Bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstags war die Polizei in der Silvesternacht 2025/26 in Köln und Leverkusen mit einem Großaufgebot im Einsatz. Mehrere hundert Polizistinnen und Polizisten sorgten nach Angaben der Polizei für die Sicherheit der Feiernden.
Bereits vor Mitternacht verzeichneten die Einsatzkräfte ein hohes Besucheraufkommen, vor allem an der Rheinuferpromenade sowie an bekannten Feier-Hotspots rund um die Kölner Ringe und im Zülpicher Viertel. Nach dem Jahreswechsel nahm die Zahl der Menschen in diesen Bereichen jedoch deutlich ab. (Screenshot: R. Deutschmann)
Während der Kölner Stadtanzeiger von einem „Inferno“ am Rheinufer um Mitternacht sprach, schrieb der Wissenschaftler Dr. Mark Benecke auf seiner Facebook-Seite: „Es war eine erstaunlich friedliche und nahezu böllerfreie Sylvester-Nacht in der Kölner Innenstadt.“
Platzverweise, Gewahrsamnahmen und Ermittlungen
Bis 6 Uhr erteilte die Polizei in Köln und Leverkusen insgesamt 86 Platzverweise und nahm 29 Personen in Gewahrsam. Zudem leiteten die Beamten mehrere Ermittlungsverfahren ein, unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und sexueller Belästigung. Fünf Messer wurden sichergestellt.
Im Rahmen von Verkehrskontrollen überprüfte die Polizei mehr als 40 Autofahrer. In mehreren Fällen bestand der Verdacht, dass die Betroffenen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs waren. Vier Fahrer mussten ihre Führerscheine noch vor Ort abgeben.
Diese Vorfälle gab es in Köln
Kurz vor Mitternacht meldeten mehrere Anrufer über den Notruf eine Personengruppe auf der Berliner Straße in Köln-Mülheim. Aus der Gruppe heraus soll wahllos auf vorbeifahrende Autos geschossen worden sein. Einsatzkräfte stellten einen Verdächtigen und fanden bei einer Durchsuchung eine Schreckschusswaffe, die sichergestellt wurde. Eine Strafanzeige folgte.
Gegen 0.20 Uhr beschoss ein Mann auf dem Hohenzollernring mehrere Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern. Die Polizei nahm ihn in Gewahrsam und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein.
Görlinger Zentrum erneut im Fokus
Etwa eine Stunde später bewarfen nach Polizeiangaben überwiegend jugendliche Personen im Bereich des Görlinger Zentrums gezielt Polizisten mit Feuerwerkskörpern. Die Polizei verstärkte daraufhin ihre Präsenz und zog Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzu.
Zwei 14-jährige Jugendliche wurden angetroffen, ihre Personalien festgestellt und die Erziehungsberechtigten informiert. Die Jugendlichen erwartet jeweils ein Ermittlungsverfahren, die eingesetzten Beamten blieben unverletzt.
Über die gesamte Nacht hinweg registrierte die Polizei zudem zahlreiche Meldungen zum missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik. Dabei kam es wiederholt zum Beschuss von Personen, Fahrzeugen und auch Polizeikräften mit Feuerwerkskörpern.
In allen bekannten Fällen leitete die Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein oder fertigte Ordnungswidrigkeitenanzeigen.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:So sah es in Leverkusen aus
Auch in Leverkusen kam es zu mehreren Einsätzen. In Rheindorf wurden Streifenteams gegen 2.15 Uhr zu einer brennenden Mülltonne auf dem Königsberger Platz gerufen. Während der Einsatzbearbeitung wurden die Polizisten von Unbekannten mit Feuerwerkskörpern und einer Schreckschusswaffe attackiert. Als sie zu ihrem Streifenwagen zurückkehrten, stellten sie beschädigte Front- und Heckscheiben sowie Außenspiegel fest. Die Beamten blieben unverletzt.
Gegen 4 Uhr rückte die Polizei zu einer Schlägerei auf der Unterstraße in Rheindorf aus. Nach der Aufnahme des Sachverhalts brachten die Einsatzkräfte einen Mann, der aggressiv auftrat, ins Polizeigewahrsam. Ihn erwartet unter anderem ein Verfahren wegen eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Zwei weitere Beteiligte erlitten leichte Verletzungen und wurden im Krankenhaus behandelt.
Gegen 5 Uhr versuchte sich ein 25-jähriger Autofahrer auf der Solinger Straße einer Verkehrskontrolle zu entziehen. Die Flucht endete nach einem Aufprall auf einen Briefkasten. Die Polizei stellte den Mann und ordnete wegen des Verdachts auf Drogenkonsum eine Blutprobe an.



