war die Vorstellung der Menschen im Mittelalter. Mehr dazu weiter unten.

Der Sensenmann auf Melaten heute

Das Grabmal auf Melaten wurde vom Bildhauer August Schmiemann für den damals wohlhabenen Kaufmann Johann Müllemeister erschaffen. Die Patenschaft für den Sensenmann auf Melaten hat seit mehreren Jahrzehnten die Familie Steinnus übernommen, eine Steinmetzfamilie, die seit über 300 Jahren in Köln tätig ist.

Hier ebenfalls begraben liegt der Sohn des Bildhauers Johann Steinnus, der im Alter von 11 Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Sein Spitzname war „Fröschlein“, deshalb ist auf dem Grab ein Frosch zu sehen. „Er wollte dahin“, sagte Johann Steinnus einmal im Gespräch mit dem Express.

Wo finde ich den Sensemann auf Melaten?

Die Figur steht am westlichen Hauptweg zwischen den Fluren 82 und 76B. Hinweis dazu: Hier seht ihr eine Liste, welche Prominenten auf Melaten begraben liegen und wo man die Gräber findet.

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Woher kommt die Figur?

Der Sensemann ist keineswegs eine Figur, die es ausschließlich auf Melaten gibt. Gleichwohl gilt sie als Wahrzeichen von Melaten. Vielleicht auch, weil das Grabmal gut symbolisiert, was die Atmosphäre von Melaten ausmacht.

Schon seit dem Mittelalter ist der Sensenmann die personifizierte Form des Todes, wird dabei oft als Figur mit Gerippe und im Gewand dargestellt. Mit seiner Sense mäht er die Menschen dahin.

Und es gibt zahlreiche Redensarten, die darauf Bezug nehmen, wie etwa: „Jetzt ist Sense“ – „jetzt ist Schluss“. Meist wird er als gesichtslose Figur dargestellt. Im Gegensatz zur Figur auf Melaten. Heute ist er außerdem populär als Motiv für Tattoos oder auch als Kostüm für Karnevalsfeiern – wie sich die Zeiten ändern.

Trotzdem lohnt es sich, einen Moment vor dem Wahrzeichen von Melaten innezuhalten. Denn wie kein anderes Grabmal auf dem Friedhof zeigt einem der Sensenmann die Vergänglichkeit des Lebens.

Welche Erfahrungen habt ihr auf Melaten gemacht? Schreibt uns eine E-Mail.