Brings im Autokino Köln

Autokino in Köln-Porz nach 55 Jahren vor dem Aus

Es ist ein Stück deutsche Geschichte: Am 18. August 1967 wurde im damaligen Porz (gehörte zu der Zeit noch nicht zu Köln) das erste Autokino in NRW eröffnet. Es war das dritte Autokino in Deutschland. Nach über 50 Jahren steht das Autokino in Porz nun vor dem Aus, wie die DWJ GmbH (Der Wert J – Werteverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Starnberg / Bayern) als Betreiber bekannt gab.

Der Grund: Die Stadt Köln hat per Ordnungsverfügung alle Märkte auf dem großen Areal verboten, da es dafür keine Genehmigung gebe. Die Entscheidung wurde mittlerweile durch das Kölner Verwaltungsgericht bestätigt. (Foto: instagram.com/ralvi67 – vom Brings-Konzert 2020)

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Ohne die Märkte sei das Autokino laut Betreiber DWJ trotz guter Besucherzahlen allerdings nicht überlebensfähig. Die DWJ GmbH betreibt mehrere Autokinos und wies 2019 einen Jahresumsatz von 7,5 Mio. Euro aus.

Autokino Porz: Keine Baugenehmigung für Märkte

Die Märkte finden seit rund 40 Jahren auf dem Areal statt, doch damit ist nun Schluss. „Die nötigen Baugenehmigungen dafür liegen nicht vor, daher werden alle v. g. Nutzungen bauordnungsrechtlich mit dem Ziel der Nutzungseinstellung geahndet“, hieß es in einer Mitteilung der Verwaltung im September 2022.

Auf dem Gelände des Autokinos findet mittwochs und samstags jeweils der Wochenmarkt statt. Jeden Freitag ab 6:00 Uhr gibt es einen Trödelmarkt. Dazu kommt ein weiterer Trödelmarkt an jedem dritten Sonntag im Monat. Die Märkte sind eine wichtige Einnahmequelle: Transporter bis 8 Meter Standbreite etwa zahlen 70,00 Euro Standgebühr pro Markttag.

CDU-Fragen zum Autokino Porz

Das Thema gibt es bereits seit dem Jahr 2020, damals angeschoben von der CDU. Damals hatte die CDU mehrere Fragen zu den Märkten gestellt und unter anderem wissen wolle, welche Genehmigung es für diese Fläche gebe. Für die Anwohner vor Ort sei die Verkehrssituation laut CDU-Anfrage bei den Märkten ebenso ein Ärgernis gewesen, wie die Vermüllung der Seitenstraßen.

Die Verwaltung konnte die Genehmigungsfrage nicht direkt klären: „Die Baugenehmigung zum gesamten Gelände des Autokinos ist von der mittlerweile aufgelösten Stadt Porz in den 1960/1970-er Jahren erteilt worden. Die Genehmigungssituation ist juristisch unübersichtlich“, hieß es im Dezember 2021 im Rechnungsprüfungsausschuss. Doch mittlerweile herrscht Klarheit.

Keine Baugenehmigung, keine Märkte. Keine Märkte, kein Autokino.

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Autokino-Boom während der Pandemie

Während der Pandemie erlebte das Autokino in Porz kurzfristig einen besonders großen Zuspruch. Höhepunkt war ein Konzert von Brings im Autokino, bei dem mehrere hundert Besucher in ihren Autos dabei sein durften (siehe Foto oben). 250 Autos waren damals zugelassen, die Menschen durften ihr Auto lediglich zum Toilettengang verlassen. Viele Tausende Menschen verfolgten das Konzert damals beim WDR und waren gerührt.

Mit dem Autokino würde ein Stück Kölner Geschichte verschwinden. Der markante Autokino Köln-Schriftzug über dem Eingang in Porz versetzt die Besucher heute zurück in die 60er- und 70er-Jahren. Das Autokino ist auch im Winter jeden Abend geöffnet und zeigt einen Film. Die Leinwand ist 540 Quadratmeter groß. Bis zu 1000 PKW finden auf dem Gelände Platz.

Zurück würde nach der Schließung eine große betonierte Brachfläche bleiben.

Ist es gerechtfertigt, das Autokino zu schließen? Seid ihr Autokino-Besucher oder vielleicht auch Anwohner vor Ort? Schreibt mir eine E-Mail oder einen Kommentar unter diesem Artikel

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15 Kommentare

  • Sven Tkotz

    Hallo

    Ich wohne in Porz und das Autokino und die Märkte gehören zu Porz wie weiße Sachen beim Tennis.

    Man sollte ein Bürgerbegehren ins Leben rufen und Unterschriften sammeln

    Beste Grüße
    Sven

  • harald Brinkies

    Hallo
    Es gibt keine Anwohner die die Märkte gestört haben weil keine Anwohner in unmittelbare nähe wohnen, im Gegenteil der Markt wurde sehr gut Besucht und da wurde auch immer sauber gemacht. Das es nach zig Jahren den Komiker aus dem Rathaus einfällt das eine Genehmigung Fehlt das ist wohl unterste Schublade der Parteien .
    Das lag sicher an den guten Beziehungen zu den hiesigen Kaufleute die das Störte .
    Aber das ist der Kölner Klüngel da kommt keiner gegen an.

  • Guten Abend,

    Seid nahezu 45 Jahren gibt es dort Märkte, angefangen mit einem Gebrauchtwagenmarkt.
    Mir sind in all den Jahren (die letzten ca.5 Jahre kann ich nicht beurteilen) keine wirklichen Beschwerden zu Ohren gekommen, ob wohl dort
    auch Verwandte von mir leben.
    Und jetzt plötzlich wo Bauland rar und teuer ist, insbesondere im Stadtgebiet der Stadt Köln bemüht sich eine Partei, die allerbestens
    für Ihre Amigo_Geschäfte bekannt ist darum dem Betreiber den kostendeckenden Betrieb unmöglich zu machen…..
    Würde mich nicht wundern, wenn es schon eine Plannung für die neue Nutzung gibt, incl Nutzungsänderungsantrag, der natürlich wenn Gras über die Sache gewachsen ist mal eben einfach so durchgewunken wird, egal mit welchen Nachteile die Anwohnern dann zu rechnen haben.
    Und überhaupt: Gremium Rechnungsprüfungsausschuss???????? Nicht das Bauamt??????
    Dat rüch schwer noh Klüngel, doh halten en paar de Hand oop….

  • Ursula Blume

    Ich finde das Vorgehen, einen funktionierenden Markt einfach wegen Genehmigungsverfahren zu schließen, nicht in Ordnung. Warum kann man nicht eine Genehmigung erteilen, wenn es doch Jahrzehnte gut lief. Der Markt ist wichtig für all die Leute, die sehr wenig Geld haben und sich hier mit billigen Nahrungsmitteln und Alltagsgegenständen eindecken. Auch viele Rentner, die wenig Geld haben verkaufen hier geschenkte Kleinigkeiten. Sie wollen keine staatliche Unterstützung, sondern sind froh , sich ein wenig Geld nebenbei zu verdienen.
    Der Markt ist für viele Menschen , die sich Freizeitaktivitäten kaum leisten können, zum wichtigen Treffpunkt geworden. Nationalität spielt hier keine Rolle, alles läuft friedlich ab. Die Kunden kommen aus Köln und dem Umland und würden nicht in den Porzer Geschäften einkaufen, wenn der Markt schließt. Angebliche Beschwerden aus der Nachbarschaft kann ich nicht nachvollziehen, da der Parkplatz riesig ist und im Gewebegebiet keine direkten Nachbarn wohnen. Vielleicht kann man eine Petition machen? Mein Name ist Uschi Blume und ich komme regelmäßig Mittwoch und Freitag günstig Lebensmittel zu kaufen und Freunde zu treffen. Bin Rentnerin, 67 Jahre alt und wohne in Ruppichteroth.

  • Rainer Schlage

    Ich war mehrfach im Autokino Porz und fühlte mich dort immer wohl und gut unterhalten. Jeder Besuch erinnerte mich an meine Jugend, als wir zum Knutschen immer Ich war bereits viele Male im Autokino und habe mich dort immer sehr wohl gefühlt. Jeder Besuch dort erinnert mich auch immer an meine Jugend, als wir zum Knutschen regemäßig ins Autokino fuhren. Man darf so eine Einrichtung doch nicht einfach schließen! Die zahlreichen Besucher belegen dies jedenfalls.
    Zusätzlich bin ich seit vielen Jahren einmal wöchentlich Besucher des Mittwoch- oder Samstagmarktes mit seinen vielfältigen Angeboten. Auch diese Märkte würden mir sehr fehlen.
    Dass Abfall dort immer ein Problem darstellt, kann ich nur bestätigen. Dies hat jedoch nicht nur mit den Märkten zu tun. Man betrachte sich mal das Gelände des ehemaligen Real-Marktes nebenan. Der dort liegende Müll stammt ganz sicher nicht von den Märkten, sondern von „Dritten“.
    Wenn es für die Märkte angeblich keine Genehmigungen gibt, bzw. die Genehmigungslage unübersichtlich sein soll, wundert es doch sehr, dass man dies erst jetzt feststellt. Dies, obwohl die Bürokratie in Köln doch angeblich immer so gut funktioniert!
    Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, den Begriff „Bestandsschutz“ mit in die Diskussion einfließen zu lassen? Hieraus könnte sich eine positive Entscheidung bilden. Ich würde dies jedenfalls sehr begrüßen!

  • Hermann Tost

    Hallo,
    es wäre schade, wenn das Autokino geschlossen würde. Wir leben zwar nicht mehr in Rath-Heumar, aber haben die Eröffnung erlebt. Mein Frau hat dort jahrelang gearbeitet und ich habe schöne Stunden dort verbracht.
    Freundliche Grüße
    Hermann Tost

  • Über 50 Jahre hat es funktioniert und jetzt das Aus nur weil einige Sesselpupser sich einmischen. Haben unsere Politiker nichts anderes zu tun ? Ich bin gegen die Schließung. Oder stecken vielleicht andere Interessen dahinter ? Es könnte ja sein, dass der Grund bebaut werden soll und man nicht anders an das Grundstück dran kommt.

  • Kurt Gassner

    Man kann über die Entscheidungen der Stadt Köln in den letzten 6 Jahren nur noch den Kopf schüttel. Wie viele Pannen und Entscheidungen gegen die mehrzahl der Bürger müssen wir noch hin nehmen. Wann wird etwas unternommen? Oper, Kölner Brücken, Deutzer Freiheit u.s.w., alles am Bürger vorbei und nur noch für eine kleine Minderheit. Missmanagement an allen Ecken. Vernichtung des Kölner Sport`s, unsinnige Aktionen wie auf der Venloerstrasse. Schieben wir dem doch bitte einmal einen Riegel vor und versuchen diese Bürgermeisterin und Ihre Gesellen zu Stopen.
    Jeder hat, so wie ich, bestimmt viele Erinnerungen an das Autokino. Ob Märkte oder Film Abende. Das soll jetzt wieder verkommen. Nur weil die bei der Stadt nicht aus dem Quark kommen und sich etwas für den Bürger einfallen lassen. Soll das so enden wieauf der Kreuzug beim Autokino mt dem ehemaligen Praktika Gebäude?
    Nein, ich sage Stopt diesen Irrsinn. Zu Beispiel hiermit, Antrag auf Einleitung eines Abwahlentscheids zur Abwahl der Oberbürgermeisterin
    von Köln Frau Henriette Reker gemäß § 66 Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 GO NRW

  • Manfred Stöber

    Meine Frau und ich sind immer begeisterte Fans gewesen. Seit ich 1979 meinen Führerschein gemacht habe komme ich zwar nicht soooo oft, aber doch schon mit gewisser Regelmäßigkeit. Es ist (auch für uns) einfach ein Stück Kult das man nicht mal soeben wegen einigen Paragraphen beenden sollte.
    Jedes Stück Kult in Köln wird unterstützt, Schade wenn das jetzt alles ein Ende haben sollte. Wir drücken die Daumen das alles noch eine Wende nehmen wird.

    LG Manfred und Mersini Stöber

  • Mac Pattaya

    Anwohner Anwohner Anwohner !!!!! Beim Effzeh Stadion das selbe! Ich kann es nicht mehr hören. Imis sind das. Keiner der ursprünglich dort wohnenden Menschen regt sich auf. Quartiert die Imis um. Weißt ihnen Wohnungen/Häuser in Düsseldorf zu. Reker und Konsorten am besten gleich mit.
    #Kölscheskulturgutmussbleiben

  • Ich war eifrige Besucherin des Autokinos. Dort hatte ich, nachdem ich gerade meinen Führerschein hatte, meinen ersten Unfall. Keine große Sache, aber erinnert mich spontan ans Autokino.
    Ich lebe nun seit 25 Jahren nicht mehr in Deutschland. Und wenn ich sehe, was durch Gesetze, die teilweise überaltert sind, Genehmigungsverfahren, Einsprüchen u.v.m., an bestehenden und liebgewonnenen Dingen, kaputtsaniert wird, fällt mir nur ein „armes Deutschland“ ein. Deutschland und seine Bürokratie!
    Liebe Grüsse

  • Anni Kastenholz

    Es ist ein Trauerspiel, wie sich die CDU, Herr Marx mal wieder auf Kosten armer Leute, die von den Märkten profitieren, profilieren muss. So viele Jahre gibt es diese Märkte, die sehr erfolgreich und auch hilfreich sind. Die Btreiber bemühen sich sehr um einen ordnungsgemäßen Ablauf. Und ich weiß nicht, um welche Anwohner es sich handeln soll, da um das Autokino herum hauptsächlich Industrie und Gewerbe vertreten ist. Es gibt so viele wichtigere Themen. Herr Marx sollte sich mal um die schulischen Belange/Gebäude kümmern. Oder darum, das viele Menschen nicht genug zu essen haben. Ich bin eine normale Kölner/Porzer Bürgerin, aber bei der nächsten Wahl bekommt die CDU meine Stimme nicht mehr!

  • Heinrich Kirchartz

    Nach über 50 Jahren fällt denen so ein Schwachsinn ein. Gönnt den Menschen doch ein wenig Freude.

  • Sabine Barthelme

    Ich empfinde es als eine grosse Ungerechtigkeit. Damit geht wieder ein Stück Lebensqualität verloren. Kann man dagegen nicht angehen? Unterschriften fpr die Erteilung der Genehmigungen sammeln?
    Ich kenne dieses Autokino, seit meiner Kindheit und bin immer wieder gerne dort. In der Pandemie, hat es die CDU auch wohl gefreut, daß sich dort , trotz allem, ein wenig Freude verbreitet hat.

  • Martina Terres

    Nach über 40 Jahren fällt denen auf, dass keine Genehmigungen vorliegen. Da kann man nur lachen. Was soll denn auf dem Grundstück gebaut werden?

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