Ufa Palast

Ufa-Palast am Ring: Das Tor zur Welt für die Kölner Nachkriegsgeneration

Der Name ist ein anderer, doch das Gebäude und das Innere erinnert viele Kölner heute noch immer an ihre Jugend- und Kinozeit auf den Ringen: Was früher der legendäre Ufa-Palast war, heißt heute Filmpalast und ist nach wie vor im Gebäude erhalten, was nach dem 2. Weltkrieg hier aufgebaut wurde.

Als das Haus 1931 eröffnete, war es mit rund 1900 Plätzen das größte Filmtheater der Stadt. Gebaut wurde es von Wilhelm Riphahn, der später auch die Oper prägen sollte. Auffällig war nicht nur die Größe, sondern auch die Architektur: kein verspielter Kinopalast, sondern ein modernes Gebäude mit klarer Fassade. Das Kino lag im Inneren, fast versteckt hinter einem Bürohaus. (Foto: Imago / United Archives)

Der Saal lief zur Leinwand hin schmal zu, damit Sicht und Akustik besser waren. Große Premieren, volle Reihen, viel Publikum – der Ufa-Palast war einer der zentralen Orte für Kino in Köln.

Während der NS-Zeit wurde das Kino auch für Propagandafilme genutzt. Gleichzeitig blieb es für viele ein Ort, um dem Alltag zu entkommen. Bis 1943: Bei einem Bombenangriff wurde der Ufa-Palast zerstört.

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Ufa-Palast: Die zweite Zeit ab 1955

1955 kehrte das Kino zurück. An gleicher Stelle entstand ein Neubau, deutlich moderner, aber etwas kleiner als zuvor. Rund 1400 Plätze, große Foyers, breite Treppen, viel indirektes Licht – der neue Ufa-Palast wirkte ebenfalls repräsentativ und knüpfte an die Tradition des ersten Hauses an.

In den Jahren nach der Wiedereröffnung lief das Kino wieder auf Hochtouren. Große deutsche Filme, Opernverfilmungen, später auch internationale Produktionen – oft mit ausverkauften Vorstellungen. Für viele Kölner gehörte ein Abend am Ring und im Ufa-Palast fest dazu.

Große Blockbuster schaute man gerne hier, während andere Filme in den zahlreichen Kinos in den Veedeln liefen, die es früher noch gab (siehe Erinnerungen unten).

Technisch war der Ufa-Palast nach dem Krieg auf dem neuesten Stand: verschiedene Leinwandformate, moderne Projektion, gute Akustik.

Vom großen Saal zum Kinocenter

Ab den 1960er-Jahren änderte sich das Kino. Die Besucherzahlen gingen zurück, das Fernsehen wurde wichtiger. Um wirtschaftlich zu bleiben, wurde der große Saal mit über 1000 Plätzen Schritt für Schritt aufgeteilt.

Aus dem einen Kinoraum wurden immer mehr kleinere. In den 1970er- und 80er-Jahren entstand daraus ein komplettes Kinocenter mit bis zu 13 Sälen. Der ursprüngliche große Saal existierte am Ende nur noch in Resten.

Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

2002 ging die Ufa-Kette in die Insolvenz. Kurz darauf verschwand auch der Name: 2004 wurde aus dem Ufa-Palast der „Filmpalast“. 2010 wurde das Kino schließlich ganz geschlossen.

Ganz verschwunden ist das Kino am Ring aber nicht. Nach einer umfassenden Sanierung wurde es 2016 wieder eröffnet – heute als Filmpalast, betrieben als modernes Multiplexkino. Der markante Eingang ist nach wie vor prägend am Ring.

Statt 13 Sälen gibt es jetzt weniger, dafür größere und technisch deutlich besser ausgestattete Kinos. Neue Sitzsysteme, digitale Projektion und zusätzliche Angebote wie D-Box-Sitze gehören heute dazu.

Auch das Programm ist breiter geworden: neben Blockbustern laufen regelmäßig Filme in Originalsprache oder spezielle Reihen für verschiedene Zielgruppen.

Erinnerungen an Kölner Kinos, die es heute nicht mehr gibt

Ich habe die Verliebt in Köln-Community ebenfalls gefragt, welche Erinnerungen sie als Kölsche an die Kinos der Stadt haben, die es heute nicht mehr gibt. Hier lest ihr eine Auswahl der Antworten:

  • Ufa Palast. Die 1 hielt am Rudolfplatz kurz in den Mäcces und dann Film gucken (Günter)
  • Das Renania auf der Severinstraße wo danach Trude Herr ihr Theater eröffnet hat und heute das Odeon Kino ist. Da liefen früher jeden Sonntag Godzilla Filme für drei Mark (Sascha)
  • Savoy am Zülpicher Platz. Da lief jahrelang Harold und Maude. (Renate)
  • Das Rieli, Amsterdamer Str. wo heute das Bundesverwaltungsamt ist. Kennen nur noch die Alten, wie ich (85) (Karl-Heinz)
  • Als Kind in den 70 er, Stern am Ring in Mülheim, Godzilla und Karatefilme sonntags 11 Uhr Vorstellung (Ralf)
  • Das Acki im Bahnhof Seit ich in den.50 jahren in der Lehre war und es war noch Zeit bis mein Zug fuhr bin ich oefters rein gegangen. Da liefen immer neues aus aller Welt (Marlene)
  • Residenz am Hansaring! Es war das einzige Kino in Köln das 70mm Filme zeigen konnte! Die Leinwand war irre groß. Apocalypse Now in diesem Kino war ein Erlebnis!!! (Freddy)
  • UFA Ableger auf der Hohestr. Dort war ein Kino mit Barsesseln und Rauchen war erlaubt. (Stephan)
  • Der UFA-Palast war DAS Kino meiner Kindheit. Ich habe es geliebt. (Alexander)
  • In meiner Kindheit war das porz kino das beste. Da sind wir oft gewesen. Nie vergessen. Wir kinder wollten in die Spätvorstellung gehen. Normal wer das nicht erlaubt. Aber die kassiererin vom kino. Hatte mit unseren eltern gesprochen. Und ihn gesagt, dass wir darein dürfen, die müssen uns abends abholen. Und so durften wir die Spätvorstellung gehen. (Georgia)
  • Die Filmburg in Köln-Nippes. Da habe ich meine ersten Karl May Filme geguckt (Günter)
  • Ich mochte mehr die kleinen Kinos, wie das Roxy am Chlodwigplatz oder die beiden kleineren Kinos auf der Hohe Straße und Schildergasse. (Drea)
  • Das Aki im Kölner Hauptbahnhof. Ich konnte als Kind so lange sitzen bleiben bis ich alles (in Endlosschleife) kapiert hatte (Klaus)
  • Autokino in Pulheim, wurde aber dem heutigen Industriegebiet geopfert !! (Margit)
  • In der Kindheit Helenen Theater und Bunker in Höhenhaus, hier gab es immer Tarzan oder Lash LaRue und Fuzzy, später als Jugendlicher dann auch viel im Stern am Ring in Mülheim.. (Tom)
  • Im Roxy am Clodwigplatz hatte ich mein erstes Kinoerlebnis. Es lief Rübezahl „Herr der Berge“ Der Film kam 1957 in die Kinos. (Klaus)
  • Hansakino in der Weidengasse…Sonntag morgen 11.00 h und alle Pänz aus der Nachbarschaft weren da… (Uwe)
  • Autokino Porz, und natürlich jeden Donnerstag 007 in der Schildergasse! (Sascha)
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