Oper Schauspiel

Stadt Köln will die Stimmung zur Oper mit großer Werbekampagne drehen

Wer derzeit über den Offenbachplatz geht, stößt auf eine ungewöhnliche Installation: Entlang des Bauzauns rund um die Bühnen Köln sind großformatige Schlagzeilen zu lesen – viele davon kritisch, manche spöttisch. Sie stammen aus der Berichterstattung der vergangenen Jahre über die Sanierung von Oper und Schauspiel.

Der mehr als 90 Meter lange und rund zwei Meter hohe Bauzaun ist Teil einer neuen Kommunikationskampagne der Stadt Köln zur geplanten Wiedereröffnung der Bühnen im Herbst 2026. (Foto: Cecil Bautz)

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Die Opernsanierung hat sich in den vergangenen Jahren als Desaster in die Köpfe der Menschen in Köln eingebrannt. Vor zehn Jahren, im Jahr 2015, sollte die Sanierung eigentlich fertig sein. Heute, im Jahr 2026, plant man die Eröffnung. Mit Kosten für Ausweichstandorte betragen die Kosten für die Sanierung 1,4 – 1,5 Mrd. Euro. Ein Vielfaches der geplanten Kosten.

Opernsanierung und die Flucht nach vorn

Besonders in Zeiten von leeren Haushalten sind diese Zahlen den Menschen in Köln kaum vermittelbar. Viele sehen die Opernsanierung als Symbol, wie schlecht die Verwaltung in der Stadt funktioniert. Noch schlimmer: Viele haben den Glauben verloren, dass die Stadt Köln große Bauprojekte umsetzen kann.

2026 soll die Eröffnung von Oper und Schauspiel gefeiert werden und zu diesem Anlass will man die Flucht nach vorn antreten. Vergangenes Jahr hat sich die renommierte Agentur „Jung von Matt“ den Etat der Bühnen der Stadt Köln für die werblichen Kommunikation gesichert.

Ihr Auftrag: Das Narrativ zur Oper drehen: Am liebsten wäre der Stadt, dass man nicht mehr darüber spricht, was war, sondern sich darauf freut, was kommt.

Die erste Aktion dazu ist jetzt an der Baustelle zu sehen: Der sogenannte „Frustzaun“ will diese Geschichte nun bewusst aufgreifen. Auf dem Zaun sind prägnante Titel aus der Medienberichterstattung der vergangenen 14 Jahre zu lesen.

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Künstleraktion am Mittwoch

Die Schlagzeilen sollen jedoch nicht dauerhaft sichtbar bleiben. Am Mittwoch, 11. März, ist eine öffentliche Kunstaktion geplant, wie Stadt Köln nun mitteilt: Zehn Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Kölner Stadtbezirken werden den Zaun vor Ort gestalten und die negativen Schlagzeilen übermalen.

Damit soll symbolisch ein neuer Abschnitt beginnen – weg von der jahrelangen Bau- und Krisengeschichte hin zur Wiedereröffnung des Kulturstandorts.

Ob für die Menschen aus Köln das Desaster der Opernsanierung mit dem übermalten Bauzaun abgehakt sein wird, bleibt indes abzuwarten.

Funktioniert der Neustart am Offenbachplatz wirklich – oder bleibt die Opernsanierung noch lange ein Symbol für alles, was in Köln bei großen Bauprojekten schiefgehen kann? Hier kannst du abstimmen:

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