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Marksburg

Die einzig nie zerstörte Höhenburg am Rhein 90 Minuten von Köln

Manche Burgen am Rhein sind romantische Ruinen. Andere wurden im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut und sehen heute so aus, wie man sich das Mittelalter später vorgestellt hat. Die Marksburg oberhalb von Braubach ist anders: Sie gilt als die einzige nie zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein.

Wer hier durch Tore, Zwinger, Burgküche, Rittersaal und Kapelle geht, bekommt einen ziemlich konkreten Eindruck davon, wie eine Burg funktionierte. (Foto: Dominik Ketz / Rheinland-Pfalz Tourismus)

Die Marksburg liegt auf einem Schieferkegel rund 90 Meter über Braubach südlich von Koblenz. Schon der Weg hinauf zeigt, warum dieser Ort einst so gut gewählt war: Von oben ließ sich der Rhein kontrollieren, dazu die Wege aus dem Taunus ins Tal.

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Marksburg: Grundriss aus dem 13. Jahrhundert

Die Marksburg wurde zwar im Zweiten Weltkrieg durch Artilleriebeschuss schwer beschädigt und später restauriert, aber sie wurde nie wie viele andere Burgen komplett zerstört und anschließend neu aufgebaut.

Ihr Grundriss stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert, ihr heutiges Bild vor allem aus dem 14. Jahrhundert.

Die Burg ist heute als Museum eingerichtet. Man geht durch Räume, die typische Bereiche eines mittelalterlichen Burgalltags zeigen: Weinkeller, Küche, Kemenate, Rittersaal, Kapelle, Rüstungssammlung, Schmiede und Folterkammer. Gerade für Familien ist das dankbar, weil sich Geschichte hier nicht abstrakt anfühlt. Man sieht, wo gekocht, gegessen, geheizt, gearbeitet, gebetet und verteidigt wurde.

Burggarten mit 170 Pflanzen weit oben über dem Rhein

Der Weg in die Burg führt durch mehrere Tore und über die sogenannte Reitertreppe. Enge Wege, Mauern, Toranlagen und Höhenunterschiede waren Teil der Verteidigung. Innen wird der Rundgang dann anschaulich: In der Burgküche sind Feuerstelle, Drehspieß, Vorratskammer und eine alte Weinpresse zu sehen. Im Rittersaal steht eine Speisetafel, direkt daneben liegt – für heutige Besucher oft überraschend – der Aborterker.

Ein schöner Bereich ist auch der Burggarten. Dort wachsen rund 170 Pflanzen, die im Mittelalter bekannt waren: Kräuter, Heilpflanzen, sogenannte Hexen- und Zauberpflanzen sowie Ziergewächse. Dazu kommt der Blick über den Rhein bei Braubach und hinüber nach Spay. Wer nur für die Aussicht kommt, wird also ebenfalls belohnt.

Die Rüstungssammlung zeigt Kriegerfiguren und Bewaffnungen aus verschiedenen Epochen, vom antiken Krieger bis zum frühneuzeitlichen Arkebusier.

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Für wen sich der Ausflug lohnt

Die Marksburg ist ein guter Tipp für alle, die einen klassischen Rhein-Ausflug machen wollen, aber mehr suchen als nur ein schönes Fotomotiv. Für Kinder funktioniert der Besuch, weil es viele konkrete Dinge zu sehen gibt: Kanonen, Rüstungen, Küche, Schmiede, Folterkammer, Türme und enge Wege.

Braubach liegt am Mittelrhein, einer der schönsten Rheinabschnitte überhaupt. Wer mag, kann den Burgbesuch mit einem Spaziergang durch den Ort oder einer kleinen Etappe auf dem Rheinsteig verbinden. Die Marksburg ist in den Fernwanderweg eingebunden; wer also etwas mehr Bewegung möchte, kann den Ausflug gut erweitern.

Anfahrt, Zeiten und Eintritt

Von Köln aus erreicht man Braubach mit dem Auto je nach Verkehr in etwa 90 Minuten. Unterhalb des Burgfelsens gibt es einen Parkplatz, die Zufahrt erfolgt über eine enge Waldstraße. Alternativ führt vom Ortskern ein etwa 500 Meter langer, steiler Fußweg zur Burg hinauf.

Dabei werden rund 90 Höhenmeter überwunden.

  • Die Besichtigung erfolgt über Führungen; im Sommer finden sie fortlaufend statt, im Winter gelten kürzere Zeiten und stündliche Führungen.
  • Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder 8 Euro. Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Es gibt auch Familienkarten: Zu den Zeiten und Infos

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