Sporthalle Deutz

Die alte Sporthalle in Deutz – Kölns große Bühne vor der Lanxess Arena

Sie war mehr als vier Jahrzehnte lang einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Stadt: die Sporthalle in Köln-Deutz. Lange bevor in Köln die heutige Lanxess Arena gebaut wurde, fanden hier Sportereignisse, Shows und internationale Konzerte statt. Für viele Kölnerinnen und Kölner war sie der Ort, an dem sie ihre ersten großen Live-Konzerte erlebten. (Foto: IMAGO / United Archives)

Eine neue Halle für das Nachkriegs-Köln

Eröffnet wurde die Sporthalle am 13. Dezember 1958 auf dem Gelände der Koelnmesse in Deutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg fehlte Köln eine große Halle für Hallensport und größere Veranstaltungen. Die frühere Rheinlandhalle in Ehrenfeld, in der vor dem Krieg viele Events stattfanden, war stark beschädigt und galt als nicht mehr zeitgemäß.

  • Die Idee: Eine moderne Mehrzweckhalle auf dem Messegelände, die außerhalb der Messezeiten für Sport, Kultur und Unterhaltung genutzt werden konnte.
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Frühlings-Mandala zum Ausmalen erhalten ✅
Frühlings-Mandala
❤️ Kölns beliebtesten Newsletter abonnieren - Frühlings-Mandala zum Ausmalen erhalten ✅

Eine der modernsten Hallen ihrer Zeit

Die Sporthalle war für die damalige Zeit ein sehr modernes Gebäude. Sie bot Platz für bis zu etwa 8.000 Zuschauer und konnte flexibel für unterschiedliche Veranstaltungen umgebaut werden.

Besonders prägend war eine 166 Meter lange Radrennbahn, die fest in die Halle integriert war. Sie machte die Halle zu einem wichtigen Austragungsort für Radsportveranstaltungen – allen voran für das berühmte Kölner Sechstagerennen.

Dank mobiler Tribünen und variabler Bestuhlung ließ sich die Halle aber auch schnell für andere Formate anpassen. So fanden hier neben Sport auch Boxkämpfe, Shows und Karnevalsveranstaltungen und große Konzerte statt. Auch die Lachende Kölnarena hat in dieser Halle ihren Ursprung.

Dieses Foto zeigt das Konzert von Wolf Biermann in der Kölner Sporthalle – Kurz vor seinem 40. Geburtstag erhält der DDR-Liedermacher Wolf Biermann nach elf Jahren Auftrittsverbot in der DDR überraschend ein Visum für eine Tournee durch die Bundesrepublik. Die IG Metall hat ihn nach Köln eingeladen, wo am 13. November 1976 das erste Konzert stattfindet. Der Liederabend, der vom WDR-Hörfunk live übertragen wird steht unter dem Motto: Ich möchte am liebsten weg sein – und bleibe am liebsten hier. Biermann singt nicht nur, sondern nimmt auch ausführlich politisch Stellung. Foto: IMAGO / United Archives

Kölns wichtigste Konzerthalle über Jahrzehnte

Gerade für die Musik spielte die Sporthalle eine zentrale Rolle. Über viele Jahre war sie die größte Indoor-Konzerthalle der Stadt. Internationale Künstler, die auf Europatour waren, machten deshalb häufig auch in Deutz Halt.

Die Größe der Halle – rund 8.000 Plätze – lag genau in dem Bereich, der für viele Rock- und Pop-Tourneen ideal war. So entwickelte sich die Sporthalle in den 1960er-, 70er- und 80er-Jahren zu einem der wichtigsten Konzertorte in Deutschland.

Insgesamt fanden hier 3.469 Veranstaltungen statt. Rund 15,4 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen in dieser Zeit in die Halle.

Aus dem Verliebt in Köln-Shop:

Das Ende mit dem Bau der Kölnarena

In den 1990er-Jahren galt die Sporthalle zunehmend als veraltet. Große internationale Produktionen wurden technisch aufwendiger und benötigten mehr Platz und moderne Infrastruktur.

Die Stadt Köln entschied sich deshalb für den Bau einer neuen Arena – der Kölnarena, die heute Lanxess Arena heißt. Sie eröffnete 1998, ebenfalls in Deutz, nur wenige hundert Meter entfernt und ist heute der prägende Veranstaltungsort in Köln mit beeindruckenden Dichte an Events und Konzerten.

Mit der neuen Arena verlor die alte Sporthalle ihre Funktion. Die letzte Veranstaltung fand 1998 statt. Am 13. März 1999 wurde das Gebäude schließlich gesprengt und abgerissen. Auf dem Gelände entstand später eine Erweiterung des Messeareals.

Trotz ihres Verschwindens ist die Sporthalle bis heute vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Sie stand für eine Zeit, in der große Konzerte noch in vergleichsweise kleinen Hallen stattfanden – mit einer Atmosphäre, die deutlich näher und direkter war als in den heutigen Arenen – ohne und Handys.

Und tatsächlich taucht die Halle in Diskussionen über die Kölner Konzertlandschaft bis heute immer wieder auf. Denn zwischen kleineren Clubs und der großen Arena fehlt der Stadt bis heute eine Konzerthalle genau in dieser Größenordnung.

Erinnerungen an Konzerte in der Sporthalle:

Ich habe die Verliebt in Köln-Community gefragt, was ihre schönsten Konzerte in der Sporthalle waren – es kamen zahlreiche Kommentare. Hier eine Auswahl:

  • Anfang der 80er – Spandau Ballet. Vierte Reihe… man war sooo nah dran. Alfred Biolek war auch da. (Sabine)
  • ACDC… Müsste 88 gewesen sein. Die Kanone am Ende des Konzerts klingt bis heute in meinen Ohren. (Martin)
  • Status Quo am 02. März 1978. Vorgruppe war „No Dice“. 19 Tage später, am 21. März 1978, haben wir Status Quo nochmal in Düsseldorf in der Philipshalle besucht. Kartenpreis damals, glaube ich, waren 18,- DM. (Dietmar)
  • Meat Loaf und mein allererstes Marius Müller Westernhagen Konzert (Rita)
  • Queen…… da war ich 14 oder 15. Es war mein allererstes Konzert auf dem ich war…. (Ursel)
  • Ike and Tina Turner z.B. fand ich klasse. Und etliche andere Konzerte, von Heino bis Mike Oldfield, Lachende Sporthalle, Sportveranstaltungen wie z.B. Harlem Globtrotters, Tennisturniere, Fernsehaufzeichnungen. Ich (wir) waren ständig im Sanitätsdienst und haben nie Eintritt bezahlt. Es gibt viele lustige und auch traurige Erinnerungen (Dorothee)
  • Zwei absolut gleichwertige Konzerte in der alten Kölner Sporthalle. Zum einen Queen am 6. Mai 1982, einen Tag vor meinem Geburtstag als verfrühtes Geburtstagsgeschenk, Eintrittspreis um 30 DM. Ebenso unvergessen war der Auftritt von Skorpions 1988, der Eintrittspreis war 38 DM. (Bodo)
  • Gary Moore. Nach dem Konzert wollte ich ein Autogram vor seinem Tourbus haben. Er winkte mich hinein und dann fuhr der Bus los. Habe das Autogram bekommen. Als sein Manager (?) bemerkte, dass ich nicht dazu gehöre wollte er mich mitten auf der Autobahn rausschmeissen. Gary ganz cool: „Sit down, we drive you back“ (Steini)
  • Am 3.4. und 4.4.1970 fand das Progessive Pop Festival statt. Es traten damals fast alle wichtigen Bands auf. Es war zu meinem 16. Geburtstag und ein einzigartiges Erlebnis!!! (Nora)
  • Ganz klar und mit riesengroßen Abstand Brings am 26.11.1993. Der Eintritt hat lediglich ein paar DM gekostet. (Ralph)
  • Kurz vor Abriss der Sporthalle, Udo Lindenberg mit Panikorchester und ettlichen Gästen, parallel dazu war die Eröffnungsfeier des Frauenmediaturmes im Bayenturm, ich habe bei beiden gleichzeitig gearbeitet, aber Lindenberg musste ich sehen, naja, zumindest den 2. Teil und die Zugabe habe ich geschafft. Und ich habe ihn kurz getroffen, Backstagepass und so…laange her. Jahre vorher habe ich als Beleuchter beim Sechstagerennen an Silvester gearbeitet, unvergessen. Heute steht da die erweiterte Halle 5 der Kölner Messe, wenn ich dort arbeite denke ich oft an die alte Sporthalle. (Lars)
  • Ich hab da diverse super Konzerte in den 80er und 90er gesehen. Unvergesslich sind mir aber die Ausfahrten nach den Konzerten, wenn es richtig voll war. Wir waren eine Truppe von 6 Konzertbegeisterten Jungs aus der Eifel. Da es eh keinen Sinn machte sich in das Ausfahrtchaos zu reihen hatten wir von Muttern Nudelsalat mit, Kasten Bier für die nichtfahrenden, Türen auf, Mucke an und einfach warten. Nach einer Stunde ging auch langsam das erste Piepen auf den Ohren weg. (Siegfried)
  • Das schönste Konzert und auch das erste in der alten Sporthalle Köln war Udo Lindenberg und das Panikorchester. Und dann war ich auch öfters in der Winterpause bei den Fußball Hallentuniere. (Rolf)

Hast du ebenfalls Erinnerungen an die Sporthalle? Schreib einen Kommentar oder eine E-Mail.

Zurück
Kommentiere diesen Artikel