Nach dem 2:2 gegen Union Berlin hat der 1. FC Köln den Klassenerhalt perfekt gemacht. Dennoch herrschte direkt nach dem 2:2 rund um den FC eine gewisse Ernüchterung. Die Fan-Kritik an FC-Trainer René Wagner entzündete sich an einem Dreierwechsel im Spiel bei Union. (Foto: Vera Drake)
Wagner hat seinen Job beim FC dennoch erfüllt und den Klassenerhalt bereits zwei Spieltage vor dem Ende perfekt gemacht. Im Live-Podcast der Dreierkette Köln waren nach dem Spiel gegen Union Berlin Andreas Rettig, Journalist Lars Werner und WDR2-Moderator Sven Pistor zu Gast.
Während René Wagner in den sozialen Netzwerken direkt nach dem Spiel deutlich kritisiert wurde, waren die Meinungen der FC-Experten abwägender.
Martin Schlüter:
„Meine Meinung ist ganz klar pro Wagner jetzt rein als Fan. Ich finde, was ich bei ihm schade fand am Samstag nach dem Spiel, hätte er sagen müssen: Scheiße gewechselt, Fehler gemacht, munter putzen. Er hat aber gesagt: Ich bin mit dem Punkt sehr zufrieden.
Ich finde auch, aus Fansicht wird das inzwischen sehr schnell sehr beliebig. Es gibt ein oder zwei schlechte Spiele, man hat sich jetzt vielleicht mal verwechselt und dann geht’s los: Ist das noch der Richtige?
Deshalb glaube ich, diese Ruhe, diese Kontinuität, das ist für mich ein Argument pro Wagner, dass die Vereine mal etwas aufbauen können, Strukturen schaffen können, ist wahnsinnig wichtig. Und ich glaube, da muss sich auch mancher Fan in Kooperation mit Medien an die Nase fassen. Ist es immer dieses Hire and Fire das Richtige, oder man lässt jemand auch mal nach mehr Niederlagen weitermachen?“
Andreas Rettig:
„Die Arbeit tatsächlich jetzt nur an dem Punktestand zu beurteilen, halte ich für ein bisschen zu kurz gesprungen. Ich habe jetzt kein Training gesehen, ich kann also nicht beurteilen, ob das tatsächlich das, was der Trainer am Wochenende sehen wollte, ob er das auch in der Woche übereinstudiert hat.
Das ist ja die sogenannte Handschrift des Trainers, nämlich das, was in der Woche erarbeitet wird, am Wochenende auch wiederzusehen.“
Lars Werner:
„Es gibt einiges, was für René Wagner spricht. Er hat die Mannschaft wirklich stabilisiert. Ich glaube, dass der Trainer auch einen ganz guten Zugang zu den einzelnen Spielern hat. Das hört man so aus der Mannschaft heraus. Das hört man auch, wenn man mit den Beratern spricht.
Er stellt sich nicht in den Mittelpunkt. Diese Nüchternheit, diese Klarheit ist jetzt auch mal wohltuend.“
Und zur Gesamtlage:
„Ich glaube auch, dass da noch keine Entscheidung gefallen ist, dass man das auch wirklich— der Klassenerhalt wird jetzt ja gelingen, wie gesagt, dass man das dann auch in Ruhe machen sollte.“
Sven Pistor:
„Ist das jetzt mit Wagner die Dauerlösung oder nicht? Und das ist eine Frage, die finde ich total interessant. Ich bin froh, dass ich sie nicht beantworten muss. Ich finde, der Mann hat erst eine Niederlage geholt und scheint einer zu sein, der da passt.“
Und mit Blick auf seinen Stil:
„Wir loben alle Vereine wie Freibug. Warum nicht mal in Köln mit einem, der vielleicht so eine Art Lehrer ist für die Klasse? Der ist nicht derjenige, der sich hier an den Tresen stellt und irgendwie innerhalb von 2 den ganzen Laden zum Kochen bringt. Aber vielleicht braucht Köln ganz genau mal so einen.“
Wie sieht die Runde den FC über den Sommer hinaus und wie schauen die Experten auf die WM? Hier könnt ihr die gesamte Folge hören:



