Ab dem 1. Juni 2026 gilt im Rheinland ein neuer gemeinsamer Tarif für den Verkehrsverbund Rhein-Sieg und den Aachener Verkehrsverbund. Für Fahrgäste der KVB ändert sich damit vor allem die Tarifstruktur: Preisstufen werden zusammengefasst, einzelne Fahrten können teurer oder günstiger werden. Innerhalb Kölns bleibt die bisherige Preisstufe 1b jedoch unverändert. (Foto: KVB / Christoph Seelbach)
Ein gemeinsamer Tarif für VRS und AVV
Zum 1. Juni wird aus den bisherigen Tarifstrukturen im VRS und im AVV der neue Rheinlandtarif. Er gilt damit auch für Fahrgäste der KVB, wenn sie mit Bus und Bahn im Verbundgebiet unterwegs sind.
Nach Angaben der KVB soll das Tarifsystem dadurch übersichtlicher werden. Künftig gibt es weniger Preisstufen als bisher. Für Fahrgäste bedeutet das: Die Zuordnung einer Fahrt zu einer Preisstufe kann sich ändern. Dadurch werden manche Verbindungen im Vergleich zum bisherigen VRS-Tarif teurer, andere günstiger.
Die konkreten Preise für die einzelnen Tickets veröffentlichen laut Mitteilung VRS und AVV.
Was sich bei den Preisstufen ändert
Der Rheinlandtarif fasst bisherige Preisstufen zusammen. Künftig gibt es diese Stufen:
- Kurzstrecke: Einstieg plus bis zu vier weitere Haltestellen. Sie gilt nicht in S-Bahnen, Regionalexpress- und Regionalbahnlinien sowie Schnellbussen.
- Preisstufe 1a: Fahrten innerhalb einer Stadt oder Gemeinde, ausgenommen Aachen, Bonn und Köln. Preis: 3,5 Euro
- Preisstufe 1b: Fahrten innerhalb von Aachen, Bonn oder Köln. Preis: 4 Euro.
- Preisstufe 2: Fahrten über die Startkommune und deren Nachbarkommune hinaus in eine daran angrenzende Kommune. Preis: 5,5 Euro
- Preisstufe 3: Fahrten im gesamten Rheinlandnetz. Preis: 13,90 Euro
Eine Einschränkung gilt laut Mitteilung für MobilPass-Tickets: Sie gelten auch in Preisstufe 3 nur im VRS-Verbundgebiet und nicht im gesamten Rheinlandnetz.
Was für Köln wichtig ist
Für Fahrten innerhalb Kölns bleibt die Preisstufe 1b nach Angaben der KVB unverändert. Wer also innerhalb des Stadtgebiets mit Bus oder Bahn unterwegs ist, ist von dieser strukturellen Änderung zunächst nicht betroffen.
Auch die Kurzstrecke bleibt im KVB-Liniennetz zunächst erhalten. Gerade für kurze Wege innerhalb der Stadt ist das relevant, etwa für wenige Stationen mit Bus oder Stadtbahn. Die KVB teilt mit, sie habe sich besonders für den Erhalt dieses Angebots eingesetzt.
Für Fahrten aus Köln heraus oder nach Köln hinein kann sich die Einordnung künftig stärker bemerkbar machen. Denn die neue Preisstufe 2 ersetzt bisherige Preisstufen 2 und 3, die neue Preisstufe 3 ersetzt die bisherigen Preisstufen 4 bis 7.
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Mit dem Rheinlandtarif ändern beziehungsweise vereinheitlichen sich auch die Gültigkeitszeiten der Tickets.
- Kurzstrecke: Im VRS-Gebiet 20 Minuten ab Entwertung. Im AVV gelten laut Mitteilung je nach Kurzstreckenregel 10 oder 40 Minuten.
- Preisstufe 1a und 1b: 90 Minuten ab Entwertung.
- Preisstufe 2: 180 Minuten ab Entwertung.
- Preisstufe 3: 360 Minuten ab Entwertung.
Diese Zeiten sind vor allem für Fahrgäste wichtig, die keine Zeitkarte nutzen und ihre Tickets vor Fahrtbeginn kaufen oder entwerten.
Was mit alten Papiertickets passiert
Wer noch nicht entwertete Papiertickets aus dem bisherigen VRS- oder NRW-Bartarif besitzt, kann sie nach Angaben der KVB noch bis zum 31. August 2026 nutzen. Das gilt auch, wenn darauf noch das VRS-Logo steht.
Danach können bei der KVB gekaufte Tickets noch drei Jahre lang in den KVB-Kundencentern umgetauscht werden. Beim Umtausch ist laut Mitteilung nur der Differenzbetrag zum neuen Preis im Rheinlandtarif zu zahlen.
Wichtig ist: Diese Regel gilt für Tickets, die noch nicht entwertet wurden.
Was sich nicht ändert
Nicht betroffen sind Abos des Deutschlandtickets und seiner Unterprodukte. Auch Fahrten mit eezy.nrw fallen laut KVB nicht unter die Preisanpassung des Rheinlandtarifs.
Damit stehen im Rheinland ab Juni im Wesentlichen drei Tarifwege nebeneinander: das Deutschlandticket für regelmäßige Fahrten, eezy.nrw für die digitale Abrechnung per App und der Rheinlandtarif für Fahrgäste, die vor Fahrtbeginn ein klassisches Ticket nach Preisstufe kaufen.
Die wichtigsten Änderungen ab 1. Juni
Start: 1. Juni 2026
Neu: gemeinsamer Rheinlandtarif für VRS und AVV
Wichtig für Köln: Preisstufe 1b bleibt unverändert
Kurzstrecke: bleibt im KVB-Netz zunächst erhalten
Preisstufen: künftig Kurzstrecke, 1a, 1b, 2 und 3
Alte Papiertickets: nicht entwertete Tickets bleiben bis 31. August 2026 gültig
Umtausch: anschließend drei Jahre lang in KVB-Kundencentern möglich
Nicht betroffen: Deutschlandticket-Abos und eezy.nrw
Für Kölner Fahrgäste ist der Start des Rheinlandtarifs vor allem dann spürbar, wenn sie über die Stadtgrenze hinaus fahren oder noch alte Papiertickets besitzen. Innerhalb Kölns bleibt die zentrale Preisstufe dagegen bestehen.



