Lutz Schade

Kuckelkorn-Nachfolger Lutz Schade: Wer ist der neue Chef des Kölner Karnevals?

Das Festkomitee Kölner Karneval hat einen neuen Präsidenten: Mit Lutz Schade steht seit dem 23. März 2026 ein Jurist an der Spitze des Kölner Karnevals. Die Mitgliederversammlung des Festkomitees wählte den 50-Jährigen mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten – als Nachfolger von Christoph Kuckelkorn.

Das Ende von Kuckelkorn markiert das Ende einer Ära – Lutz Schade tritt in große Fußstapfen. Er kommt allerdings nicht von außen, sondern kennt das gesamte Karnevals-System bestens von innen, auch wenn er „erst“ vor rund 15 Jahren in den organisierten Karneval einstieg. (Foto: IMAGO / Horst Galuschka)

Jurist, Partner, Dozent

Beruflich ist Schade Rechtsanwalt – und das seit mehr als zwei Jahrzehnten. Seit 2008 arbeitet er bei der Kölner Kanzlei Hecker Werner Himmelreich Rechtsanwälte, wo er heute als (geschäftsführender) Partner tätig ist.

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Seine fachlichen Schwerpunkte liegen im Gesellschafts- und Steuerrecht: Er berät Unternehmen bei Verträgen, Satzungen und Unternehmenskäufen und vertritt sie in Gesellschafterstreitigkeiten – auch vor Schiedsgerichten.

Parallel ist er seit vielen Jahren in der juristischen Ausbildung aktiv, unter anderem als Dozent im Fachanwaltslehrgang für Handels- und Gesellschaftsrecht, etwa an der FernUniversität in Hagen.

Seine Ausbildung führt über zwei Stationen: Er studierte von 1994 bis 2000 Rechtswissenschaften in Passau und im französischen Angers.

Verwurzelt im Bergischen – aktiv in Köln

Geboren wurde Schade am 28. Mai 1975 in Bergisch Gladbach. Dort ist er bis heute verwurzelt. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Neben Beruf und Karneval ist Schade auch kommunalpolitisch aktiv: Seit 2014 sitzt er für die CDU (seit 30 Jahren Mitglied) im Stadtrat von Bergisch Gladbach.

Aufstieg über die „Blauen Funken“

Sein Weg im Karneval beginnt vergleichsweise spät – aber klassisch: 2009 kommt Schade über einen Kollegen zur Kölner Funken Artillerie blau weiß von 1870 e.V..

Dort übernimmt er zunächst organisatorische Aufgaben, arbeitet als Schriftführer und steigt 2016 zum Senatspräsidenten auf. Dieses Amt behält er über Jahre hinweg.

Der Schritt ins übergeordnete Karnevalssystem folgt 2022: Schade wird einstimmig zum Vizepräsidenten des Festkomitees gewählt. In dieser Rolle kümmert er sich unter anderem um den Kontakt zu den Mitgliedsgesellschaften – ein zentrales Thema in einem Verband mit rund 150 angeschlossenen Vereinen.

Architekt des Zukunftsprojekts „Alaaf 2040“

Ein entscheidender Baustein seines Profils ist das Projekt „Alaaf 2040“. Dieses Zukunftsprojekt des Festkomitees wird 2025 gestartet – und Schade leitet es.

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Ziel ist es, den Kölner Karneval strategisch weiterzuentwickeln. Grundlage sind Studien, unter anderem von der Boston Consulting Group und der Rheinische Hochschule Köln, sowie Gespräche mit Akteuren aus Karneval und Stadtgesellschaft.

Inhaltlich geht es um große Fragen:

  • Wie bleibt der Karneval verbindend in einer vielfältiger werdenden Stadt?
  • Wie reagiert er auf Digitalisierung?
  • Wie gewinnt er Menschen, die keinen klassischen Zugang zum Karneval haben?

Schade beschreibt den Karneval dabei als „verbindendes Element der Stadtgesellschaft“ – und sieht genau dort die Aufgabe für die Zukunft.

Die Wahl zum Präsidenten

Am 23. März 2026 wird Schade schließlich zum Präsidenten gewählt. Die Abstimmung verläuft deutlich: Es gibt nur eine Gegenstimme.

Was jetzt auf ihn zukommt

Das Festkomitee koordiniert nicht nur den Rosenmontagszug und das Dreigestirn, sondern ist auch Ansprechpartner für Politik, Sicherheitsbehörden und Öffentlichkeit.

Verbunden damit sind für den neuen FK-Präsident auch Herausforderungen:

  • steigende Kosten für Veranstaltungen
  • komplexere Sicherheitsanforderungen
  • Nachwuchsprobleme im Ehrenamt
  • und die Frage, wie sich der Karneval gesellschaftlich weiterentwickelt in einer sich zunehmend polarisierenden Gesellschaft
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