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Deutzer Freiheit

Deutzer Freiheit: Dialoggruppe empfiehlt Tempo 20, Autos sollen bleiben

Für die Deutzer Freiheit liegen neue Empfehlungen aus dem Dialogverfahren vor. Die Beteiligten sprechen sich unter anderem für Tempo 20, mehr Begrünung, zusätzliche Sitzmöglichkeiten und eine bessere Ordnung von Fahrrädern und E-Scootern aus. Bei der Frage einer Fußgängerzone gibt es keinen Konsens.

Die Deutzer Freiheit soll nach den Empfehlungen einer Dialoggruppe schrittweise verkehrsberuhigt, besser geordnet und aufgewertet werden. Das geht aus den Ergebnissen des Gruppendialogs hervor, den die Stadt Köln zwischen Januar und Juni 2026 zur Zukunft der zentralen Geschäfts- und Wohnstraße in Deutz durchgeführt hat.

Als erste Maßnahme empfiehlt die Gruppe, die zulässige Geschwindigkeit auf der Deutzer Freiheit innerhalb der nächsten 24 Monate von Tempo 30 auf Tempo 20 zu senken. Damit soll die Straße zunächst zu einer verkehrsberuhigten Geschäftsstraße weiterentwickelt werden. Zudem sollen die Aufenthaltsqualität verbessert, die Begrünung gestärkt und zusätzliche konsumfreie Sitzmöglichkeiten geschaffen werden.

Früherer Verkehrsversuch als Ausgangspunkt

Die Empfehlungen sind das Ergebnis von vier Sitzungen, die am 24. Januar, 7. März, 17. April und 1. Juni 2026 stattfanden. An dem Verfahren nahmen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Bürgervereinigung Deutz, der IG Deutz, verschiedener Initiativen, der katholischen Kirchengemeinde St. Heribert sowie zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger aus der Nachbarschaft teil. Begleitet wurde der Prozess von der Stadt Köln und einem Moderationsbüro.

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Ausgangspunkt war der frühere Verkehrsversuch auf der Deutzer Freiheit. Von Juni 2022 bis August 2023 war der Kfz-Verkehr dort zeitweise weitgehend herausgenommen worden. Die Straße wurde als Fußgängerzone eingerichtet, der Radverkehr blieb zugelassen.

Lieferverkehr und Taxen durften werktags morgens fahren. Nach einer gerichtlichen Entscheidung wurde der Verkehrsversuch beendet und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt.

Deutzer Freiheit: Viele Funktionen

Im Dialog wurde deutlich, dass die Straße sehr unterschiedliche Funktionen erfüllt. Sie ist Wohnstraße, Geschäftsstraße, Ort für Gastronomie, Dienstleistungen und Versorgung, aber auch Schulweg, Treffpunkt im Veedel und wichtige Verbindung für den Radverkehr zwischen der rechten Rheinseite und der Innenstadt.

Gleichzeitig benennen die Beteiligten mehrere Probleme: zu enge Gehwege, Konflikte zwischen Fußverkehr, Radverkehr, E-Scootern und Autos, wild abgestellte Fahrräder und E-Scooter, Parksuchverkehr, Müll, wenig Schatten und zu wenige sichere Querungsmöglichkeiten.

Ein Schwerpunkt der Empfehlungen liegt deshalb auf einer besseren Ordnung des Straßenraums. Für E-Scooter sollen feste Abstellflächen eingerichtet werden, möglichst in Seitenstraßen. Geofencing soll verhindern, dass die Roller auf Gehwegen oder an ungeeigneten Stellen abgestellt werden.

Auch Fahrradabstellanlagen sollen überprüft, geordnet und ausgebaut werden. Bestehende Bügel sollen daraufhin geprüft werden, ob sie Querungen für Fußgängerinnen und Fußgänger behindern.

Für den Fußverkehr empfiehlt die Dialoggruppe besser erkennbare Querungen, freie Ecken an Kreuzungen und Markierungen im Straßenraum. Auch Zebrastreifen sollen geprüft werden. Ziel ist, die Sicherheit insbesondere für ältere Menschen, Kinder und mobilitätseingeschränkte Personen zu erhöhen.

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Schrittweise Neuordnung beim Parken

Beim Parken setzt die Gruppe auf eine schrittweise Neuordnung. Kurzfristig soll eine ausreichende Zahl an Kurzzeitparkplätzen im Umfeld gesichert werden. Innerhalb von zwei bis vier Jahren wird ein analoges und digitales Parkleitsystem für Deutz empfohlen. Mittel- bis langfristig soll das Parken aus dem direkten Straßenraum stärker in das Umfeld verlagert werden, etwa in bestehende Parkhäuser oder eine Quartiersgarage.

Auch soziale und organisatorische Fragen spielen in den Empfehlungen eine Rolle. Für die Deutzer Freiheit soll ein Quartiersmanagement oder eine Quartierskümmerin beziehungsweise ein Quartierskümmerer eingerichtet werden.

Diese Funktion soll die Entwicklung vor Ort begleiten, zwischen unterschiedlichen Interessen vermitteln und die Beteiligung von Gewerbetreibenden, Anwohnenden und weiteren Betroffenen fortführen. Zudem sollen soziale Unterstützungsangebote, insbesondere für obdachlose Menschen, besser eingebunden werden.

Langfristig ein grundlegender Umbau

Langfristig, in einem Zeitraum von acht bis mehr als zehn Jahren, empfiehlt die Gruppe, die Deutzer Freiheit zu einem niveaugleichen und barrierefreien Straßenraum weiterzuentwickeln. Damit wäre ein grundlegender Umbau verbunden.

Nicht geeinigt hat sich die Dialoggruppe auf die Einrichtung einer Fußgängerzone. Sowohl eine Fußgängerzone mit freigegebenem Radverkehr als auch eine Variante ohne Radverkehr oder mit zeitlicher Einschränkung bleiben Vorschläge ohne Konsens. Ebenfalls offen bleibt eine Festlegung darauf, wie viele öffentliche Parkplätze dauerhaft auf der Deutzer Freiheit erhalten bleiben sollen.

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