Nach dem 1:5 bei Bayern München sind viele FC-Fans froh, dass die Saison vorbei ist. Die sportliche Situation macht vielen Fans trotz Klassenerhalt derzeit schlechte Laune. In einer Verliebt in Köln-Umfrage gab die überwiegende Mehrheit der Saison die Schulnote 4 (ausreichend).
Strukturell steht der FC dagegen so gut da, wie seit Jahren nicht mehr: Die drei Geschäftsführer Positionen sind besetzt, die finanzielle Lage ist stabil. Der FC hat sich saniert und kann investieren. Die U19 feiert sensationelle Erfolge. Nun liegt es an den Verantwortlichen. Sie müssen zeigen, dass sie diese Ausgangsposition auch nutzen können.
Im FC-Podcast Dreierkette Köln war nach dem Saisonfinale in München der Kölner Politiker Oliver Seeck zu Gast. Seeck ist FC-Fan (Dauerkarte, Oberrang Süd, Reihe 1), Vorsitzender des Sportausschusses und sitzt für die SPD im Stadtrat.
Im Gespräch mit Host Martin Schlüter hat sich Seeck ausführlich dazu geäußert, wie aus seiner Sicht der Stand zum Geißbockheim ist.
„FC ist seit 10 Jahren hingehalten worden“
Der FC sei beim Thema Ausbau „seit zehn Jahren hingehalten worden“, sagte Seeck. Verantwortlich macht er dafür vor allem die frühere politische Mehrheit aus CDU und Grünen. Diese habe aus seiner Sicht „aktiv eine Veränderung verhindert“.
Auch die frühere Stadtspitze habe diese Blockade unterstützt und sei für den FC oft kein verlässlicher Ansprechpartner gewesen. Gemeint ist Henriette Reker.
Neuer Umgang mit dem FC
Mit dem neuen Oberbürgermeister Torsten Burmester, der wie Seeck der SPD angehört, habe sich der Umgang verändert. Seeck berichtet von intensiven Gesprächen in den vergangenen Monaten. Es sei kaum eine Woche vergangen, in der nicht mit Verwaltung und Politik über das Thema verhandelt worden sei.
Die SPD befürwortet nach Seecks Worten zwar weiterhin den kompletten Ausbau am Geißbockheim, also auch die vom FC gewünschte Nutzung der Gleueler Wiese.
➡️ Dafür gibt es im Rat aber weiter keine Mehrheit. Die SPD verfügt über 18 von 91 Sitzen. Seeck sagt deshalb offen: Man könne die Forderung des FC nicht einfach eins zu eins umsetzen.
Deshalb rücken sogenannte Satellitenplätze in den Mittelpunkt. Gemeint sind zusätzliche Trainingsmöglichkeiten an anderen Standorten, die dem FC zumindest kurzfristig mehr Luft verschaffen könnten.
Nach Seecks Darstellung wird genau darüber derzeit verhandelt.
Entscheidung vor der Sommerpause?
Seeck hofft, dass noch vor der Sommerpause zumindest beim Thema Satellitenplätze etwas erreicht werden kann.
Vom Oberbürgermeister über die Verwaltung nehme er keine „Verhinderungstaktik“ mehr wahr. Das sei aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt. Der Ton gegenüber dem FC habe sich verändert.
Der 1. FC Köln habe rund 150.000 Mitglieder und sei ein wichtiger Akteur in der Stadt. „So geht man insgesamt mit einem Player nicht um“, sagte er mit Blick auf die vergangenen Jahre. Den veränderten Umgang bezieht er ausdrücklich nicht nur auf den FC, sondern auch auf andere Kölner Vereine wie Fortuna Köln und Viktoria Köln sowie auf weitere Sportarten.
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Dass jetzt wieder ernsthaft gesprochen werde, sei deshalb für ihn der erste Schritt. Entscheidend werde aber sein, ob daraus konkrete Beschlüsse und sichtbare Veränderungen werden.
Das sieht auch der 1. FC Köln so. Geschäftsführer Philipp Türhoff hatte erst Anfang Mai im Stadtanzeiger gesagt: „Die Rhetorik der SPD und des Oberbürgermeisters im Wahlkampf war positiv, an der Handlung fehlt es noch. Es traut sich weiterhin keiner in Stadtverwaltung und Politik, einfach mal mit dem ersten Schritt anzufangen.“
Zusätzlich steht am 11. Juni noch eine juristische Entscheidung aus. Dann nämlich gibt es einen Termin vor dem Oberverwaltungsgericht. Hier soll geklärt werden, ob der Bebauungsplan rechtmäßig ist.
Sicher ist: Die unendliche Geschichte des Geißbockheim-Ausbaus wird uns auch die kommenden Jahre noch weiter beschäftigten.
In der Podcast-Folge zur Dreierkette Köln sprechen Martin Schlüter und Oliver Seeck außerdem über die Perspektiven für den FC, den bevorstehenden Umbruch im Kader und Geschmacklosigkeiten der Fans von Borussia Mönchengladbach:



