Die Welle

752 neue Wohnungen: Das sind die Mieten im Quartier „Die Welle“

Jeder von uns kennt noch die alten Hochhäuser der Deutschen Welle im Süden der Stadt. Beide Türme (Höhe 138 Meter) wurden bereits vor mehreren Jahren abgerissen. Die Abriss-Arbeiten waren aufwendig, weil die Gebäude mit Asbest verseucht waren.

In den vergangenen Jahren haben hier die Bauarbeiten für ein neues Wohnquartier begonnen. Köln braucht dringend neue Wohnungen. Hier entstehen nun über 750 neue Wohnungen von denen die ersten rund 250 nun bezugsfertig sind und zur Miete angeboten werden – mit allen Vor- und Nachteilen, die der Wohnungsbau in einer Großstadt heute mit sich bringt. (Grafik: Empira)

752 neue Wohnungen und mehr als 600 Autostellplätze

In dem Quartier mit dem Namen „Die Welle“ sind 752 Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern geplant. Dazu kommen Gewerbeflächen, eine Kita sowie Freiflächen im Quartier – und über 600 Autostellplätze in Tiefgaragen. Entwickelt wird das Projekt von der Schweizer Immobilienfirma Empira Invest.

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Das Quartier liegt am Raderberggürtel im Stadtteil Marienburg, südlich der Innenstadt. Die Lage gilt als gefragt, auch weil sie vergleichsweise ruhig ist und gleichzeitig gut angebunden: Innenstadt und Flughafen sind jeweils in etwa 15 bis 20 Minuten erreichbar.

Mieten bei 20 Euro kalt pro Quadratmeter

Ein Blick auf die aktuell angebotenen Wohnungen zeigt, auf welchem Preisniveau sich das Projekt bewegt:

  • 2-Zimmer-Wohnung (ca. 63 m²): rund 1.340 Euro Kaltmiete
  • 3-Zimmer-Wohnung (ca. 83 m²): rund 1.600 Euro
  • 5-Zimmer-Wohnung (ca. 120 m²): rund 2.540 Euro

Das entspricht grob etwa 20 Euro pro Quadratmeter – ein Wert, der im oberen Segment des Kölner Mietmarkts liegt. Rund 10 Prozent der Wohnungen sind gefördert, werden also zu einer günstigeren Miete angeboten.

Bis 2028 sollen alle Wohnungen fertig sein. Wer sich das Quartier von oben anschaut, sieht: Es ist eine dichte Bebauung mit zahlreichen Stockwerken. Die dichte Bebauung ist kein Zufall: Sie macht Projekte wirtschaftlich – und sorgt gleichzeitig dafür, dass mehr Wohnungen entstehen.

Man kann aber auch anders argumentieren: Nämlich, dass auf diese Weise mehr dringend benötigte Wohnungen entstehen.

Was umtreibt die Menschen wirklich?

Die Beschreibungen auf der Webseite des Quartiers mit dem Namen „Die Welle“ (in Anlehnung an die hier 1980 eröffneten Hochhäuser) klingen blumig und modern. Am Ende interessiert die Menschen vor allem aber eine Sache: Wie viel Miete müssen sie bezahlen.

Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

20 Euro kalt pro Quadratmeter bei Neubauten sind mittlerweile vielerorts Standard. Hier gibt es nicht die eine Instanz, die viel Geld kassiert, sondern der Preis ist ein Mix aus vielen Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Denn das Angebot ist nach wie vor gering. 2024 wurden in Köln lächerliche 1819 Wohnungen fertiggestellt. Gleichzeitig gibt es einen Bauüberhang von über 10.000 Wohnungen, also Projekte, die längst erlaubt sind, aber nicht umgesetzt werden.

Ein Abbild unserer Zeit

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Baukosten sind in den vergangenen 5 Jahren enorm gestiegen. Mit Mitteln wie dem so genannten „Bauturbo“ will man nun gegensteuern.

Von dieser Entwicklung ist nahezu jeder betroffen, der in Köln zur Miete wohnt: Durch Mieterhöhungen oder dadurch dass sie nicht mehr umziehen können, weil die Preise bei Neuvermietungen ihr Budget sprengen. Meist ist es die Mittelschicht, die hier durchs Raster fällt.

So ist „Die Welle“ dann auch ein Abbild unserer Zeit: Viel verdichteter Wohnraum zu einem hohen Preis, der dennoch stark nachgefragt sein wird.

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