Viele Kölnerinnen und Kölner haben zuletzt moniert, dass die Stadt zu dreckig ist. Die Wahrnehmung des öffentlichen Raums geht auch häufig einher mit einem Gesamtgefühl für die Stadt. Die Stadt wird an zahlreichen Stellen damit konfrontiert und hat deshalb bereits 2025 einen „Masterplan Sauberkeit“ entwickelt. Das Ziel: Mehrere Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass die Stadt weniger vermüllt ist. (Foto: Cecil Bautz)
Seit 2025 werden Projekte an mehreren Stellen angeschoben, 2026 sollen das auch im Stadtbild sichtbar werden. Was genau passiert aktuell bereits. Dazu haben die AWB im Betriebsausschuss nun einen Zwischenstand gegeben. Hier lest ihr einen Überblick.
Papierkörbe werden häufiger geleert
Ein zentraler Hebel sind die Papierkörbe. Die werden inzwischen nicht nur häufiger geleert, sondern ihr Umfeld auch mitgereinigt. Müll, der rund um die Eimer liegt, wird auch eingesammelt – ebenso wie Abfälle an bekannten Problemstellen wie Altglas- oder Containerstandorten.
Was 2025 noch als Pilot lief, gilt seit dem 1. Januar 2026 stadtweit, unter anderem in Rodenkirchen, Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes, Chorweiler, Porz, Kalk und Mülheim. Die Innenstadt ist dabei ein Sonderfall, weil sie parallel über ein eigenes Papierkorbkonzept bearbeitet wird.
Größere Mülleimer in der Innenstadt
Dieses Konzept bringt auch neue Mülleimer in die Stadt. Die AWB hat die Ausschreibung für zunächst 100 neue Papierkörbe gestartet, die ab Sommer vor allem in der Innenstadt aufgestellt werden sollen. Einige der XXL-Papierkörbe kann man bereits am Rheinufer sehen.
Sie sollen die bisherigen Modelle „Colonia“ und „Rakete“ ergänzen oder ersetzen – mit mehr Volumen und größeren Einwurföffnungen, damit etwa Pizzakartons überhaupt hineinpassen.
Die Hoffnung: weniger überfüllte Eimer, keine auslaufenden Flüssigkeiten, robustere Technik und langfristig auch eine effizientere Leerungslogistik.
Mehr „Intensivreinigung“ mit dem „Rheinsauger“
Parallel dazu wird die Reinigung selbst ausgeweitet. Seit 2025 baut die Stadt die sogenannte Intensivreinigung aus – also gezielte Einsätze an Orten mit viel Publikumsverkehr und entsprechend viel Müll. Dafür stehen inzwischen mehr Ressourcen zur Verfügung, und es kommen neue Geräte zum Einsatz: die „Rheinsauger“.
Sie kombinieren Müllsauger und Hochdruckreiniger und sollen das Reinigungsergebnis sichtbar verbessern. Aktuell sind sie unter anderem in der Innenstadt und in Kalk unterwegs, weitere Einsatzorte werden geprüft, perspektivisch auch über 2026 hinaus.
Mehr Toiletten in der Stadt
Die Stadt geht davon aus, dass ein Teil der Verschmutzung auch daher kommt, dass es zu wenige Klo-Angebote gibt. Deshalb wurden 2025 neue Anlagen gebaut, etwa am Neumarkt-West, an der Kostgasse, am Bahnhofsvorplatz, „Auf dem Brand“ und an der Richartzstraße.
Zum Jahresende standen damit laut Stadt sieben feste Stein-auf-Stein-Toiletten, 14 City-Toiletten, sieben Anlagen des Typs „Sitzen-Hocken-Stehen“ sowie ein Urinal zur Verfügung.
Dazu kommen 46 ganzjährig verfügbare mobile Toiletten in Grünanlagen und fünf saisonale Anlagen. Alle Klo-Standorte können auf dieser Webseite aufgerufen werden.
Beteiligung durch Initiativen
Neben Reinigung und Infrastruktur setzt die Stadt auch stärker auf Beteiligung. In Zusammenarbeit mit Initiativen wurden 2025 verschiedene Projekte umgesetzt. Ein Beispiel ist die Glassammelaktion „Fläschbäck“, die unter anderem beim Sessionsauftakt am 11.11.2025, beim Geisterzug 2026 und an Weiberfastnacht 2026 zum Einsatz kam. Die Idee dahinter: Müll direkt vor Ort sammeln, bevor er überhaupt liegen bleibt.
Gleichzeitig versucht die Stadt, das Verhalten der Menschen stärker zu beeinflussen. Kampagnen wie „Jeck ohne Dreck“ oder Plakate mit bekannten Kölner Persönlichkeiten sollen für mehr Eigenverantwortung werben.
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Und schließlich wird auch die Kontrolle ausgebaut. 2026 testet die Stadt sogenannte „Fokuswochen Sauberkeit“, bei denen Mitarbeitende des Ordnungsdienstes gezielt in einzelnen Bezirken unterwegs sind und Verstöße priorisiert verfolgen.
Die Einsätze werden gemeinsam mit der Straßenreinigung vorbereitet, um besonders betroffene Bereiche gezielt auszuwählen. Darüber hinaus ist ein eigener „Ermittlungsdienst Abfall“ in Planung, dessen Konzept bereits vorliegt und nun schrittweise umgesetzt werden soll.
Reinigungskataster
Im Hintergrund laufen zudem strukturelle Maßnahmen: Ein Reinigungskataster soll systematisch erfassen, wo Verschmutzung entsteht, und die AWB wird stärker in städtebauliche Projekte eingebunden – etwa bei Entwicklungen wie dem Deutzer Hafen.
Was bringt also der „Masterplan Sauberkeit“? Mehr Reinigung im Alltag, neue Infrastruktur und gezielte Eingriffe an Problemstellen, kombiniert mit Kampagnen und mehr Kontrolle.
Am Ende kommt es aber auch auf diejenigen an, die den Müll in der Stadt verursachen. Die Kölnerinnen und Kölner selbst.
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