Sophienhöhe Köln

Siegerentwurf steht fest: Sophienhöhe bekommt neues Wahrzeichen

Das Rheinische Revier bekommt ein neues Wahrzeichen – und es entsteht nur rund 40 Kilometer westlich von Köln. Auf der Sophienhöhe bei Hambach soll ein rund 40 Meter hoher Aussichtsturm gebaut werden. Drei Entwürfe dafür waren dafür im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs ausgewählt worden – jetzt steht der Siegerentwurf fest (Foto: RWE)

Der geplante Standort liegt am höchsten Punkt der Sophienhöhe, in unmittelbarer Nähe des sogenannten Römerturms. Von dort aus soll künftig ein weiter Blick über die rekultivierte Tagebaulandschaft möglich sein – bis hin zu den entstehenden Seen im ehemaligen Braunkohlerevier.

Der höchste Punkt der Sophienhöhe ist 302 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dem Aussichtsturm ist man künftig also auf rund 340 Metern Höhe. Das ist knapp 130 Meter über den Spitzen des Kölner Doms (Köln liegt in der Innnestadt rund 50 Meter über dem Meeresspiegel, dazu kommt die Höhe des Doms von 157 Metern)

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Sophienhöhe: Architektur als Zeichen des Wandels

Die Sophienhöhe gilt als Symbol für den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Jahrzehntelang war die Region vom Tagebau Hambach geprägt, nun entsteht hier Schritt für Schritt eine neue Landschaft für Freizeit, Natur und Tourismus. Der Aussichtsturm soll diesen Wandel sichtbar machen – nicht nur funktional, sondern auch architektonisch.

Das Preisgericht bewertete die eingereichten Entwürfe nach gestalterischen, funktionalen sowie ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien. Im Mittelpunkt standen ein sensibler Umgang mit dem Naturraum, ein möglichst reduzierter Materialeinsatz und eine klare, wiedererkennbare Formensprache.

So sehen die drei Entwürfe aus, aus denen der Sieger ausgewählt wurde

Der prämierte Entwurf des Büros OKF Architekten aus Osnabrück sieht einen Aussichtsturm mit markanter, eigenständiger Formensprache vor. Offene und geschlossene Elemente wechseln sich ab, charakteristisch sind versetzte und leicht gedrehte Holzlamellen.

Sie verleihen dem Bauwerk eine bewegte, fast tänzerische Wirkung. Gleichzeitig fügt sich der Turm in die Topografie der rekultivierten Landschaft ein und wirkt, als wachse er aus dem Gelände heraus.

Nachhaltige Bauweise und Nutzungskonzept

Die Konstruktion basiert auf einer tragenden Holzstruktur mit hohem Vorfertigungsgrad. Das soll eine wirtschaftliche Umsetzung ebenso ermöglichen wie eine lange Nutzungsdauer. Holz als zentraler Baustoff unterstreicht zudem den ökologischen Anspruch des Projekts und verbindet nachhaltiges Bauen mit zeitgemäßer Architektur.

Auch der Weg nach oben ist Teil des Konzepts: Beim Aufstieg wechseln sich Ausblicke, Durchblicke und geschützte Bereiche ab. Zwischengeschosse sind als Aufenthaltsorte geplant und sollen mit Informationstafeln über den Strukturwandel im Rheinischen Revier informieren. Das Umfeld des Turms wird als Rastplatz gestaltet und soll die Aufenthaltsqualität am Standort erhöhen. Die Erschließung erfolgt über die bestehenden Wege.

Der Aussichtsturm wird außerdem eine zentrale Station der sogenannten „Gipfelroute“. Der ausgeschilderte Rundweg soll künftig das geplante Besucher- und Informationszentrum mit mehreren Aussichtspunkten verbinden, darunter der Turm selbst, das Höller Horn und der Jülicher Kopf.

Weitere Planung und Bestandssituation

In den kommenden Monaten wird der Entwurf weiter ausgearbeitet. Konstruktion, Materialwahl und Nutzungskonzept werden detailliert präzisiert, um eine langfristig tragfähige und qualitativ hochwertige Umsetzung sicherzustellen.

Der bestehende Römerturm kann nach Angaben der Planer aufgrund technischer und sicherheitsrelevanter Einschränkungen nicht dauerhaft erhalten werden. Der Neubau soll dagegen eine langfristige, sichere und öffentlich zugängliche Nutzung des Standorts ermöglichen.

Ausichtsturm ist Teil eines größeren Naturprojekts

Der Aussichtsturm ist Teil des Projekts „Naturerlebnis Sophienhöhe“. Ziel ist es, die rund 16 Quadratkilometer große Halde des ehemaligen Tagebaus Hambach schrittweise für Naherholung und Freizeit zu öffnen und die touristische Attraktivität der Region zu steigern. Neben dem Turm soll es auf der Sohpienhöhe auch eine Höllentreppe geben. Schön jetzt kann man zahlreiche Tiere bei einem Spaziergang auf der Sophienhöhe entdecken.

Für erste Planungen stehen mehrere hunderttausend Euro an Fördermitteln zur Verfügung, begleitende Gutachten – etwa zu Artenschutz und Baugrund – sind bereits beauftragt.

Die Umsetzung der Maßnahmen ist, vorbehaltlich weiterer Förderentscheidungen, bis zum Ende des Jahrzehnts vorgesehen.

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