Das Rheinische Revier bekommt ein neues Wahrzeichen – und es entsteht nur rund 40 Kilometer westlich von Köln. Auf der Sophienhöhe bei Hambach soll ein rund 40 Meter hoher Aussichtsturm gebaut werden. Drei Entwürfe dafür sind jetzt im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs ausgewählt worden und gehen in die nächste Planungsphase. (Foto: RWE)
Der geplante Standort liegt am höchsten Punkt der Sophienhöhe, in unmittelbarer Nähe des sogenannten Römerturms. Von dort aus soll künftig ein weiter Blick über die rekultivierte Tagebaulandschaft möglich sein – bis hin zu den entstehenden Seen im ehemaligen Braunkohlerevier.
Der höchste Punkt der Sophienhöhe ist 302 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dem Aussichtsturm ist man künftig also auf rund 340 Metern Höhe. Das ist knapp 130 Meter über den Spitzen des Kölner Doms (Köln liegt in der Innnestadt rund 50 Meter über dem Meeresspiegel, dazu kommt die Höhe des Doms von 157 Metern)
Sophienhöhe: Architektur als Zeichen des Wandels
Die Sophienhöhe gilt als Symbol für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Jahrzehntelang war die Region vom Tagebau Hambach geprägt, nun entsteht hier Schritt für Schritt eine neue Landschaft für Freizeit, Natur und Tourismus. Der Aussichtsturm soll diesen Wandel sichtbar machen – nicht nur funktional, sondern auch architektonisch.
Das Preisgericht bewertete die eingereichten Entwürfe nach gestalterischen, funktionalen sowie ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien. Im Mittelpunkt standen ein sensibler Umgang mit dem Naturraum, ein möglichst reduzierter Materialeinsatz und eine klare, wiedererkennbare Formensprache. Der Aufstieg selbst soll zum Erlebnis werden – mit gezielt gesetzten Blickachsen, Zwischenebenen und Aussichtspodesten.
Siegerentwürfe aus Osnabrück, Hannover und Berlin
Den ersten Preis erhielt ein Architekturbüro aus Osnabrück. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Büros aus Hannover und Berlin. Anerkennungen gingen an weitere Teams, unter anderem aus Köln und Bielefeld. Insgesamt hatten sich mehr als 200 Architekturbüros um eine Teilnahme am Wettbewerb beworben, 14 reichten schließlich einen Entwurf ein.

Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs sieht in dem Projekt ein starkes Zeichen für die Region. Die Sophienhöhe stehe wie kaum ein anderer Ort für den tiefgreifenden Wandel des Rheinischen Reviers. Der geplante Aussichtsturm könne zu einem neuen Identifikationspunkt werden.
Aus dem Verliebt in Köln-Shop:Ausichtsturm ist Teil eines größeren Naturprojekts
Der Aussichtsturm ist Teil des Projekts „Naturerlebnis Sophienhöhe“. Ziel ist es, die rund 16 Quadratkilometer große Halde des ehemaligen Tagebaus Hambach schrittweise für Naherholung und Freizeit zu öffnen und die touristische Attraktivität der Region zu steigern. Neben dem Turm soll es auf der Sohpienhöhe auch eine Höllentreppe geben. Schön jetzt kann man zahlreiche Tiere bei einem Spaziergang auf der Sophienhöhe entdecken.
Für erste Planungen stehen mehrere hunderttausend Euro an Fördermitteln zur Verfügung, begleitende Gutachten – etwa zu Artenschutz und Baugrund – sind bereits beauftragt.
Die Umsetzung der Maßnahmen ist, vorbehaltlich weiterer Förderentscheidungen, bis zum Ende des Jahrzehnts vorgesehen.
Wer sich selbst ein Bild von den Entwürfen machen möchte, hat dazu im Januar Gelegenheit: Die prämierten Arbeiten werden mehrere Tage lang öffentlich im Neuen Rathaus in Jülich ausgestellt.



